Der Norden Kanadas ist die subpolare und polare Region Kanadas.
Hintergrund
Nordkanada ist eine schwach besiedelte und schwer zugängliche Region mit unberührten Tundra- und Waldflächen. Es grenzt im Norden an den Arktischen Ozean, im Westen liegt Alaska. Den Hauptanteil der geringen Bevölkerung stellen die Inuit und indigene „First Nations“ wie Dene, Métis, Gwich'in und Tr'ondëk Hwëch. Je weiter nördlich, umso weniger Europäer gibt es. Während im Yukon 65 % weißer Abstammung sind, verringert sich der Anteil in den Nordwest-Territorien auf 38 % und in Nunavut auf knapp 2 %. Hier identifizieren sich 84 % als Inuit, die früher „Eskimo“ genannt wurden. Auf 3,54 Millionen Quadratkilometern (das sind 35 % von Kanadas Landfläche) leben 120.000 Einwohner (0,3 %).
Der Tourismus konzentriert sich auf Yukon, die anderen Gebiete weisen wenig Tourismus auf, hier ist auch die touristische Infrastruktur schwach.
Klima, Flora und Fauna
In Nordkanada herrscht ein subarktisches bis polares Klima mit sehr kurzen, kühlen Sommern und langen, extrem kalten Wintern. Im Sommer (Juli/August) steigen die Tagestemperaturen kaum über 15 °C, weiter im Norden bleiben sie unter 10 °C. Nachts kann es auch im Sommer frieren. Der Winter beginnt im Oktober und dauert bis Mai mit Temperaturen tagsüber bis zu lebensfeindlichen -40 °C oder sogar -50 °C. Nördlich vom Polarkreis bleibt es zwischen Dezember und März auch tagsüber dunkel. Der Niederschlag ist ganzjährig sehr gering (300 mm im Jahr), da kalte Luft wenig Feuchtigkeit speichern kann.
Der extremen Kälte können nur 39 Säugetierarten widerstehen. Dazu gehören die Charaktertiere des Nordens, die Eisbären, sowie Elche, Füchse, Karibus, Moschusochsen, Rentiere, Schwarzbären und Wölfe. Nur 151 Vogelarten können beobachtet werden wie der Weißkopfseeadler. Reptilien sind nicht kälteresistent, so dass nur die bis
- Fort Smith vorkommende Strumpfbandnatter bekannt ist.
Auch die Pflanzenwelt ist spärlich vertreten. An Baumarten gibt es die Schwarz- und Weißfichte, die Tamarack-Lärche oder die Papier-Birke. Die weiten Flächen der arktischen Tundra sind mit Flechten, Moosen und Wollgras bewachsen.
Anreise
Wichtigsten touristisches Drehkreuz im Norden Kanadas ist der Erik Nielsen Whitehorse International Airport (IATA: YXY). Daneben gibt es noch den Yellowknife Airport (IATA: YZF) und den Iqaluit Airport (IATA: YFB).
Per Auto/Bus kann man den Alaska Highway befahren, der Whitehorse umfährt. Er verbindet Dawson Creek in British Columbia mit Delta Junction in Alaska (2237 km). Der Klondike Highway verbindet über 708 km Skagway (Alaska) mit Dawson City (Yukon). Von ihm zweigt die berühmte Schotterpiste des Dempster Highway nach Inuvik ab (735 km), der an Kilometer 405 den Polarkreis passiert.
Regionen
Zu Nordkanada gehören die einzigen drei Territorien Kanadas, die direkt der kanadischen Bundesregierung unterstellt sind und keine Provinzen darstellen:
| Provinz / Territorium | Hauptstadt |
|---|---|
| Nordwest-Territorien | Yellowknife |
| Nunavut | Iqaluit |
| Yukon | Whitehorse |
Territorien sind weniger autonom als Provinzen und haben – anders als diese – keine gesetzgeberische Gewalt bei Gesundheit, Erziehung/Bildung und natürlichen Ressourcen.
Mobilität

Der Dempster Highway am Polarkreis (Foto: DrReload, CC BY-SA 4.0)
Neben den beschriebenen Highways gibt es noch die Panoramastraße des Top of the World Highway (136 km) von Dawson City nach Jack Wade Junction (Alaska). Er hält, was sein Name verspricht, denn er verläuft auf einem Höhenniveau zwischen 740 und 1258 Metern oberhalb der Baumgrenze, so dass ein herrlicher Ausblick auf die nordische Gebirgslandschaft möglich ist.
Sehenswürdigkeiten
Orte

Dawson City – eine typische Western-Stadt (Foto: Adam Jones, Ph.D., CC BY-SA 3.0)
Außer den Hauptstädten gibt es folgende touristisch relevanten Orte:
- Baker Lake
- Beaver Creek
- Burwash Landing
- Dawson City
- Destruction Bay
- Fort McPherson
- Fort Smith
- Haines Junction
- Hay River
- Inuvik
- Teslin
- Watson Lake
Nationalparks

Im Kluane-Nationalpark (Foto: Smiley.toerist, CC BY-SA 4.0)
In Nordkanada gibt es 14 Nationalparks:
- Aulavik National Park
- Auyuittuq National Park
- Ivvavik National Park
- Kluane National Park and Reserve
- Nááts'įhch'oh National Park Reserve
- Nahanni National Park Reserve
- Qausuittuq National Park
- Quttinirpaaq National Park
- Sirmilik National Park
- Thaidene Nëné National Park Reserve
- Tuktut Nogait National Park[1]
- Ukkusiksalik National Park
- Vuntut National Park
- Wood Buffalo National Park
Berge, Flüsse und Seen

Das Penney Ice Cap (Foto: NASA / Michael Studinger, Public domain)
Die
- Kluane Range gehört größtenteils zum Kluane-Nationalpark mit Kanadas höchstem Berg, dem Mount Logan (5959 m). In der Bergkette der Saint Elias Mountains befindet sich der zweithöchste Berg, der Mount Saint Elias (5489 m).
In den Mackenzie Mountains liegt der Keele Peak (2972 m). Auf Ellesmere Island liegt der Barbeau Peak (2616 m). In Labrador sind die Kaumajet Mountains, der Krater Merewether Crater liegt in Neufundland.
Das System des Mackenzie River ist mit 4241 Kilometern der längste Fluss Kanadas. Der Yukon River hat eine Länge von 3185 km, wovon sich 1150 km in Kanada befinden. Der Große Bärensee ist mit einer Fläche von 31.153 km² der größte See im kanadischen Norden, gefolgt vom Großen Sklavensee (27.209 km²). Sehenswert ist der Kluane Lake, an dessen Ufer der Alaska-Highway entlangführt.
Auf Baffin Island befinden sich mit je 6.000 km² die größten Gletscher-Systeme Kanadas, die Penny Ice Cap und die Barnes Ice Cap.
Weitere Ziele

Willkommens-Schild in Churchill (Foto: Emma, CC BY 2.0)
Beobachtungen von Eisbären sind am besten in einer Region möglich, die formal nicht zu Nordkanada gehört, nämlich in der „Eisbär-Hauptstadt der Welt“, Churchill, das in Manitoba liegt. Hier treffen sich im Juli/August und Oktober/November um die 1000 Eisbären entlang der Küste der Hudson Bay. Die Touristen werden mit gesicherten Spezialfahrzeugen (englisch: tundra buggies) gefahrlos in die Nähe der Bären zwecks Tierbeobachtung gebracht.
Auch die Baffin Island bietet zwischen März und Mai Beobachtungen der Eisbären, verbunden mit Hundeschlitten-Fahrten.
Nördlichste Landfläche Kanadas ist Cape Columbia, nördlichste kanadische Ortschaft ist Alert, gleichzeitig auch die weltweit nördlichste Siedlung.
Aktivitäten
Kajak- und Kanufahrten, Mountainbiking, Rafting, Reiten, Tierbeobachtung, Trekking, Wandern, Wintersport (Heli-Ski, Ski, Schlittenhundefahrten, Snowboard).
Küche
Die kanadische Küche verbindet Einflüsse der indigenen Völker mit denen europäischer und asiatischer Einwanderer. Im Norden ist die Küche überwiegend auf einfache US-amerikanische Küche ausgerichtet.
Unterkunft
Unterkünfte sind nur im Yukon und dort in den touristischen Hochburgen gut vertreten. Wer weiter nördlich reist, muss vor Reiseantritt die Unterkünfte vorbuchen.
Praktische Hinweise
In Dawson City gibt es das Northwest Territories Visitor Centre (1102 Front Str), geöffnet Ende Mai bis Anfang September zwischen 09:00 und 19:00 Uhr. Es informiert über den Norden Kanadas und den Straßenzustand des Dempster Highway.
Sicherheit
Im Norden Kanadas sind Touristen sehr sicher. Dennoch gilt auch hier der Grundsatz, dass sich der aufmerksame Tourist stets unauffällig kleidet und ohne Markenware unterwegs ist, auf sein Gepäck achtet und konzentriert seine nähere Umgebung beobachtet.
Literatur
Kerstin Auer/Andreas Srenk, Kanada Westen mit Süd-Alaska, Iwanowski's Reisebuchverlag, 2016, S. 43 ff.; ISBN 978-3864574566.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ gemeinsam mit Alberta
GeoData
Woher diese Seite stammt
Diese Seite wurde von Wikivoyage übernommen. „Kanada/Norden“ aus Wikivoyage, von seinen Autorinnen und Autoren, unter CC BY-SA 4.0. Hier geändert: als Seite gesetzt; Bearbeitungslinks, Karten und Eintragsdaten weggelassen; jedes Foto unter seiner eigenen Lizenz, in der Bildunterschrift genannt.
Noch hat sie niemand geschrieben: Sie ist das Ausgangsmaterial unter einer neuen Adresse. Deshalb werden Suchmaschinen gebeten, sie zu überspringen, und niemand verdient an ihr. Sie steht zur Übernahme bereit: Übernimm sie, dann gehört sie dir – zum Umschreiben und zum Verdienen.
ライセンス: CC BY-SA 4.0 · 出典 de.wikivoyage.org
1
0
0
0

コメント




