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Der Great Sand Dunes-Nationalpark ist ein 603,1 km² großer Nationalpark im US-Bundesstaat Colorado.
Hintergrund
Der Great Sand Dunes National Park ist benannt nach den
- Great Sand Dunes (aus englisch: „Große Sanddünen“), die mit einer Fläche von etwa 80 km² und einer Höhe von maximal 229 Metern den Kern des Nationalparks bilden.
Geschichte
Die Sanddünen in der Gegend dürften etwa 10000 vor Christus entstanden sein durch die Sandablagerungen des Rio Grande, seiner Nebenflüsse und des prähistorischen und längst ausgetrockneten Sees Lake Alamosa. West- oder Südwestwinde haben über tausende Jahre die Sandkörner fortgeweht und sie an den östlichen Sangre de Cristo Mountains abgelagert. Weitere Winde schließlich türmten diesen Sand zu Dünen auf, die sich auch heute ständig bewegen und umformen. Die auch damals unwirtliche Gegend wurde von den indigenen Navajos und Utes bewohnt.
Der erste Weiße, der die Gegend betrat, war Leutnant Zebulon Pike mit dem Auftrag, das von Frankreich erworbene Louisiana zu erforschen.1] Im tiefen Winter überschritt er am 27. / 28. Januar 1807 den Medano Pass oder den Mosca Pass – er war sich nicht sicher – und erblickte die Sanddünen. Er schrieb in sein Tagebuch: „Die Sanddünen erscheinen optisch wie die See bei einem Sturm, nur in anderen Farben“ und verfasste damit die erste schriftliche Dokumentation über die Sanddünen. Der Entdecker [John C. Frémont überquerte am 8. Dezember 1848 den Medano-Pass auf der Suche nach einer geeigneten Eisenbahnroute, empfand die Gegend hierfür aber als ungeeignet.
Ab 1864 begannen spanisch-mexikanische Siedler mit der Farmwirtschaft. Einer der ersten war Teofilo Trujillo, der bei seiner Ranch 1864 nördlich des Dollar Lake auf Widerstand durch die Ute stieß.[2] Es entstanden nachfolgend 1864 die Zapata-Ranch und die Baca-Ranch und 1877 die Medano Ranch. Der Goldsucher John Duncan fand um 1892 Gold nahe dem Milwaukee Hill, wo die heutige nach ihm benannte Geisterstadt Duncan entstand. Auf der Medano-Ranch mussten 1902 Schafe getötet werden, weil sie den kargen Boden zu stark abgrasten.
Als der oberste Aufseher des Yellowstone-Nationalparks Roger Toll am 13. / 14. Februar 1931 die Dünen erblickte, schlug er die Errichtung eines Schutzgebiets vor.[3] Daraufhin erhielten die Sanddünen und das sie umgebende Gebiet am 17. März 1932 den Schutzstatus eines National Monuments. Im Juli 1999 erwarb die Nature Conservancy die Medano- und Zapata-Ranch und 2004 die Baca-Ranch, was die Voraussetzung für die Schaffung eines Nationalparks schuf.
Am 22. November 2000 unterzeichnete der damalige US-Präsident Bill Clinton das Gesetz zur Einrichtung des Nationalparks, nachdem die Landfläche des Schutzgebiets durch den Ankauf der Farmen vergrößert wurde. Die Erweiterungsflächen unterliegen dem geringeren Schutzstatus einer National Preserve, wo die Jagd gestattet ist. Die Eröffnung des Nationalparks fand am 13. September 2004 statt, so dass er zu den jüngeren US-Nationalparks gehört.
Klima, Flora und Fauna
Beste Reisezeit ist Mai bis September. Höchste Durchschnittstemperaturen werden im Juli tagsüber mit 28 °C und höher und nachts mit 12 °C erwartet. Die Sandoberfläche kann extrem heiß werden mit bis zu 150 °C. Im Winter beginnt der erste Nachtfrost im November mit -5 °C, der höchste Nachtfrost stellt sich im Januar mit -11 °C ein. Tagsüber friert es im nur auf den Höhenlagen. Der März ist der schneereichste Monat; es kann zu Schneestürmen kommen, wobei der Schnee auf den Dünen oft schnell schmilzt. Im Winter fällt der wenigste Niederschlag, dagegen haben Juli/August mit 7 Regentagen den meisten Niederschlag, der zu Überschwemmungen führen kann. Wegen der Höhenlage gibt es extreme Temperaturschwankungen.
Die Höhenlage limitiert die Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen. Unter den 46 Säugetierarten des Nationalparks befinden sich Schwarzbären, Dickhornschafe, Elche, Gabelhornantilopen, Kojoten und Maultiere. Reptilien sind höhenbedingt wenige anzutreffen, darunter die größte Art und häufig anzutreffende Bullennatter. Es können mindestens 250 Vogelarten beobachtet werden. Zu den wenigstens 250 Pflanzenarten gehören unter anderem Goldlack, Igelsäulenkaktus, Schöterich oder Wildrose; allein 20 Arten befinden sich in den Sanddünen. Zu den wichtigsten Baumarten gehören Espe, Pappel, Pinyon-Kiefer (Nuss-Kiefer) und Wacholder.
Reisevorbereitung
Der Great Sand Dunes-Nationalpark wird kein eigenständiges Reiseziel sein, sondern Teil einer Rundreise durch den Südwesten der USA. In der besten Reisezeit zwischen Mai und September kann es durch das kontinentale Klima tagsüber sehr heiß werden und höhenbedingt nachts stark abkühlen. In den Monaten Mai und September und an den Werktagen ist der Park schwach frequentiert. Da die Versorgung im Park mangelhaft ist, sollten Proviant, Getränke und für Autos genügend Benzin mitgebracht werden. Die Sandpisten im Park erfordern die Erfahrung über Off-Road-Driving in Allradfahrzeugen.
Anreise
Der Nationalpark ist sehr abgelegen und kann nur auf der Straße erreicht werden. Von Denver wird der Interstate Richtung Süd bis zum Exit 52 und von dort der U.S. Highway bis zum Hinweisschild auf den Nationalpark befahren, wohin der Colorado State Highway

(Foto: Fredddie, Public domain)
als exklusive Zufahrtsstraße führt (ab Denver 378 km). Vom Hinweisschild sind es 6 km bis zum Besucherzentrum.
Streckenverlauf
Es gibt lediglich ein unbenanntes Einfahrts-/Ausfahrtstor (englisch: entrance gate) im Süden des Parks. Bis zu diesem Gate führt der Colorado State Highway , der sich im Park als asphaltierte Stichstraße fortsetzt und an einem Wendekreis im Park endet.
Übersicht
Der Colorado State Highway hat nur den Zweck, den Nationalpark an das Straßennetz anzubinden. Er setzt sich im Park als asphaltierte Parkstraße fort, die nach 6,4 Kilometern endet.
| geografischer Ort | Entfernung in km |
|---|---|
| Parkeinfahrt | 0,0 |
| Great Sand Dunes Visitor Center | 1,9 |
| Amphitheatre | 2,0 |
| Point of No Return | 2,5 |
| Gesamtstrecke | 6,4 |
Einzelheiten

Die Sanddünen vor den Sangre de Cristo Mountains (Foto: mark byzewski, CC BY 2.0)

Jeden Tag verändert der Wind die Formen der Dünen (Foto: mark byzewski, CC BY 2.0)

Sanddünen und der Medano Creek (Foto: mark byzewski, CC BY 2.0)

Blick vom Mosca-Pass (Foto: Great Sand Dunes National Park and Preserve, Public domain)

Jicarilla-Apachen beim Tanz vor den Sanddünen (Foto: Great Sand Dunes National Park and Preserve, Public domain)
Fahrt über den Colorado State Highway

(Foto: Fredddie, Public domain)
Der Colorado State Highway verläuft innerhalb des Nationalparks von der Parkeinfahrt zum Visitor Center als asphaltierte Parkstraße und endet nach 6,4 km an einem Wendekreis, von wo aus mit einem normalen Pkw die Rückfahrt anzutreten ist. Für die nördliche Fortsetzung ist ein Allradantrieb mit hoher Bodenfreiheit erforderlich.
Great Sand Dunes Park Headquarters das Hauptquartier der Parkverwaltung mit Park-Rangern, die bereitwillig Auskunft geben.
- Great Sand Dunes Visitor Center von 09:00 bis 16:30 Uhr täglich und ganzjährig geöffnet. Gezeigt wird ein 20-minütiges Video, verkauft werden kleine Speisen und Getränke. Ein erster Ausblick auf die Sanddünen ist hier möglich. Hier beginnen die Rundwanderwege.
Interpretive Loop Trail 600 Meter langer Rundwanderweg zu den Sanddünen.
- Mosca Pass Trail 11 km langer Rundwanderweg, der den Colorado State Highway 150 kreuzt.
- Mosca Pass 2961 m hoher Bergpass.
- Mosca Spring 2530 m hoch liegende Wasserfläche des Medano Creek.
- Abzweig zur Medano Creek Road / Dunes Road eine asphaltierte Straße, die an einem Parkplatz mit Picknick-Platz endet. Von hier aus gibt es einen Ausblick auf die.
High Dune eine 198 Meter hohe Sanddüne auf einer Höhe von 2650 m. Vom Parkplatz führt ein Wanderweg nach 1 Stunde Wanderung zur Düne.
- Star Dune mit 229 Metern die höchste Düne im Park. Von der High Dune aus ist eine Wanderung von nochmals 1,5 Stunden bis zur Star Dune erforderlich. Hin- und Rückweg benötigen 5 Stunden Wanderung. Höhe und Form der Dünen ändern sich aufgrund der Windverhältnisse täglich.
- Hidden Dune auf einer Höhe von 2671 Metern ist die bis zu 225 m hohe Düne oft mit der Star Dune verbunden oder durch sie verdeckt. Deshalb findet man hier nur wenige Touristen.
- Dunes Amphitheatre ist kein Gebäude, sondern der Arena-ähnliche Ausblick auf die Sanddünen und die umgebenden Sagre de Cristo Mountains.
- Wendekreis die asphaltierte Parkstraße Colorado State Highway 150 endet in einem Wendekreis, von dem mit einem normalen Pkw die Rückfahrt auf derselben Strecke angetreten werden muss. Die Weiterfahrt Richtung Norden kann alternativ über die Medano Pass Primitive Road fortgesetzt werden, hierfür ist ein Allradfahrzeug mit hoher Bodenfreiheit erforderlich.
Der
- Tijeras Peak ist mit 4148 m der höchste Berg im Nationalpark und liegt abgelegen an der westlichen Parkgrenze. Hier in der Sangre de Cristo Range befinden sich auch weitere Viertausender wie der Milwaukee Peak (4124 m) oder der Cleveland Peak (4075 m). Der 3661 m hohe Mount Zwischen liegt „zwischen“ dem Mosco- und Medano-Pass; sein deutscher Name ist kein Zufall.
Fahrt über die Medano Pass Primitive Road

Die Medano Pass Primitive Road am Mosca-Pass (Foto: Jeffrey Beall, CC BY 4.0)
In der Nähe des Wendekreises beginnt die Richtung Norden führende, 40 km lange Tiefsandpiste Medano Pass Primitive Road (spanisch: medano, „Düne“), die nur mit einem Allradantrieb mit hoher Bodenfreiheit befahren werden kann. Sie ist zwischen Mai und Dezember geöffnet und führt mehr oder weniger parallel zum mehrfach zu überfahrenden
Medano Creek ist einer der größeren, nur saisonal vorhandenen Bäche im Park. Nach der Schneeschmelze beginnt der Bach etwa ab Mai zu fließen. Da neuer Sand gleichmäßig in das Wasser rieselt, findet der Medano Creek kein stabiles und dauerhaftes Flussbett. So entstehen kleine Unterwasser-Dünen, die Dämme bilden und durch den Wasserdruck wieder zusammenbrechen. Daraus resultieren in Intervallen Brandungswellen, die zu Zeiten bei hohem Wasserstand bis zu 30 Zentimeter hoch werden können. Der Bach fließt nur für wenige Wochen.
- Point of no return der „Punkt ohne Rückkehr“ ist ein Parkplatz, auf dem man sich entscheiden muss, die Tiefsandstrecke der Medano Pass Primitive Road weiter zu befahren über 19 km bis zum Medano Pass oder zurückzukehren.
- Sand Pit hier am Picknick-Platz beginnt der gleichnamige Wanderweg.
- Castle Creek hier am Picknick-Platz besteht ein Zugang zum gleichnamigen Picknick-Platz.
- Medano Pass 3060 m hoher Bergpass mit herrlichem Ausblick auf den Park. Hier beginnt die Great Sand Dunes National Preserve.
Vom Medano-Pass an heißt die Sandpiste Medano Pass Road, die außerhalb des Parks in die Colorado County Road 559 und diese in den Colorado State Highway Richtung
- Gardner an der Ostseite der Sangre de Christo Mountains übergeht (40 km).
Gebühren / Permits
Autos kosten US-$ 25, Motorräder US-$ 20. Der America The Beautiful Pass ist gültig. Parken über Nacht im Nationalpark bedarf einer Erlaubnis.
Aktivitäten
Wanderungen im Tiefsand sind sehr anstrengend. Von vielen Wanderwegen seien erwähnt der Mosca Pass Trail, ein 11 km langer Rundweg und der Sand Ramp Trail, ein 35 km langer Rundweg.
Auf den Sanddünen ist Sandsledding möglich, bei dem man auf den einem Snowboard nachempfundenen Sandsleds die Dünen hinuntergleiten kann. Die Sandsleds können im Oasis Sled Rental am Parkeingang gemietet werden.
Picknick ist auf vorhandenen Picknick-Plätzen möglich. Von den Sanddünen aus kann nachts eine gute Sternenbeobachtung erfolgen, da es hier kaum Lichtverschmutzung gibt.
Unterkunft / Versorgung
Gegenüber dem Besucherzentrum befindet sich der Laden Mosca Pit Stop, im Park der Mosca Pass Outpost, wo es Snacks und Getränke gibt. Am Parkeingang befindet sich das Oasis Restaurant and Store, geöffnet Mai bis September. Die Mountain Master Off-Road Tours bieten Touren im Park mit ortskundigen Fahrern an.
Im Park gibt es keine lizenzierten Lodges. Außerhalb des Parks befinden sich die Great Sand Dunes Lodge (18 Zimmer) mit Restaurant und Laden, Oasis Duplex Motel (nur 2 Zimmer) oder das Rustic Rook Resort (30 Zimmer).
Im Park gibt es mehrere Campingplätze, darunter der Piñon Flats Campground (88 Plätze; von April bis Oktober geöffnet) oder Little Medano Campsite. Außerhalb liegt unter anderem der Oasis Campground.
Gesundheit
Die Haut ist im Park einer intensiven Sonnenbestrahlung, verstärkt durch die Reflexion der Sanddünen, ausgesetzt. Deshalb ist mehrdimensionaler Sonnenschutz durch Kleidung (Mützen, Kleidung mit hohem Lichtschutzfaktor, Sonnenbrillen) und Cremes erforderlich.
Sicherheit
Außerhalb der asphaltierten und 6,4 km kurzen Stichstraße ist ein Allradantrieb mit hoher Bodenfreiheit erforderlich, da es sich um einspurige Tiefsandpisten handelt und sich ständig verändernde Fahrspuren (englisch: galleys) vorhanden sind. Hierfür sollte der Reifendruck auf 0,8 bis 1,5 bar gesenkt werden, um die Aufstandsfläche zu vergrößern. Der größere Kontaktbereich verteilt das Gewicht besser und verhindert, dass die Reifen im Sand durchdrehen oder sich eingraben; das Fahrzeug „schwimmt“ weniger. Am Parkplatz Point of No Return muss man sich entscheiden, ob man mit dem Allradfahrzeug weiter fährt oder die Wanderung beginnt.
Hinter dem Point of No Return warten 6,5 km kurvenreiche Tiefsandstrecke und 9 brückenlose Bach-Überquerungen. Zudem gibt es auf den ersten 7 km nur zwei Stellen, an denen man noch umkehren kann. Dies sind die Picknickplätze Sand Pit (nach 3 km) und Castle Creek (nach weiteren 4 km). Für die gesamte Strecke sollte man ohne Stopps etwa 3,5 bis 4 Stunden einplanen. Die Sandpisten sind von geringem Schwierigkeitsgrad – gemessen an manch einer Safari-Sandpiste in Afrika. Die Hinfahrt muss so rechtzeitig angetreten werden, dass man bei der Rückfahrt nicht in die Dunkelheit gerät.
Literatur
Charlie and Diane Winger, The Essential Guide to Great Sand Dunes National Park and Preserve, Colorado Mountain Club Press, 2003; ISBN 978-0972441315.
Einzelnachweise
- ↑ Mike Butler, Great Sand Dunes National Park, Arcadia Publishing, 2013, S. 8
- ↑ Michael M. Geary, Sea of Sand: A History of Great Sand Dunes National Park and Preserve, University of Oklahoma, 2016, S. 83
- ↑ Mike Butler, Great Sand Dunes National Park, Arcadia Publishing, 2013, S. 9
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