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Cette page existe aussi en Français : Grand Canyon : guide de voyage
Der Grand Canyon ist ein durch den Colorado River gebildeter Canyon in den Vereinigten Staaten von Amerika im Norden von Arizona, dessen größter Teil mit einer Fläche von 4.862,89 km² als Nationalpark geschützt ist und eines der wichtigsten Touristenziele in den USA darstellt.
Hintergrund
Geologisch handelt es sich beim Grand Canyon um ein Hochgebirgsplateau, in das sich im Laufe von Millionen Jahren der Colorado River eingegraben hat. Der Höhenunterschied vom Fluss bis zur obersten Plateau-Ebene beträgt bis zu 1800 Meter. Der Grand Canyon ist 446 km lang und zwischen 6 und 30 km breit. Die Besonderheit des Grand Canyons ist, dass der Rand (englisch: rim) auf einem Hochplateau liegt. Dieses wird durch den Fluss in einen Nordrand (englisch: north rim) und einen Südrand (englisch: south rim) geteilt. Wenn man sich dem Grand Canyon nähert, befindet man sich auf einem relativ ebenen Gelände mit nur wenigen sichtbaren kleinen Bergen. Das sich dann erschließende Tal ist dazu ein krasser Gegensatz und sehr beeindruckend. Da die Luft in dem trockenen, dünn besiedelten Landesteil relativ klar ist, sollte man sich ein heimisches Vergleichsmaß in Erinnerung rufen, damit man die Entfernung zu dem ca. 20 km entfernten anderen Rand des Grand Canyon richtig einschätzen kann.
Der Grand Canyon wird allgemein in drei Landschaftsgebiete aufgeteilt, den North Rim (Nordrand), South Rim (Südrand) und den inneren Canyon.
Das Wort „Canyon“ (spanisch: cañón, „Schlucht, Graben“) wurde als Fremdwort in die amerikanische Sprache eingeführt und wird für viele Nationalparks (Bryce Canyon National Park, Canyonlands National Park) und Landschaften (Antelope Canyon) verwendet. Arizona besitzt den Beinamen „The Grand Canyon State“. Der Grand Canyon-Nationalpark ist der wesentliche Teil des Grand Canyon.
Durch seine bizarren Formen, seine Vielfarbigkeit je nach Sonnenstand und riesigen Dimensionen ist er ehrfurchtgebietend und faszinierend. Der Grand Canyon ist neben dem Empire State Building der am häufigsten besuchte Ort der USA. Fünf Millionen Besucher kommen jedes Jahr hierher.
Der Grand Canyon ist – entgegen einer weit verbreiteten Behauptung – nicht die größte Schlucht der Welt. Bereits der Barranca del Cobre (Copper Canyon, Kupfercanyon) in Mexiko ist genauso tief und flächenmäßig viermal größer. Darüber hinaus finden sich die drei größten Schluchten der Welt allesamt im Himalaya.
Geschichte
Entstehung der Landschaft
Die Gesteinsschichten des Grand Canyons sind zwischen 260 Mio. und 1,8 Mrd. Jahre alt. Die obere Gesteinsschicht besteht aus 260 Mio. Jahre altem Kaibab-Kalkstein. Unten im Canyon existieren Gneise und Schiefer, die 1,8 Mrd. Jahre alt sind. Der Canyon bildete sich in den letzten 5-6 Mio. Jahren. Die unteren 600 m sind offenbar erst vor 750.000 Jahren vom Colorado River herausgewaschen worden. Darüber sind sich aber nicht alle Geologen einig. Vor 70 Mio. Jahren wurde das Colorado Plateau auf über 3.000 m angehoben. Ursache war ein beim Zusammenstoß tektonischer Platten verursachter riesiger Druck. Dabei wurden keine Faltungen oder andere Verformungen der Schichten erzeugt. Der Colorado River schnitt nun auf dem Weg zum Meer das tiefe Tal, den Canyon, in das Plateau. Am Yavapai Point fließt der Fluss 1.400 m unterhalb der South Rim, aber er ist immer noch 750 m über dem Meeresspiegel. Die Wände des entstehenden Canyons wurden durch Frost, Wurzeln von Pflanzen, Wasser und Wind weiter erodiert. Der Fluss transportierte das Material in den Golf von Kalifornien ab.
Erschließung und Besiedlung
In der Gegend lebten zwischen 500 und 1250 die indigenen Anasazi. Sie besiedelten zunächst den Osten des Canyons und gründeten über 2000 Siedlungen.1] Wohl wegen einer großen Dürre verließen die Anasazi nach 1250 die Region. Im Jahre 1539 gelangte als erster Europäer der Franziskaner [Marcos de Niza in die Gegend, ein Jahr später erkundete im September oder Oktober 1540 der Spanier García López de Cárdenas Teile des südlichen Grand Canyon2], ohne jedoch die tief eingeschnittene Schlucht des [Colorado River zu betreten.3] Cárdenas gilt damit als Entdecker des Grand Canyon. 1626 missionierten die Franziskaner die Hopi-Indianer, 1752 entstand durch die Spanier die erste europäische Siedlung namens [Tubac.4] 1821 übernahm das unabhängig gewordene [Mexiko die Region Arizona und damit auch den Grand Canyon. Die Region wurde erst 1848 von den USA erworben. Der Geologe und Entdecker John Wesley Powell durchquerte mit seiner Mannschaft auf dem Colorado River erstmals 1869 den Canyon.5] Der Grand Canyon ist seit 1893 als Waldreservat ([englisch: Forest Reserve) geschützt.
Im Jahre 1901 entstand der Bahnhof Grand Canyon Depot, der eine 104 km lange und von der legendären Atchinson, Topeka & Santa Fe-Railway betriebene Eisenbahnverbindung zum südlich gelegenen Williams herstellte. Am 17. September 1901 erreichten die ersten Zugpassagiere den Bahnhof am Südrand des Grand Canyon. Der Nationalpark wurde am 26. Februar 1919 gegründet. Ab 1920 entstand eine Straße zwischen Williams und dem Südrand, der heutigen Arizona State Route . Die Eröffnung der Phantom Ranch fand im November 1922 statt. Die Santa Fe-Railway stellte ihren Personenzug-Dienst im Juli 1968 ein und die Strecke verfiel, bis im Juli 1990 der Personenverkehr durch die Grand Canyon Railway wieder aufgenommen wurde. Heute fährt der Touristenzug (fingierte Raubüberfälle auf den Zug inbegriffen) täglich von der Williams Station zum Südrand des Grand Canyon und zurück.[6] 1979 ernannte die UNESCO den Grand Canyon zum Weltnaturerbe.[7]
Eine plötzliche Sturzflut (englisch: flash flood)) auf dem Colorado River und seinen Nebenflüssen wie dem Bright Angel Creek zerstörte am 29. August 2026 die 736 m lange Silver Bridge.
Klima, Flora und Fauna
Wintereinbruch Mitte Mai 2008 (Foto: Horst Goertz, CC BY-SA 3.0)
Wapiti Hirsch am South Rim (Foto: Horst Goertz, CC BY-SA 3.0)
Scarlet Gilia blüht am South Rim im Mai 2008 (Foto: Horst Goertz, CC BY-SA 3.0)
In den Sommermonaten ist es im Canyon heiß mit Tagestemperaturen von über 33 °C, auf dem Plateau dagegen sind es angenehme 20-25 °C. Im Winter kann es am North und am South Rim schneien. Das Wetter kann höhenbedingt sehr wechselhaft sein. Im Mai 2008 gab es sowohl Tage mit Schneetreiben als auch Sommertage mit über 20 °C.
Im Nationalpark leben 91 Tierarten, darunter Berglöwen (Puma), Dickhornschafe, Graufüchse, kalifornische Kondore, Präriehunde, aber weder Grizzly- noch Schwarzbären. Hinzu kommen noch mehr als 450 Vogelarten, acht Amphibienarten sowie 47 Reptilienarten wie die charakteristische Klapperschlange, die auch auf oder an Wanderwegen gesichtet wird. Bisher wurden 1443 Arten von Wirbellosen erkannt. Ihre Lebensbereiche erstrecken sich durch alle Vegetations- und Klimazonen.
Unter den 1.737 Pflanzenarten befinden sich dem Wüstenklima resistente Arten, darunter um die 200 Baumarten wie die Blaufichte, Douglasie oder Ponderosa-Kiefer.
Anreise
Mit dem Auto/Bus
Der Ort der Anreise hängt davon ab, ob der North Rim („Nordrand“) des Parks oder der South Rim („Südrand“) als Reiseziel gewählt werden.
North Rim:
Von Salt Lake City zum Nordrand des Parks sind es 627 km. Dazu fährt man auf dem Interstate Highway Süd bis zum Exit 95, wo man auf die Utah Ost abbiegt, dann rechts abbiegt und auf die Utah Süd fährt. In Fredonia wechselt man auf die Arizona Süd bis zum Visitor Center. Diese Straße ist zwischen Oktober und April gesperrt.
- Von Las Vegas sind es 422 km. Dazu fährt man auf dem Interstate Highway Nord bis Exit 16, von wo auf die Utah State Route Ost abgebogen wird. In Hurricane wechselt man auf den Süd nach Colorado City, der in Arizona als Richtung Osten bezeichnet wird. In Fredonia wechselt man auf die Süd bis Jacob Lake und dann auf die Süd zum Visitor Center.
- South Rim:
Von Phoenix zum Südrand des Parks sind es 355 km. Dazu fährt man den Interstate Highway Nord bis Exit 340A. Von dort bis Exit 340B zum Interstate Highway Richtung West und dann bei Williams Junction auf die Arizona zum Visitor Center.
- Von Flagstaff kann man entweder etwa 100 km lang den US-Highway nach Valle nehmen. Das ist eine zweispurige Straße durch dichte Bergwälder. Oder man kann aber zunächst die mehrspurige Interstate 40 () westwärts bis nach Williams fahren (ca. 48 km) und dort dann auf die Arizona State Route 64 (geringfügig breiter, weniger bergig) fahren. Beide Strecken sind insgesamt ca. 145 km lang.
Obwohl sich Nord- und Südrand auf Sichtweite gegenüber liegen, sind sie per Auto nur über Umwege zu erreichen. Die Fahrt vom Nord- zum Südrand oder umgekehrt führt über eine Strecke von 346 km und erfordert knapp 5 Stunden. Wanderer dagegen können über die
- Kaibab Trail Suspension Bridge („Black Bridge“) den Colorado River überqueren und den Nordrand schnell erreichen.
Die meisten Touristen beschränken sich auf den besser erschlossenen Südrand, an dem der Touristenort Grand Canyon Village liegt. Wer beispielsweise von Phoenix zum Nordrand anreisen möchte, muss größere Umwege in Kauf nehmen.
Mit dem Flugzeug
Man kann von Las Vegas mit Kleinflugzeugen zum Tusayan Airport fliegen.
Eisenbahn
Zug im Bahnhof des Grand Canyon Village (Foto: Jens Reimann ( (WT/de) Jensre ), CC BY-SA 1.0)
Von Williams fährt täglich ein von einer Dampflokomotive gezogener, mit klimatisierten Wagen bespannter Touristen-Zug zum Grand Canyon Depot.
Mobilität
Am Südrand des Canyons (South Rim) verkehren kostenlose Shuttle-Busse auf vier Routen (im Winter zwei Routen):
Die Village Route bedient das Grand Canyon Village mit den Hotels und Restaurants sowie das Visitor Center.
- Die Kaibab Route beginnt an der Canyon View Information Plaza und führt nach Osten u.a. zum South Kaibab Trailhead.
- Die Hermits Rest Route beginnt im Grand Canyon Village und führt 13 km zu den Aussichtspunkten in westlicher Richtung bis Hermits Rest. Sie verkehrt vom 1. März bis 30. November. In dieser Zeit ist die Straße für private Pkw gesperrt. Die Busse fahren alle 15 Minuten. Während der Hinfahrt hält der Bus an allen Haltepunkten, auf der Rückfahrt nur am Monument Creek Vista, Mohave Point und Powell Point.
- Die Tusayan Route führt vom Visitor Center nach Tusayan.
Wer vom Nord- zum Südteil oder umgekehrt reisen möchte, kann den Trans Canyon Shuttle Rim to Rim benutzen, für den eine frühzeitige Reservierung erforderlich ist.
Streckenverlauf
Der Grand Canyon-Nationalpark ist kein „Drive-through“-Nationalpark wie die meisten US-Nationalparks. Wer die wichtigsten Sehenswürdigkeiten erkunden will, muss wandern.
Übersicht
Die asphaltierten Straßen im Park sind die Fortsetzung der offiziell zum Park hineinführenden Straßen (im Norden die , im Süden die ), welche das jeweilige Visitor Center innerhalb des Nord- und innerhalb des Südrands miteinander verbinden. Die Trennlinie zwischen Nord- und Südrand bildet der Colorado River.
Einzelheiten
North Rim

Blick vom Bright Angel Point (Foto: Famartin, CC BY-SA 3.0)
Das
- North Rim Visitor Center liegt auf einer Höhe von 2516 m. Von hier aus gelangt man zum Bright Angel Point. Dies ist der populärste Aussichtspunkt des Nordrandes und ermöglicht einen Blick über den Nordrand des Grand Canyon auf den Bright Angel Canyon. Ein Abzweig Richtung Nordosten führt zum Point Imperial und ist auf der höchsten Ebene mit 2683 m, der nördlichste Punkt. Die Straße führt über das Walhalla Plateau, wo die früheren Pueblo-Indianer Landwirtschaft betrieben, vorbei zum 1914 m hoch gelegenen Venus Temple. Etwas südlich gelegen ist das Cape Royal mit Blick auf den Vishnu Temple (2296 m).
South Rim
Der Lipan Point - Hance Rapids (Foto: Horst Goertz, CC BY-SA 3.0)
Der Hopi Point (Foto: Horst Goertz, CC BY-SA 3.0)
Das Grand Canyon Visitor Center liegt auf einer Höhe von 2091 m. Richtung Osten führt der Desert View Drive (Arizona State Route ) zum Mather Point und Grandview Point. Neben des Colorado Rivers ist hier insbesondere die Horseshoe Mesa zu sehen. Weiter östlich folgt das Tusayan Museum, ein seit 1932 bestehendes Museum mit der Kunst der Indigenen. Es folgt das als Wachturm errichtete Steinhaus Desert View Watchtower Historic District. Das in der Nähe befindliche Desert View Visitor Center ist 2267 m hoch gelegen und liegt im äußersten Osten des Nationalparks. In der Nähe, ebenfalls am Desert View Drive, liegt der 2243 m hohe Lipan Point. Er bietet einen großartigen Blick auf den Colorado River und seine Stromschnellen. Man sieht rechts eine Schleife des Colorado an der Mündung des Unkar Creeks und links die Stromschnellen Hance Rapids. Hier kann man auch gut die verschiedenen Gesteinsschichten erkennen. Entlang der Hermit Road kann mit dem Shuttle-Bus der Maricopa Point erreicht werden mit einem guten Rundblick. Der Yaki Point ist der einzige Aussichtspunkt, der nicht mit einem privaten Pkw erreicht werden kann, sondern nur mit dem Shuttle-Bus. Zur Cedar Ridge führt ein gleichnamiger Wanderweg, die ein kleines Plateau auf einem Felsrücken bildet, der in den Canyon hineinragt.
Westlich vom Grand Canyon Visitor Center gelangt man zum Hopi Point mit Blick auf den Isis Temple und den Diana Temple. Der westliche Endpunkt der Straße bildet der Hermits Rest Overlook mit Blick auf den Tower of Ra
Westrand
Am Westrand – bereits außerhalb der Parkgrenzen – liegt der berühmte
Colin Grand Canyon Skywalk (Erreichbar ist der Westrim von Kingman (Route 66) auf befestigten Straßen.) Eine spektakuläre Aussichtsplattform mit Glasboden, der im Abstand von 21 Metern vom Rand des Grand Canyon entfernt ist und von dem man 1200 Meter nach unten schauen kann. Der Skywalk befindet sich am West Rim und gehört nicht zum Gebiet des Nationalparks, er liegt im Gebiet der Hualapai-Indianer. Daher muss hier gesonderter Eintritt gezahlt werden. Auf dem Skywalk dürfen keine persönlichen Gegenstände mitgenommen werden. Diese können in kostenlosen Gepäckfächern aufbewahrt werden. Fotografieren ist verboten. Vor dem Betreten des Skywalks findet eine Sicherheitsinspektion statt, um zu überprüfen, dass der Besucher tatsächlich alle persönlichen Sachen in den Gepäckschließfächern gelassen hat. Der Bau des Skywalks war ökologisch umstritten und zeigt letztlich, dass das Gewinnstreben religiöse Grundsätze ignoriert. Preis: 68 $. Darin eingeschlossen sind der Besuch von drei Aussichtspunkten, der Shuttle-Transport und Fotografiermöglichkeiten, falls ein einheimischer Führer dabei ist.
Bilder

(Foto: Grand Canyon National Park, CC BY 2.0)
Visitor Center / North Rim

(Foto: Michael Quinn (National Park Service), Public domain)
Bright Angel Point / North Rim

(Foto: bvi4092, CC BY 2.0)
Der Venus Temple (links) und Apollo Temple (rechts) / North Rim
(Foto: Felix2036 at Dutch Wikipedia, CC BY-SA 3.0)
Cape Royal / North Rim

(Foto: Grand Canyon National Park, Public domain)
Vishnu Temple / North Rim

(Foto: Grand Canyon National Park, Public domain)
Das Grand Canyon Visitor Center / South Rim

(Foto: Grand Canyon National Park, CC BY 2.0)
Tusayan Museum / South Rim

(Foto: Don Graham from Redlands, CA, USA - God bless it!, CC BY-SA 2.0)
Wachturm / South Rim

(Foto: Grand Canyon National Park, CC BY 2.0)
Diana Temple / South Rim

(Foto: Marine 69-71, CC BY-SA 4.0)
Der Bahnhof im Grand Canyon Village / South Rim
Gebühren / Permits
Der Eintritt beträgt für einen Pkw US-$ 35, für ein Motorrad US-$ 30. Fußgänger und Radfahrer bezahlen US-$ 20. Die Zahlung berechtigt zum Besuch des Nationalparks an sieben aufeinanderfolgenden Tagen. Für Übernachtungen fallen zusätzliche Gebühren an. Der Jahrespass für alle Nationalparks der USA (America the Beautiful) kostet US-$ 80. Beim Kauf werden bereits gezahlte Eintrittsgebühren bei Vorlage der Quittung angerechnet. Ausländer zahlen zusätzlich zu diesen Gebühren noch einen Aufschlag von US-$ 100.
Aktivitäten

Die Kaibab Trail Suspension Bridge (Foto: Fredlyfish4, CC BY-SA 3.0)
Sehr beliebt sind die Wanderwege (
- englisch: trails) zum Colorado River ins Tal des Grand Canyons. Die Trips sind nicht ungefährlich, und es gibt jedes Jahr Tote aufgrund von Selbstüberschätzung. Es wird dringend davon abgeraten, den Hin- und Rückweg an einem Tag zu bestreiten, da es ab Mai extrem heiß wird und schnell die Wasservorräte ausgehen. Man kann am Colorado River in der Phantom Ranch übernachten, doch man sollte hier wenigstens ein Jahr in Voraus reservieren. Man kann aber auch nur einen Teil des Weges bestreiten und nach der Hälfte der Strecke wieder umkehren. Aber auch hier sollte man aufgrund der hohen Temperaturen früh aufbrechen und genügend Wasser mitnehmen. Die Wasservorräte können unterwegs nicht wieder aufgefüllt werden.
Rim Trail führt am South Rim entlang. Man verbindet die Wanderung mit einer Shuttle-Bustour. Man kann jederzeit aussteigen und beliebig lange wandern und an der nächsten Haltestelle wieder einsteigen. Der Wanderweg ist nur westlich des Maricopa Points unbefestigt. Er ist 21 Kilometer lang und beginnt am.
- Bright Angel Trail beginnt westlich der Bright Angel Lodge und führt in den Canyon. Man kann etwa 2,4 km bis zur ersten Station mit Toiletten (nur Mai bis Oktober) gehen und dann umkehren. Der Höhenunterschied beträgt 342 m, der Weg ist steil und bietet nur teilweise Schatten. Man sollte 2-4 Stunden veranschlagen. Wer weitergehen möchte, gelangt nach 4,8 km zur zweiten Station (nur Mai bis Oktober). Der Höhenunterschied beträgt nun schon 644 m (wichtig für den Rückweg). Bis zum Indian Garden sind es 7,4 km mit einem Höhenunterschied von 933 m. Diese Station ist ganzjährig geöffnet. Es gibt Toiletten und Wasser. Hierfür sollte man 6-9 Stunden vorsehen.
Zum Bright Angel Trail gehört die
Bright Angel Suspension Bridge / Silver Bridge die den South Rim über den River Trail mit dem North Rim verbindet und über den Colorado River führt.
- South Kaibab Trail ist ebenfalls steil und bietet wenig Schatten. Er beginnt südlich des Yaki Points, wohin man mit dem Shuttlebus gelangt. Der Weg bietet gute Aussichten, aber Wasser und Toiletten nur am Cedar Ridge. Die erste Station ist der Ook Aah Point nach 2,4 km und 238 m Höhenunterschied. Hierzu benötigt man 1-2 Stunden. Bis zum Cedar Ridge sind es 4,8 km und weitere 347 m Höhenunterschied. Hierzu benötigt man 2-4 Stunden. Zum Trail gehört die.
Kaibab Trail Suspension Bridge / Black Bridge eine 1928 errichtete 134 m lange Fußgängerbrücke für den South Kaibab Trail, die über den Colorado River zum North Rim führt.
- Eine Alternative zum Wandern ist das Reiten auf Mauleseln. Hier kann man auf dem Rücken der Tiere den Weg an einem Tag zum Colorado und zurück bewältigen. Das Gewicht des Reiters ist genau festgelegt, und die Betreiber achten vor Beginn des Ritts auf die Einhaltung der Gewichtsgrenzen. Wer zu schwer ist, darf nicht mitreiten; dann ist auch das vorab bezahlte Entgelt verloren. Die Reittouren sind sehr beliebt, so dass man die Touren sehr frühzeitig buchen sollte.
Abgesehen vom Wandern sind folgende Aktivitäten möglich:
- Bootsfahrten auf dem Colorado River (alle Schwierigkeitsgrade von leichtem bis schwerem Wildwasserfahrten (englisch: white-river-rafting) werden angeboten, entweder im Grand Canyon (Grand Canyon Coach and River Trip) oder in Lee’s Ferry, Las Vegas oder Peach Springs.
- In Tusayan befindet sich der Grand Canyon National Park Airport (IATA: GCN). Hier werden Flüge über den Grand Canyon mit Hubschraubern oder Kleinflugzeugen angeboten.
- In Tusayan gibt es ein IMAX-Kino, das einen realistisch wirkenden 3D-Film über den Grand Canyon zeigt.
Geheimtipp: Die „Diamond Creek Road” in den Grand Canyon
Die 35 km lange Schotterpiste „Diamond Creek Road“ (oder Hualapai Road 6) führt mit guten Straßenbedingungen in die Schlucht des Grand Canyon. Sie ist die einzige in den Grand Canyon hineinführende öffentliche Straße.
Dazu fährt man auf der Route 66 Richtung Westen bis nach
- Peach Springs, einer Ortschaft mit 1100 meist indigenen Hualapai-Einwohnern und Hauptstadt des Hualapai Indian Tribe. Hier holt man sich eine Genehmigung vom Walapai Fishing Game Office, die eine Gebühr von US-$ 15 pro Person kostet. Gleich danach beginnt die ganzjährig offene „Diamond Creek Road“ Richtung Norden in die Schlucht des Colorado River.8] Die Höchstgeschwindigkeit auf der bei trockenem Wetter für normale Pkw befahrbaren Schotterpiste beträgt 16 km/h (10 mp/h). Die breite Piste lässt Gegenverkehr zu. Es gibt keine Serpentinen, nur geringfügiges Wellblechprofil ([englisch: corrugations) und keine Steilabhänge. Im März 1883 eröffnete hier das Farlee Hotel (8 Zimmer) als das erste Hotel am Grand Canyon, das allerdings 1899 wieder schloss.9] Die stets bergab verlaufende Straße ist kaum befahren. Unterwegs kreuzt häufig der Diamond Creek, ein in den Colorado River mündender Bach, nach dem sie benannt ist. Es folgt der Peach Springs Canyon, danach gelangt man zur Grenze des hier beginnenden [Grand Canyon-Nationalpark , wo keine Parkeintrittsgebühr erhoben wird. Je tiefer man in die Schlucht fährt, umso atemberaubender wird der Ausblick auf die majestätischen Felsplateaus. Es folgt die Diamond Creek Campsite. Das Straßenende befindet sich an der Diamond Creek Boat Ramp, die für Bootstouren auf dem Fluss (englisch: white-river rafting) vorgesehen ist. Von hier aus gibt es einen herrlichen Ausblick auf den Diamond Canyon, die Tafelberge des Grand Canyon. Die Piste endet am Colorado River, der hier Stromschnellen (englisch: rapids) aufweist und den die meisten Besucher nur vom Hochplateau in weiter Ferne als kleines Rinnsal sehen können. Auf dem Hochplateau ist der Besucher zu weit entfernt vom North oder South Rim, hier in der Schlucht blickt man direkt auf die Steilwände. Peach Springs liegt 1478 Meter hoch, die Ufer des Colorado River auf einem Höhenniveau von 408 Metern, einer Höhendifferenz von 1070 Metern. Die Diamond Creek Road ist der einzige Zugang zum Colorado River per Auto, ansonsten kann der Fluss nur zu Fuß, per Esel oder durch Wildwasserfahrten im Nationalpark erschlossen werden. Auf der Straße patrouillieren übereifrige Hualapai-Tribal-Ranger. Zeitdauer: Mit Stopps werden für die Hinstrecke 2 Stunden benötigt. Die Straße muss wieder zurückgefahren werden.
Einkaufen
Grand Canyon Village General Store.
- Tusayan General Store und Post Office.
- Navajo Schmuck (zwischen Grand Canyon village und Cameron). Am Straßenrand verkaufen Navajos selbstgemachte Souvenirs.
Küche
- El Tovar Dining Room mit Blick auf den Canyon. Alle Mahlzeiten.
- The Coronado im Best Western Hotel in Tusayan, das am Highway 64 südlich des Grand Canyon Village etwas außerhalb des Parks liegt. Schönes Restaurant mit einer interessanten Menükarte. Ein Menü bestehend aus Crab Cakes und Büffelsteak (26,95 $) einschließlich einer Flasche Kendall Jackson Chardonnay kostete ca. 100,00 $ (für 2 Personen im Mai 2008). Gute Qualität, angenehmes Ambiente.
- Café Tusayan Sirloin Steak bzw. Beef Stroganoff und eine Flasche Fetzer Chardonnay kosteten im Mai 2008 65,00 $ (für 2 Personen). Befriedigende Qualität.
- Tha Canyon Star im Grand Hotel in Tusayan.
- We Cook Pizza & Pasta in der Nähe des General Stores in Tusayan.
Unterkunft

Die El Tovar Lodge (Foto: Mariordo (Mario Roberto Durán Ortiz), CC BY-SA 4.0)
- Am Nordrand:
Kaibab Lodge rustikale Holzhütten mit guter Ausstattung, 2673 m hoch gelegen; 32 Zimmer. Preis: DZ ab 150 US-$. - Im Tal:
Phantom Ranch In der Nähe des Colorado Rivers inmitten der Canyon-Schlucht gelegene, nur 732 m hoch liegende Lodge; 11 Zimmer.
- Am Südrand:
Grand Canyon Village
Bright Angel Lodge Einfache Herberge mit Charme, mindestens ein halbes Jahr vorher reservieren; 90 Zimmer. Preis: DZ zwischen 95 US-$ und 160 US-$. - El Tovar Hotel ältestes (1903) und komfortabelstes Hotel; 78 Zimmer. Preis: DZ zwischen 250 US-$ und 500 US-$.
- Yavapai Lodge größte Unterkunft im Park mit Preisen zwischen US-$ 100 bis US-$ 200 im DZ; 358 Zimmer.
- Thunderbird Lodge 55 Zimmer.
- Tusayan
Holiday Inn Express Preis: DZ ca. 250-300 US-$ inklusive einfachem Frühstück; 197 Zimmer.
- Best Western Premier Grand Canyon Squire Inn zweit größte Unterkunft im Park mit neuem Betreiber; 322 Zimmer. Merkmal: ★★★★.
- The Grand Hotel
- Red Feather Lodge 225 Zimmer.
Weiterhin gibt es fünf Campgrounds im Park und weitere sechs außerhalb des Parks.
Die Unterkünfte im Park sind oft ausgebucht. Eine rechtzeitige Reservierung über Xanterra Parks and Resorts ist zu empfehlen. Die Übernachtungspreise liegen zwischen 55 und 500 $ pro Nacht im DZ.
Einige Fazilitäten wie die Phantom Ranch, einige Wanderwege, Black Bridge und Silver Bridge und der Cottonwood Campground werden wegen der geschilderten Überflutungen voraussichtlich erst ab Mai 2027 wieder zur Verfügung stehen.
Gesundheit
Bei direkter Einreise nach Arizona sind für Deutschland, Österreich und die Schweiz keine Pflichtimpfungen vorgesehen. Auch Impfungen gegen Hepatitis, Dengue-Fieber oder Tollwut sind bei entsprechendem Verhalten nicht erforderlich. Achten sollte man auf die gegenüber Europa deutlich erhöhte UV-Strahlung von 10 oder 11 (extrem hoch bis sehr intensiv). Helle Kleidung (mit langen Ärmeln und Hosen) und Kopfbedeckung, Sonnenbrille sowie Sonnenschutzcreme (Lichtschutzfaktor 50+) werden empfohlen.
Bei Wanderungen können Klapperschlangen gefährlich werden. Bei Sichtung sollte man keinesfalls ihren Weg kreuzen, sondern sich langsam zurückziehen.
Das nächstgelegene Krankenhaus mit Vollversorgung befindet sich im 126 km entfernten Flagstaff (
Sicherheit
Siehe auch: Sicherheit in Arizona
An den Steilhängen des Nord- und Südrandes gibt es keine Geländer oder Gitter, sodass ein Absturz leicht möglich ist. Auch die Wanderwege sind meist steil und steinig, weshalb festes Schuhwerk erforderlich ist. Wanderungen sind mit einem höheren Schwierigkeitsgrad verbunden, der dem Trekking zuzurechnen ist.
Nicht zu vernachlässigen sind besonders im Sommer die enormen Temperaturunterschiede. Während es auf der Hochebene angenehme 20-25 °C sind, herrscht auf dem Niveau des Colorado River große Hitze mit 38-40 °C. Das Höhenniveau kann zu plötzlichen Wetteränderungen führen, bei denen es sogar im Hochsommer zu Schneefall kommen kann.
Beide Straßen am Nord- und Südrand sind zwischen Oktober und Mai gesperrt.
Literatur
Randy Moore/Kara Felicia Witt, The Grand Canyon: An Encyclopedia of Geography, History, and Culture, ABC-CLIO Bloomsbury, 2018; ISBN 978-1610698405.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Gypsy Quill, The Canyon’s Shadow, Xlibris Corporation LLC, 2012, S. 78
- ↑ United States Congress. House/Committee on Interstate and Foreign Commerce (Hrsg.), Renaming of the Grand River, Colorado, United States Government Publishing Office, 1921, S. 17
- ↑ Maurice Isserman/John Stewart Bowman, Exploring North America, 1800-1900, Facts on File, 2005, S. 16
- ↑ Gypsy Quill, The Canyon’s Shadow, Xlibris Corporation LLC, 2012, S. 80
- ↑ John Cooley (Hrsg.), John Wesley Powell: Exploring the Colorado River, Dover Publications Inc., 2012, S. 31 ff.
- ↑ Mike Cox, Finding the Wild West: The Southwest, Globe Pequot Press, 2022, S. 60 f.
- ↑ Angelika Tiefenbacher, Allgemeinbildung, Compact-Verlag, 2011, S. 15
- ↑ United States. National Park Service (Hrsg.), Grand Canyon National Park: Colorado River Management Plan, Northwestern University, 2004, S. 41
- ↑ Randy Moore/Kara Felicia Witt, The Grand Canyon: An Encyclopedia of Geography, History, and Culture, Bloomsbury Academic, 2018, S. 103
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