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Nachtzüge sind Züge, die ihre Reise hauptsächlich in den Nachtstunden absolvieren und ihren Fahrgästen ermöglichen während der Fahrt zu schlafen. Im engeren Sinne versteht man hierunter Züge mit Schlaf- oder Liegewagen, die das schlafende Reisen in einigem Komfort ermöglichen.

Hintergrund

Liegewagenabteil

Liegewagenabteil (Foto: Guillaume Speurt from Vilnius, Lithuania, CC BY-SA 2.0)

Schlafwagenabteil

Schlafwagenabteil (Foto: Lukas3333, CC BY-SA 4.0)

Etagenbett im Nightjet-Schlafwagen (Foto: DB Autozug GmbH, Public domain)

Fahrradwagen eines Nachtzuges nach Hamburg-Altona

Fahrradwagen eines Nachtzuges nach Hamburg-Altona (Foto: Leif Jørgensen, CC BY-SA 4.0)

Zunächst im 19. Jahrhundert entwickelt, ermöglichten Nachtzüge das erste Mal Reisen über kontinentale Distanzen in angenehmen Komfort, ohne die Reise unterbrechen zu müssen. Ihre Hochzeit hatten diese Züge während der „Belle Epoque“, als es in Europa genügte, das (nicht unerhebliche) Geld für ein Billet aufzubringen, um in aller Herren Länder gern gesehener Gast zu sein - fast gänzlich ohne Visa, Schlagbaum oder Misstrauen.

Der Erste Weltkrieg versetzte den Schlafzügen gleich zwei Schläge auf einmal: Zum einen waren die Grenzen Europas auch den Begüterten plötzlich verschlossen, denn jeder Ausländer konnte ein potentieller Spion sein. Zum anderen machte die - bald als militärisch nützlich erkannte - Fliegerei erhebliche technische Fortschritte und sollte sich in den Zwanzigern durch erhebliche staatliche Förderung in Deutschland (eine Luftwaffe hätte gegen den Versailler Vertrag verstoßen, „zivile“ Flugzeuge ähnlicher Bauweise jedoch nicht) zumindest für die Reichsten der Reichen zu einer echten Konkurrenz erwachsen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg behinderte der „eiserne Vorhang“ den grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr erheblich, und Zeitzeugen wissen manch Horrorgeschichte von stalinistischen Zöllnern und „zensierlichen“ Illustrierten aus dem „nicht-sozialistischen Westen“ zu berichten. Nichtsdestotrotz blieb der Nachtzug auf vielen Routen - auch und gerade im neuen „Gastarbeiterverkehr“ - das Mittel der Wahl. Erst die Einführung der Hochgeschwindigkeit auf Schienen machte vielen alten Routen den Garaus. So wurde der legendäre Orientexpress zunächst von lediglich Paris-Wien auf Straßburg-Wien verkürzt, als die neue Strecke Paris-Straßburg an einem Nachmittag ermöglichte und schließlich ganz aus Europas Fahrplänen gestrichen. Auch die Deutsche Bahn - einst durch ihre Position in der Mitte Europas geradezu prädestiniert, den halben Kontinent mit Nachtzügen zu verbinden - zog sich immer mehr aus dem Geschäft zurück und gab schließlich das Nachtzugnetz komplett auf, vorgeblich aus wirtschaftlichen Erwägungen.

Doch Rettung nahte in Form der Österreichischen Bundesbahnen, welche die gebrauchten Schlafwagen der DB aufkauften und eine neue Tranche Nachtzüge für den Verkehr bei 200 km/h bestellten. Auch in Schweden besinnt man sich wieder der Nachtzüge und will einige sogar mit staatlicher Förderung neu einführen. Die Bahnen Osteuropas, hier vor allem die russische, haben die Schlafzüge nie aufgegeben, und bis zum russischen Überfall auf die Ukraine 2022 war die einzige Reisemöglichkeit von Paris nach Berlin im Schlafwagen ein Zug der Russischen Bahn. Seit dem Inkrattreten der darauf folgenden EU-Sanktionen dürfen die RZD-Züge nicht mehr in der EU verkehren.

Auch in Nordamerika gibt es bis heute Schlafwagen, wenn auch vielleicht nicht mehr im Grandeur jener Tage, als etliche profitable Bahngesellschaften Wirtschaftsmagnaten durch ihre „Aushängeschilder“ im Personenverkehr von einer Buchung der gewinnbringenden Frachtzüge zu überzeugen versuchten. Amtrak, die quasistaatliche Amerikanische Eisenbahn bietet noch heute etliche Verbindungen mit Schlafwagen an. In China wiederum ist zu beobachten, dass Hochgeschwindigkeit und Schlafwagen sich nicht ausschließen müssen, und man kann geradezu absurde Distanzen in einer einzigen Nacht schlafend auf Schienen zurück legen.

Stationen

Europa

Im Folgenden sind die Bahnhöfe im DACH-Raum gelistet.

Siehe auch:

→ Nachtzüge/Nordeuropa (Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden)
→ Nachtzüge/Mitteleuropa (Belgien, Frankreich, Italien, Niederlande, Polen, Slowakei, Tschechien, Ungarn)
→ Nachtzüge/Ost- und Südosteuropa (Belarus, Kroatien, Rumänien, Slowenien, Ukraine)

Deutschland

Österreich

  • Amstetten
  • Attnang-Puchheim
  • Bludenz, Bahnhofplatz 1, 6700 Bludenz
  • Bregenz, Fritz-Mayer-Platz 1, 6900 Bregenz
  • Bruck an der Mur
  • Dornbirn, Eisenbahnlinie 7, Poststraße 2a, 6850 Dornbirn
  • Feldkirch, Bahnhofstraße 42, 6800 Feldkirch Merkmal: freies WLAN.
  • Friesach
  • Götzis, Bahnhofstraße 56, 6840 Götzis
  • Graz Hbf, Europaplatz 3–9, 8020 Graz
  • Hohenems, Angelika-Kaufmann-Straße 5, 6845 Hohenems
  • Imst-Pitztal
  • Innsbruck Hbf, Südtiroler Platz 7, 6020 Innsbruck
  • Klagenfurt Hbf, Walther-von-der-Vogelweide-Platz 1, 5
  • Knittelfeld
  • Landeck-Zams, Bahnhofstraße 20, 22
  • Langen am Arlberg
  • Leoben Hbf
  • Linz Hbf, Bahnhofplatz 3- 6, 4020 Linz Merkmale: freies WLAN, .
  • Ötztal, Bahnhofplatz 2
  • Rankweil, Untere Bahnhofstraße 5, 6830 Rankweil
  • Salzburg Hbf Südtiroler Platz 1
  • Schwarzach-St. Veit
  • Spielfeld-Straß, Spielfeld 17-19
  • St. Anton am Arlberg
  • St. Pölten Hbf, Bahnhofplatz 1, 3100 Sankt Pölten
  • St. Valentin
  • Tullnerfeld
  • Villach Hbf, Bahnhofplatz 1, 9500 Villach
  • Vöcklabruck
  • Wels Hbf
  • Wien Hbf, Am Hauptbahnhof 1, 1100 Wien Merkmal: freies WLAN.
  • Wien Meidling, Eichenstraße 25, 1120 Wien
  • Wiener Neustadt Hbf Merkmal: freies WLAN.

Schweiz

  • Basel SBB, Centralbahnstrasse 22, 4051 Basel Merkmal: freies WLAN.
  • Bern Hb, Bollwerk 4, 3011 Bern Merkmale: freies WLAN, .
  • Buchs, Bahnhofplatz 3–4a, 9470 Buchs SG
  • Sargans, Bahnhofplatz 527–646, 7320 Sargans
  • Zürich Hb Museumstrasse 1, 8001 Zürich Merkmale: Bahnpolizei, Fahrkartenautomat, Fahrkartenschalter, öffentliche Toilette.

Asien

→ Siehe: Nachtzüge/Asien (China, Indien, Japan, Russland)

Australien

→ Hauptartikel: Reisen mit dem Zug in Australien

Vor allem die hochpreisigen touristischen Sonderzüge sind auf mehrtägigen Fahrten mit Schlafwagen ausgerüstet.

Bahngesellschaften

  • Der ÖBB Nightjet verkehrt in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Italien, Frankreich, Belgien und den Niederlanden.
  • Die Nachtreisezüge der polnischen Bahn (PKP) fahren durch Polen, Tschechien und Österreich.
  • Die Nachtreisezüge der schwedischen Bahn (SJ) fahren durch Schweden, Dänemark und Deutschland.
  • Die Nachtreisezüge der ungarischen Bahn (MAV) fahren durch Ungarn, Österreich, Deutschland und die Schweiz.
  • Die Nachtreisezüge der rumänischen Bahn (CFR) fahren durch Rumänien, Ungarn und Österreich.
  • Die Nachtreisezüge der ukrainischen Eisenbahn (UZ) fahren durch die Ukraine, Ungarn und Österreich.
  • Der Flixtrain wird durch die Flixmobility betrieben.
  • Die wohl bekannteste Nachtzugverbindung, die Transsibirische Eisenbahn, kurz: Transsib, wird durch die Russische Staatsbahn (RZD) betrieben.
  • European Sleeper ist eine genossenschaftlich organisierte holländische Firma, die 2024 zwischen Antwerpen/Brüssel und Amsterdam/Rotterdam mit Berlin, Dresden und Prag verbindet.

Routen

Nightjet Amsterdam-Wien
Amsterdam Centraal – Utrecht Centraal – Arnhem Centraal – Düsseldorf Hbf – Köln Hbf – Bonn Hbf – Koblenz Hbf – Frankfurt (Main) Süd_Süd) – Würzburg Hbf – Nürnberg Hbf – Regensburg Hbf – Passau Hbf – Wels Hbf – Linz Hbf – Amstetten – St. Pölten Hbf – Wien Meidling – Wien Hbf

Entertainment

Was läge näher, als sich die Fahrzeit mit einem Roman oder Spielfilm rund um das Thema Nachtzüge zu verkürzen? Eine Auswahl:

Siehe auch

Woher diese Seite stammt

Diese Seite wurde von Wikivoyage übernommen. „Nachtzüge“ aus Wikivoyage, von seinen Autorinnen und Autoren, unter CC BY-SA 4.0. Hier geändert: als Seite gesetzt; Bearbeitungslinks, Karten und Eintragsdaten weggelassen; jedes Foto unter seiner eigenen Lizenz, in der Bildunterschrift genannt.

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Licens: CC BY-SA 4.0 · Bearbejdet efter de.wikivoyage.org

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