Hub Nexus
Updated

AuthorNo author yetClaim it

See something to improve? Propose a change.

Support

This page is also in English: Badlands National Park travel guide

Der Badlands-Nationalpark ist ein 982,4 km² großer Nationalpark in den Vereinigten Staaten von Amerika im dortigen Bundesstaat South Dakota.

Hintergrund

„Schlechtes Land, Ödland“ (englisch: badlands) sind vor allem im mittleren Westen und den Great Plains der USA zu findende Erosionslandschaften, die für Land-, Forstwirtschaft oder Industrie ungeeignet erscheinen. Ein großer Teil dieses nicht bewirtschaftungsfähigen Ödlands wurde unter Naturschutz gestellt. Dies ist eigentlich ein Widerspruch in sich selbst, denn vom Menschen nicht nutzbare Landschaft bedarf keines besonderen Naturschutzes, weil sie niemand gewerblich und damit naturschädlich nutzen kann. In South Dakota ist der Badlands-Nationalpark einer von zwei Parks.

Geschichte

Die indigenen Lakota (von denen Dakota abgeleitet ist) nannten die Gegend „mako sika“, also „schlechtes Land, kein guter Boden“.[1] Für sie war die gebirgige Gegend schwer zu überqueren, so dass nomadische Völker sie vermieden. Prähistorische Funde lassen vermuten, dass in der Gegend bereits 6000 vor Christus Menschen lebten. Einige von ihnen spezialisierten sich auf die Jagd des hier lebenden Mastodons. Etwa 900 nach Christus sind hier jagende indigene Caddo, Athabaska, Kiowa und Shoshone nachgewiesen.

Der erste Europäer in dieser unwirtlichen Gegend war ersichtlich der Entdecker und Pelzhändler Pierre Gaultier de Varennes, der 1738 Nord-Dakota mit seiner Expedition erreichte und sie ebenfalls Badlands (

  • französisch: les mauvaises terre) nannte. Im Spätsommer 1823 gelangte der Pelzhändler Jedediah Smith in die White River-Badlands.[2]

1922 gab es die ersten Anstrengungen durch den Senator Peter Norbeck zur Gründung eines Nationalparks, was 1929 zum Badlands National Monument führte.[3] Am 29. Januar 1939 kam es dann zur Gründung des Nationalparks. 1963 wurden im Park die Bisons wiedereingeführt, 1964 die Dockhornschafe. 1974 entdeckte man Fossilien von 61 Mammuts, die heute in Mammoth Site, Hot Springs ausgestellt sind.

Seit April 2012 wird der Nationalpark in Kooperation zwischen dem National Park Service und den indigenen Oglala-Lakota verwaltet, wobei bevorzugt Sioux als Park-Ranger eingesetzt werden.

Klima, Flora und Fauna

Das Klima ist kontinental, wobei die Sommer eine Hitze von 31 °C und mehr bei gelegentlichen heftigen Gewittern mit Hagelschauern erreichen, die sich zu Tornados entwickeln können. Die Minimaltemperaturen liegen bei 18 °C. Im niederschlagsärmeren Winter liegen die Maximaltemperaturen bei 2 °C (Dezember bis Februar), wo aber auch leichter Frost (- 8 °C) vorkommen kann.

Im Nationalpark sind 49 Säugetier- und 215 Vogelarten heimisch. Darunter befinden sich fünf große Huftierarten, nämlich Bisons, Dickhornschafe, Gabelböcke, Maultier- und Weißwedelhirsche. Maultierhirsche sind sehr häufig, Weißwedelhirsche kommen seltener vor. Die Bisons leben im Westen des nördlichen Parkteils, während die Dickhornschafe im Pinnacles-Gebiet und beim Cedar-Pass anzutreffen sind. Gabelböcke sieht man am ehesten an der Loop Road. Unter den Nagern sind vor allem die Präriehunde des Parks zu erwähnen.

Im Park gibt es über 460 Pflanzenarten. Er ist eine Prärie mit gemischten Gräsern unterschiedlicher Höhe. Da es wenige Bäume gibt, dominieren Gräser die abflusslose Landschaft.

Die kolorierten Gesteinsschichten der Berge sind das Ergebnis der Wind- und Wassererosion und sind abwechselnd rosa, ocker, gelb oder altweiß, was auf deren unterschiedlichem Gehalt an Eisenoxid zurückzuführen ist. Die Berge bestehen aus Sandstein, Schluffstein, Schlammstein, Ton, Kalkstein oder Vulkanasche. Die Erosionslandschaft entstand während der Oberkreidezeit und brachte so genanntes Pierre Shale hervor, eine geologische Formation oder Serie in der Zeit vor 75 Millionen Jahren.

Reisevorbereitung

Die beste Reisezeit ist zwischen Mai und Oktober. Die Badlands werden kein alleiniges Reiseziel sein, sondern Teil einer Rundreise durch die Great Plains. Bei der Planung ist zu berücksichtigen, dass die Unterbringungsmöglichkeiten in dieser – auch touristisch – abgelegenen Gegend knapp sind. Vorherige Reservierungen sind vor allem während der Hauptreisezeit im Sommer ratsam.

Anreise

Der Badlands-Nationalpark ist sehr abgelegen. Er liegt in der Nähe des Interstate Highways , der von Osten kommend am Exit 131 bei Cactus Flat verlassen wird, wo links auf den South Dakota Highway Richtung West abgebogen und nach 6 km der Northeast Entrance erreicht wird. Von Westen kommend wird auf dem I-90 der Exit 110 bei Wall zum Pinnacles Entrance Richtung Süden befahren (14 km). Die Entfernung von Cactus Flat nach Wall auf dem I-90 beträgt 62 km.

Nächst größere Stadt am I-90 ist Rapid City, 122 km von Cactus Flat entfernt.

Streckenführung

Karte

Karte (Foto: NPS, Public domain)

In diesem Artikel dient Cactus Flat als Ausgangsort.

Übersicht

Der Badlands National Park besteht aus zwei Teilen, der so genannten North Unit und der Stronghold Unit, letztere innerhalb der Pine Ridge Indian Reservation. Letztere hat zwar mit dem White River Visitor Center im Südosten einen Parkzugang, von wo es jedoch keine Parkstraße gibt.

Deshalb ist nur die North Unit von Interesse. Hier fungiert das Ben Reifel Visitor Center als Besucherzentrum (745 m hoch), verbunden mit dem Hauptquartier des Parks.

geografischer OrtEntfernung in km
Cactus Flat0 0
Ben Reifel Visitor Center14
Yellow Mounds Overlook30
Pinnacles Overlook0 5
Roberts Prairie Dog Town0 8
Sage Creek11
Gesamtstrecke68

Vom Süden kommend ist das Ben Reifel Visitor Center auch über den Interior Entrance erreichbar (2 km).

Einzelheiten

Der South Dakota Highway fungiert im Nationalpark als Parkstraße und heißt hier Badlands Loop Road, die an 16 ausgeschilderten Aussichtspunkten vorbeiführt.

Nach dem Ben Reifel-Besucherzentrum folgt man der Badlands Loop Road Richtung Westen:

Cedar Pass 822 m hoher Bergpass.

  • Millard Ridge ein 862 m hoher Berg.
  • Saddle Pass Trailhead ein 6 km langer Wanderweg mit Blick auf das White River Valley.
  • Fossil Exhibit Trail ein nur 400 Meter langer Wanderweg auf einem Holzsteg, der an fossilen Nachbildungen und Exponaten ausgestorbener Lebewesen der Gegend vorbeiführt. Danach verläuft die Parkstraße durch offenes Grasland.
  • Saddle Pass Trail der 7 km lange Wanderweg ist der wohl schwierigste im Nationalpark.
  • Castle Trail ein 8 km langer Wanderweg mit dem Saddle Pass, vorbei an Door/Windows bis zum Notch trail. Merkmal: Fahrräder verboten.
  • Norbeck Pass 814 m hoher Bergpass.
  • Conata Basin Overlook dieser Aussichtspunkt vermittelt dramatische Ausblicke auf die geologischen Strukturen der Felsgebirge mit ihren verschiedenfarbigen Schichten.
  • Conata Basin ein Becken, das mit einer höher liegenden Landfläche umgeben ist.
  • Yellow Mounds Overlook ein Ausblick auf Hügel mit vielen Gelb-Schattierungen.
  • Dillon Pass ist mit 861 Metern der höchste Bergpass des Parks, nach dem ein Abzweig, die asphaltierte Conata Road, in 15 km führt nach.
  • Conata ein 1907 gegründeter und spätestens 1966 verlassener Ort; heute also eine Geisterstadt (englisch: ghost town). Verlässt man die Badlands Loop Road nicht, folgt nach dem Dillon-Pass.
  • Ancient Hunters Overlook eine archäologische Ausgrabungsstätte, wo Pfeilspitzen und Bisonknochen gefunden wurden, die eine frühere Schlachtstelle vermuten lassen.
  • Roberts Prairie Dog Town hier haben die possierlichen pfeifenden Präriehunde drei Hügel in Beschlag genommen. Von hier aus sind es 14 km zum.
  • Sage Creek Basin Die Parkstraße heißt ab hier Sage Creek Road und führt aus dem Park heraus nach.
  • Scenic der unbedeutende, heruntergekommene und seinem Namen nicht gerecht werdende Ort mit 75 unentwegten Einwohnern ist 26 km vom Campground entfernt. Immerhin verfügt er über eine Post, eine Tankstelle mit Laden und den „Longhorn Saloon“.

.

Bilder

Badlands of South Dakota Ben Reifel Visitor Center Sign

(Foto: Runner1928, CC BY-SA 3.0)

Das Ben Reifel Visitor Center

SD 240 Badlands

(Foto: TCN7JM, CC BY-SA 3.0)

Der South Dakota Highway in den Badlands

Badlands National Park - Castle Trail

(Foto: Eekim, CC0)

Auf dem Castle Trail

Cedar Pass PA090091

(Foto: Chris Light, CC BY-SA 4.0)

Der Cedar-Bergpass

Norbeck Pass - panoramio

(Foto: Idawriter, CC BY-SA 3.0)

Der Norbeck Pass

Badlands National Park - Yellow Mounds 1

(Foto: Eekim, CC0)

Die Yellow Mounds

Yellow Mound Overlook (Seabed Jungle)

(Foto: Chris Light, CC BY-SA 4.0)

Der Yellow Mound Overlook

Ancient Hunters Overlook PA100143

(Foto: Chris Light, CC BY-SA 4.0)

Der Ancient Hunters Overlook

Camping in Badlands National Park - panoramio

(Foto: Idawriter, CC BY-SA 3.0)

Der Sage Creek Campground

MK00609 Badlands

(Foto: Martin Kraft, CC BY-SA 3.0)

Die verschiedenfarbigen Felsschichtungen bringen Farbe in die karge Landschaft

Gebühren / Permits

Die Eintrittsgebühr für Pkw beträgt US-$ 30, Motorräder US-$ 25, pro Person US-$ 15. Mit dem America the Beautiful-Pass ist der Eintritt frei.

Unterkunft

Im Park befindet sich die

  • Cedar Pass Lodge, die direkt am Ben Reifel-Besucherzentrum liegt und 26 Blockhütten anbietet. Außerdem gibt es im Park zwei Campingplätze.

Die Webseite Booking.com listet in der Umgebung des Nationalparks lediglich 11 Hotels/Lodges/Motels mittlerer Kategorien insbesondere in Wall auf.

Aktivitäten

Wanderungen auf sehr vielen Wanderwegen (auch geführt), Wildbeobachtungen (auch die Präriehunde in Roberts Prairie Dog Town), Mountainbiking, Picknick, Pferdereiten.

Sicherheit

Siehe auch: Sicher reisen

Die auch zur Hauptreisezeit wenig befahrene Parkstraße sollte unterwegs zu Wanderungen auf von der Straße abzweigenden Wanderwegen genutzt werden. Dabei sollte man ausreichend Wasser mitführen, um die im Sommer auftretende extreme Hitze überstehen zu können. Ein Sonnenschutz ist ebenso erforderlich wie Regenschutz, denn nachmittags können ohne jede Vorwarnung heftige Gewitter auftreten. Wenn man morgens in den Nationalpark hineinfährt und einige kurze Wanderungen unternimmt, kann man ihn ohne Hektik am Abend wieder verlassen, sollte dann jedoch über eine feste Reservierung für eine der wenigen Lodges verfügen. Kreuzen Bisons die Straße, ist mit genügend Sicherheitsabstand (30 Meter) rechts heranzufahren, da diese Tiere cholerisch reagieren und erheblichen Schaden anrichten können.

Literatur

Fodor's Travel Guides (Hrsg.), Fodor's The Complete Guide to the National Parks of the West, Fodor's Travel Publications, S. 152 ff.; ISBN 978-1640972278.

Einzelnachweise

GeoData

Woher diese Seite stammt

Diese Seite wurde von Wikivoyage übernommen. „Badlands-Nationalpark“ aus Wikivoyage, von seinen Autorinnen und Autoren, unter CC BY-SA 4.0. Hier geändert: als Seite gesetzt; Bearbeitungslinks, Karten und Eintragsdaten weggelassen; jedes Foto unter seiner eigenen Lizenz, in der Bildunterschrift genannt.

Noch hat sie niemand geschrieben: Sie ist das Ausgangsmaterial unter einer neuen Adresse. Deshalb werden Suchmaschinen gebeten, sie zu überspringen, und niemand verdient an ihr. Sie steht zur Übernahme bereit: Übernimm sie, dann gehört sie dir – zum Umschreiben und zum Verdienen.

LanguagesDeutschEnglishFrançais

Licence: CC BY-SA 4.0 · Adapted from de.wikivoyage.org

1

0

0

0

Spinner Logo

Comments

Spinner Logo
Version: 1CC BY-SA 4.0
Tartu: Reiseführer
Version: 1CC BY-SA 4.0
Anuradhapura: Reiseführer
Version: 1CC BY-SA 4.0
Nationalpark Alberto de Agostini: Reiseführer
Version: 1CC BY-SA 4.0
Bamako: Reiseführer
Version: 1CC BY-SA 4.0
**Ameland** ist eine [Insel im niederländischen Wattenmeer]( und liegt im Osten der zur Provinz [Fryslân]( gehörenden Inseln. Sie grenzt im Westen an [Terschelling]( und im Osten an [Schiermonnikoog]( Im Süden grenzt die Insel ans Wattenmeer und im Norden an die Nordsee. Die Insel ist 55,18 km² groß
Version: 1CC BY-SA 4.0
**Porvoo** (schwedisch Borgå) liegt am Finnischen Meerbusen in [Südfinnland]( ## Hintergrund Porvoo erhielt 1346 vom schwedischen König Magnus Erikkson die Stadtrechte und ist damit nach [Turku]( die zweitälteste Stadt [Finnlands]( Als 1550 [Helsinki]( gegründet wurde, befahl Gustav Vasa den Bürgern