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Tropische Vegetation in der Onomea-Bay (Foto: Bgabel, Public domain)
Hawai'i (auch Big Island genannt) ist mit 10.434 km² die größte Insel des US-Bundesstaates Hawaii und liegt im äußersten Osten der Inselgruppe im Pazifik.
Hintergrund
Zum US-Bundesstaat Hawaii gehören von der Inselgruppe Hawaii lediglich 137 Inseln, von denen 8 die Hauptinseln darstellen. Von ihnen ist Hawai'i die größte. Geografisch gehört Hawaii zu Polynesien.
Mit Hawaii werden allgemein tropisches Klima, Surfen, Vulkane, der Hula und ein entspannter Lebensstil assoziiert, der jährlich zahlreiche Touristen anlockt. Auf „Big Island“ konzentriert sich der Tourismus überwiegend auf die aktiven Vulkane, den zu diesem Zweck gegründeten Nationalparks und malerische Landschaften. „Big Island“ verdankt seinen Beinamen der Tatsache, dass diese Insel 60 % der Landfläche des Bundesstaats Hawaii ausmacht. Die Insel hat eine Küstenlinie von 425 km bei einer Länge von 150 km und einer Breite von 131 km. Am
- Ka Lae Point befindet sich der südlichste Punkt der USA.
Geschichte

Der Todestag von James Cook am 14. Februar 1779, Zeichnung aus 1790 (Foto: Not provided by uploader; archival photograph by Mr. Sean Linehan, NOS, NGS, Public domain)
Fünf Vulkane auf der Insel und zwei unter Wasser sind die Ursache für die Entstehung und Vergrößerung der Insel vor 5 Millionen Jahren. Zwischen 940 und 1130 landeten erste tätowierte Siedler von den Marquesas und Tahiti auf der Insel[1] und wurden sesshaft.
Der englische Seefahrer James Cook kehrte nach seiner Arktis-Expedition am 17. Januar 1779 diesmal an die Westküste der Hauptinsel zurück, nachdem er ein Jahr zuvor auf Kauai gestartet war. Nach seiner Rückkehr kam es zu Streitigkeiten wegen Diebstahls eines Kutters mit den Indigenen, die am 14. Februar 1779 während eines Kampfes in der Kealakekua Bay zu seinem Tod führten.
Die Keanakakoi-Eruption des Kilauea vom November 1790 tötete mindestens 400 Einwohner, die harmlosere Explosion des Halemaumau-Kraters im Mai 1924 hatte nur ein Opfer zur Folge, als ein Mann von fallenden Felsbrocken getötet wurde, nachdem er zu nahe an den Krater getreten war.
Klima
Hawaii liegt in den Tropen mit Tagestemperaturen ganzjährig zwischen 25 °C und 32 °C, nachts kühlt es auf 22 °C bis 25 °C ab. Regenfälle haben keinen saisonalen Schwerpunkt, so dass nicht zwischen Regen- und Trockenzeit unterschieden wird. Die Insellage bedingt eine hohe Luftfeuchtigkeit, die Taifun-Zeit ist zwischen Juni und Dezember.
Die Inselgruppe besteht ausschließlich aus Vulkaninseln. Deren Landschaftsbild ist geprägt durch Vulkane, weite Lavafelder und mit sattem Grün überwucherten Lavaböden.
In Polynesien gibt es lediglich 16 Landsäugetierarten, darunter 15 Fledermausarten und darunter 11 endemische. Das einzige Wassersäugetier ist die gefährdete Hawaii-Mönchsrobbe. Zu beobachten sind 177 Vogelarten, 60 Reptilien- und 30 Amphibienarten. Geschätzt werden in den Gewässern Polynesiens rund 1300 Fischarten, darunter 1038 Riff-Fischarten. Auf den Inseln wachsen ungefähr 5330 Pflanzenarten, wovon etwa 3070 heimisch sind.
Die feuchtere – und deshalb grünere – Windseite der Hauptinsel liegt im Osten, die trockenere Windschattenseite im Westen.
Reisevorbereitung
Siehe auch: Hawaii#Reisevorbereitung
Wer zur Big Island anreist, muss sich darauf einstellen, dass Eruptionen der Vulkane vorkommen und dann zu Straßensperren oder sogar Evakuierungen führen können. Wegen der Asche kann es auch zu Flugausfällen kommen. Die touristische Infrastruktur auf Big Island ist hervorragend, so dass sowohl Pauschalreisen als auch Individualreisen möglich sind.
Anreise
Mit dem Flugzeug
Hilo International Airport (IATA: ITO) (Osten) und
- Ellison Onizuka Kona International Airport (IATA: KOA) (Westen).
Per Schiff
Viele Kreuzfahrtschiffe laufen folgende Häfen an:
- Hilo Harbor Cruise Ship Dock (Osten) und
- Kawaihae Harbor (Westen).
Für Segelyachten gibt es den
- Honokohau Small Boat Harbor.
Regionen

Halemaumau-Krater in der Caldera des Kilauea (Foto: Bgabel, Public domain)
Die größte Insel besteht lediglich aus dem
Die Nordostküste um den County-Sitz Hilo liegt oft im Gebirgsstau des Passatwindes, daher regnet es in Hilo auch zwei Drittel des Jahres. Üppige Vegetation und spektakuläre Wasserfälle kennzeichnen daher die Hamakua-Küste.
Kailua-Kona auf der anderen Inselseite liegt wesentlich geschützter und ist klimatisch begünstigt.
Das Innere der Insel um die Berge Mauna Kea (4205 m) und Mauna Loa (4169 m) kann recht kühl werden. In den Monaten Dezember bis März macht der weiße Berg Mauna Kea in Gipfelnähe regelmäßig seinem Namen alle Ehre, für den Rest des Jahres ist Frost auf Hawaii jedoch nicht zu erwarten. Ein Teil des Inselinneren ist nicht zugänglich, da militärisches Sperrgebiet.
Schutzgebiete

Straße im Hawaiʻi Volcanoes National Park (Foto: Bgabel, Public domain)
Von den zwei hawaiianischen Nationalparks befindet sich der Hawaiʻi Volcanoes National Park auf Big Island. Er ist 1.317,68 km² groß und damit der größere und ältere der beiden Nationalparks; er wurde am 1. August 1916 gegründet und gehört seit 1987 zum Weltnaturerbe der UNESCO.
Orte
Auf Big Island gibt es nur zwei größere Städte von touristischer Bedeutung, zu ihnen gehören auch die jeweiligen internationalen Flughäfen:
Die Inselhauptstadt Hilo, im Norden gelegen, ist mit 45000 Einwohnern die größte Stadt der Insel. Sehenswert: der Wailuku River State Park.
- Im Westen Hawai'is liegt die schöne Stadt Kailua-Kona mit 20.000 Einwohnern, in der auch die University of the Nations einen ihrer Standorte hat.
Sprache
Reines Hawaiianisch, zur polynesischen Sprachfamilie gehörend, spricht heute kaum jemand mehr. Die älteren Bewohner sprechen oft 'Pidgin'. Dies ist eine Mischung zwischen Hawaiianisch und Englisch und für Englischsprachige nur sehr schwer bis überhaupt nicht verständlich. Der größte Teil der hawaiianischen Bevölkerung spricht jedoch reines amerikanisches Englisch.
Hawaiianisch als Sprache klingt sehr melodisch, da sie alle Vokale, aber nur sechs Konsonanten enthält. Auf jeden Konsonanten folgen ein oder mehrere Vokale. Typische, in der westlichen Welt bekannte hawaiianische Worte sind „Aloha“ (Gruß), „Hula“ (Tanz), „Waikiki“ („wai“ für Wasser und „kiki“ für sprudelnd) und damit zusammenhängend „Hawaii“ („ha“ für lebensnotwendig und „wai“ für Wasser) oder „lei“ (Blumenkette als Willkommensgruß). Hawaiianisch ist übrigens auch der Ursprung für den Begriff "Wiki" in Wikipedia: „wikiwiki“ heißt "schnell, schnell" und beschreibt, wie Webseiten auf einem Wiki geändert werden können.
Mobilität
Siehe auch: Wandern in Hawaii
Das öffentliche Bussystem Hele-On Bus kann seit 2022 kostenlos benutzt werden. Aktuell soll es noch bis Ende 2028 kostenlos bleiben.
Inseln mit mindestens einem Regionalflughafen ermöglichen Flüge zu anderen Hawaii-Inseln, so dass für Touristen ein Island-Hopping möglich ist. Auch Bootsfahrten zu anderen Inseln werden angeboten. Touristisch stark frequentierte Inseln bieten Mietwagen an, mit denen eine Insel auf einer so genannten Ringroad umrundet werden kann.
Inselrundreise

Das Einfahrtstor Kilauea Visitor Center (Foto: Robert Linsdell from St. Andrews, Canada, CC BY 2.0)

Heiße Lava strömt unter Dampfentwicklung in den Pazifik (Foto: Jos-uit-boston at Dutch Wikipedia, CC BY-SA 3.0)

Der Vulkan Hualālai von der Parkstraße aus (Foto: Photograph by J. Kauahikaua., Public domain)

Das Cook-Monument an der Kealakekua-Bay (Foto: Surfsupusa at en.wikipedia, Public domain)

Wanderweg durch den Hawaii Tropical Botanical Garden (Foto: AlaskaDave, CC BY-SA 3.0)
Im Akaka Falls State Park (Foto: Bgabel, Public domain)

Die Green Bay nahe Wainaku (Foto: Paolo Salmaso from Zürich, Switzerland, CC BY 2.0)
Von Hilo aus lohnt sich mit dem Mietwagen eine Inselrundfahrt im Uhrzeigersinn (oder umgekehrt) auf dem asphaltierten Mamalahoa Highway , dessen Straßenname sich im Streckenverlauf mehrfach ändert:[2]
| geografisches Objekt | Entfernung in km |
|---|---|
| Hilo | 0 0 0 |
| Keaau | 0 34 |
| Hawaiʻi Volcanoes National Park | 0 32 |
| Kamehame Beach | 0 49 |
| Kailua-Kona | 109 |
| Waikui | 0 55 |
| Waimea | 0 17 |
| Honokaa | 0 23 |
| Laupāhoehoe | 0 29 |
| Honomu | 0 20 |
| Hilo | 0 19 |
| Gesamtstrecke | 387 |
Rechnerisch kann die Gesamtstrecke innerhalb eines Tages zurückgelegt werden, jedoch sollte ausreichend Zeit für Besichtigungen bleiben. Hierfür stehen unterwegs Unterkünfte aller Kategorien zur Verfügung.
Ausgangsort der Rundreise ist die mit 45000 Einwohnern größte Stadt auf Big Island, Hilo, wo zunächst die Lavahöhle
- Kaumana Cave besucht werden sollte. Auf der Hawai’i Belt Road () wird danach Richtung Süden gefahren. Es folgt der Pana'ewa Rainforest Zoo ein Zoo, der die Tierwelt des pazifischen Regenwalds anschaulich präsentiert. In der Mauna Loa Macadamia Nut Corporation werden der Anbau und die Verarbeitung der für Hawaii charakteristischen Macadamia-Nüsse gezeigt. Sie gehören aufgrund des schwierigen Anbaus, der komplizierten Weiterverarbeitung und insbesondere der gestiegenen Nachfrage zu den teuersten Nüssen der Welt. Es folgt das Buddhisten-Kloster Lotus Buddhist Monastery. Empfehlenswert ist ein Abstecher zum Punalu’u Black Sand Beach, einem vulkanischen Strand mit schwarzem Sand. Nahe dem vielsagenden Ort Volcano gelangt man zwischen den Meilensteinen 30 und 31 zum Kīlauea Visitor Center für den 1317,68 km² großen Hawaiʻi Volcanoes National Park . Der Highway heißt im Park Crater Rim Drive und führt im nördlichen Teil hindurch. Die Lavaströme – die auch die Straße gefährden können – haben ihren Ursprung im Vulkan Mauna Loa. Erste Attraktion ist die Lava-Höhle Thurston Lava Tube (Nāhuku), die seit der Eruption im Mai 2018 bis auf weiteres geschlossen war, seit März 2021 aber wieder geöffnet ist. Es gibt weltweit kaum eine Stelle, wo man so nah an frische Lavafelder gelangen kann wie im Nationalpark. Einer der weltweit aktivsten Vulkane ist der 1247 Meter hohe Kīlauea, direkt von der Straße aus erreichbar. Nach dem Ausfahrtsgate geht die Fahrt in südlicher Richtung zum Kamehame Beach, wo die Straße an die Küste gelangt. Bei Discovery Harbour wird der südlichste Punkt der Fahrt erreicht.
Von nun an führt die Straße in nördlicher Richtung vorbei an der South Kona Forest Reserve. Es folgt die Hakalau Forest National Wildlife Refuge und der Puʻuhonua o Hōnaunau National Historical Park, einem sehenswerten Museum über die polynesische Kunst und Kultur. Hierin befindet sich eine von König Kamehameha I. um 1790 erbaute Tempelanlage („heiau“). Zum Pflichtprogramm gehört Royal Kona Museum & Coffee Mill über den teuren und weltberühmten Kona-Kaffee. Es folgt die mit historischer Bedeutung verbundene Kealakekua Bay, in der James Cook nach seiner Arktis-Expedition am 14. Februar 1779 während eines Kampfes mit Einheimischen verstarb. Hieran erinnert das Captain James Cook Monument. An der Straße reihen sich nun mehrere Kaffee-Farmen aneinander bis zur Ortschaft Kahaluu-Keauhou. Weiter Richtung Norden erreicht man die mit 20000 Einwohnern zweitgrößte Stadt auf Big Island, Kailua-Kona. Hier liegt der Startpunkt des Ironman-Marathon. Man hat die Wahl, dem küstennahen zu folgen oder landeinwärts über den (). Wir folgen der küstennahen Route zum Kohanaiki Beach Park, es folgt der Ellison Onizuka Kona International Airport. Über Kīholo geht die Fahrt weiter bis zur Road Junction Waikui, wo die Richtung Osten abbiegt und nunmehr Kawaihae Road heißt.
Die Straße dringt nun ins Landesinnere vor über Waimea, einem Städtchen mit 10000 Einwohnern mit Viehwirtschaft. Es folgt am Straßenrand ein 854 m hoher Hügel, der Puu Waiko Loa. Ab Honokaa verläuft der Highway 19 Richtung Süden an der Steilküste vorbei mit atemberaubendem Blick in den Abgrund. Es folgen zwei Wasserfälle, die Hilalawe Falls und die bekannteren 135 m hohen ‘Akaka Falls, die zum Akaka Falls State Park gehören. Eine Schlucht ist die folgende Kūka’iau Gulch. Besonders sehenswert ist der Hawaii Tropical Botanical Garden, einem im Regenwald liegenden schönen tropischen Garten. Nach den straßennah gelegenen Kawainui Falls folgt Wainaku mit der Green Bay, von wo es noch 4 km bis zum Ende der Rundfahrt in Hilo sind.
Weitere Ziele
Die Kazumura Cave ist mit 65,5 Kilometern die längste und mit 1101 Metern auch die tiefste Lavaröhre der Welt.
- Sehenswert ist der Lava-Tree-Park Puna.
- Der Hamakua Heritage Corridor ist der nordöstliche Küstenstreifen mit der Onomea Bay.
- Die Kilauea Caldera mit dem Halemaumau-Krater.
Vulkane
Auf Big Island gibt es fünf aktive Vulkane, gegliedert nach der Höhe:
- Mauna Kea („weißer Berg“) mit 4207 Metern der höchste Vulkan der Insel.
- Mauna Loa („langer Berg“) 4169 m hoch.
- Hualālai („Glitzernder Lavafluss“) 2521 m hoch.
- Kohala („Riff-Ebene“) 1670 m hoch.
- Kīlauea („spuckender Berg“) 1270 m hoch.
Zum Nationalpark gehören lediglich der Mauna Loa und Kīlauea.
Unterkunft
Die Webseite Booking.com listet für Big Island 1726 Hotels/Lodges/Motels aller Kategorien auf.
Küche
Siehe auch: Hawaii#Küche
Nachtleben
Siehe auch: Hawaii#Nachtleben
Einkaufen
Siehe auch: Hawaii#Einkaufen
Sicherheit
Siehe auch: Hawaii#Sicherheit
Die Vulkane prägen auf Big Island das Landschaftsbild. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendein Lavastrom fließt und Orte oder die Straßen bedroht. Ein Lavastrom ist meist nicht alleine unterwegs, sondern es besteht die Gefahr, dass man von mehreren eingekesselt wird. In ihrer Nähe ist es sehr heiß, Gebrauchsgegenstände können sich entzünden, Autoreifen platzen. Die schwefelhaltigen Gase und Dämpfe – die aus der Caldera des Kīlauea ständig aufsteigen – sind giftig und sollten keinesfalls eingeatmet werden.
Literatur
- Greg Ward, The Rough Guide to Hawaii, Rough Guides, 2011; ISBN 978-1405385756.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Patrick Vinton Kirch, On the Road of the Winds, University of California Press, 2017, S. 200
- ↑ Armin E. Möller, Hawaii - Reiseführer von Iwanowski, Iwanowski's Reisebuchverlag, 12. Auflage, 2025, S. 342 ff.
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