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Yukon (früher Yukon-Territorium) ist ein Territorium in Kanada. Hauptstadt ist Whitehorse.
Hintergrund
Yukon liegt im Westen Kanadas, grenzt an Alaska und gehört zu Nordkanada mit subpolaren Regionen. Von den drei Territorien, die zu Nordkanada gerechnet werden (außerdem Nordwest-Territorien und Nunavut) ist nur Yukon touristisch gut erschlossen. Das Territorium hat nur knapp 49.000 Einwohner, wovon 34.000 in der Hauptstadt Whitehorse leben (70 %). Es ist benannt nach dem wichtigsten Fluss, dem Yukon River, der in der
- Scotia Bay (British Columbia) entspringt. Dieser hat seinen Namen aus der indigenen Gwich'in-Sprache, wo „yu-kun-ah“ für „großer Fluss“ steht.
Geschichte

Die White Horse Rapids (1899) (Foto: Pillsbury & Cleveland; compressed from TIF to JPG by User:Delirium ., Public domain)
Fundstellen am südlich von Whitehorse gelegenen Annie Lake lassen darauf schließen, dass hier bereits mindestens 6000 vor Christus die indigenen Gwich'in, Südlichen Tutchone, Inland-Tlingit und Tagish gelebt haben. Es handelte sich um Fischer, denen der fischreiche Yukon River als Nahrungsquelle diente.
Der Fischfang wurde abgelöst durch den Bergbau, als spätestens am 29. Mai 1896 der Klondike-Goldrausch nach der Eisschmelze am Yukon River ausbrach.1] Mehr als 7.000 Schiffe fuhren Richtung Bonanza Creek, wo am 16. August 1896 Gold gefunden wurde.[2] Im Januar 1897 kam es zur Gründung der Goldgräbersiedlung [Dawson City. Die Schiffe mussten gefährliche Stromschnellen (englisch: white horse rapids) umfahren, was bereits in den ersten Tagen über 150 Schiffen nicht gelang. Hiervon leitete man den Namen der 1900 gegründeten Siedlung Whitehorse ab. Am 13. Juni 1898 kam es zur Abspaltung des Yukon-Territoriums von den Nordwest-Territorien, und Dawson City wurde zur Hauptstadt des Yukon-Territoriums erklärt. Im Oktober 1900 eröffnete der Bahnhof Whitehorse White Pass and Yukon Route Railway Depot, nachdem am 1. August 1900 die White Pass and Yukon Route in Betrieb gegangen war. Der Bahnhof brannte 1905 ab und wurde innerhalb von zwei Monaten neu gebaut.
Als ab Mai 1942 der Bau des Alaska Highway auch Whitehorse erreichte, konnte sich die Stadt zu einem wichtigen Verkehrsknoten und nachfolgend auch Wirtschafts- und Verwaltungszentrum entwickeln, während Dawson schrumpfte. Am 1. Juni 1950 erhielt Whitehorse die Stadtrechte, am 1. April 1953 löste es Dawson als Hauptstadt ab, 1957 wurde aus dem Stadtnamen „White Horse“ ein Wort: „Whitehorse“.[3]
Im Jahre 1956 erzwang die kanadische Regierung die Zusammenlegung mehrerer Indianerstämme der Region zur Whitehorse Indian Band, der heutigen Kwanlin Dün First Nation. Sie leben heute in und um Whitehorse. 1987 lösten sich die Ta'an Kwäch'än First Nation wieder aus diesem Verband. Sie leben nördlich von Whitehorse um den Lake Laberge.
Am 8. Oktober 1982 wurde der Bahnbetrieb der White Pass and Yukon Route eingestellt, er wurde am 24. Mai 1988 für Touristenzwecke reaktiviert.
Sprache
Kanadisches Englisch, daneben einige Sprachen der Ureinwohner. Vereinzelt sind zusätzlich auch französische Beschilderungen vorhanden.
Klima, Flora und Fauna
Im Yukon herrscht ein subarktisches Klima mit sehr kurzen, kühlen Sommern und langen, extrem kalten Wintern. Im Sommer (Juli/August) steigen die Tagestemperaturen kaum über 20 °C, weiter im Norden bleiben sie unter 10 °C. Nachts kann es auch im Sommer frieren. Der Winter beginnt im Oktober und dauert bis Mai mit Temperaturen tagsüber bis zu lebensfeindlichen -20 °C. In Snag wurden sogar -63 °C gemessen. Der Niederschlag ist ganzjährig sehr gering (300 mm im Jahr), da kalte Luft wenig Feuchtigkeit speichern kann.
Der extremen Kälte können nur 63 Säugetierarten widerstehen. Dazu gehören die Elche, Füchse, Karibus, Moschusochsen, Schwarzbären, Wapitis und Wölfe. Mindestens 330 Vogelarten können beobachtet werden wie der Rabe oder der Weißkopfseeadler. Reptilien sind als Kaltblütige nicht kälteresistent, so dass man hier keine Schlangen fürchten muss.
Auch die Pflanzenwelt ist mit 1200 Arten spärlich vertreten. An Baumarten gibt es als Charakterbaum die Felsen-Tanne sowie die Schwarz- und Weißfichte, die Tamarack-Lärche oder die Papier-Birke.
Anreise
Die Anreise erfolgt meist mit dem Flugzeug über den Erik Nielsen Whitehorse International Airport (IATA: YXY). In der Hauptreisesaison (Mitte Mai bis Mitte September) wird Whitehorse auch mit Linienflügen ab Frankfurt/Main bedient. Der Regelflugverkehr wird durch Air North (Vancouver, Edmonton, Calgary, Victoria, Kelowna, saisonal auch Ottawa), Air Canada (Vancouver), oder Westjet (Sommersaison Calgary) abgewickelt.
Auf der Straße erreicht man den Yukon vom Süden (USA/Kanada) oder Norden (Alaska) über den größtenteils gut ausgebauten Alaska Highway, der im Yukon als Yukon Highway () bezeichnet wird.
Eine reizvolle, allerdings auch zeitraubende Variante für die Anreise besteht in der Fahrt mit dem Fährschiff des Alaska Marine Highway-System nach Skagway (Alaska), der anschließenden Fahrt mit dem White Pass & Yukon Railroad über den White Pass bis an die Staatengrenze USA (Alaska) und Kanada (British Columbia). Von dort fährt ein Anschlussbus nach Whitehorse. Abenteurer oder gute Wanderer mit entsprechender Kondition und Ausrüstung können die mittlere Etappe von Skagway (bzw. Dyea) über den Goldgräberpfad Chilkoot Trail bis zum Bennet Lake auch zu Fuß überwinden.
Die beiden größten Städte des Yukon Whitehorse und Dawson City sind über den Klondike Highway () verbunden.
Regionen

Southern Lakes: Der Lake Laberge (Foto: Fabi thegrosser, CC BY-SA 3.0)
Das Yukon-Territorium setzt sich aus sechs geografischen Regionen zusammen:
Klondike
- Kluane Region
- Silver trail region
- Southern Lakes
- Watson Lake Region
- Whitehorse region
Orte

Destruction Bay am Kluane Lake (Foto: Diego Delso, CC BY-SA 4.0)
- Beaver Creek
- Burwash Landing
- Carcross
- Dawson City
- Destruction Bay
- Faro
- Haines Junction
- Mayo
- Old Crow
- Ross River
- Tagish
- Teslin
- Watson Lake
- Whitehorse
Sehenswürdigkeiten
Nationalparks

Das Kluane-Eisfeld (Foto: Steffen Schreyer at de.wikipedia, CC BY-SA 2.0 de)
Im Yukon gibt es drei Nationalparks:
- Kluane National Park and Reserve Der Park wurde 1979 zusammen mit dem Wrangell-St.-Elias-Nationalpark (Alaska) zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt. Er ist mit 22.013 km² der größte Park des Yukon.
- Vuntut-Nationalpark (Vuntut National Park)
- Ivvavik-Nationalpark (Ivvavik National Park)
Berge, Flüsse, Seen
Die
- Kluane Range gehört größtenteils zum Kluane-Nationalpark mit Kanadas höchstem Berg, dem Mount Logan (5959 m). In der Bergkette der Saint Elias Mountains befindet sich der zweithöchste Berg, der Mount Saint Elias (5489 m).
Der Yukon River hat eine Länge von 3185 km, wovon sich 1150 km im Yukon und der größere Teil in Alaska befinden. Ausschließlich in Kanada fließt der 1115 km lange Liard River.
Größter See des Yukon ist der Kluane Lake mit 408 km². Der Atlin Lake ist zwar mit 775 km² größer, gehört aber größtenteils zu British Columbia.
Im Yukon gibt es 1.396 Gletscher, von denen sich die meisten in den Saint Elias Mountains befinden. Hier liegt auch der größte, der 78 km lange Kaskawulsh Glacier.
Weitere Ziele
Yukon Beringia Interpretive Centre ein Museum in Whitehorse, das die Geschichte von Beringia erzählt, einer 3200 km langen Landbrücke von Sibirien bis nach Kanada.
- Five Finger Rapids durch Felstürme verursachte Stromschnellen im Yukon River.
Mobilität
Im Yukon-Territorium gibt es lediglich 12 nummerierte Highways:
| Straßen-Nummer | Straßen-Name | von / bis | Länge in km |
|---|
(Foto: Clorox, Public domain) | Alaska Highway | Dawson Creek / Delta Junction | 2237 | |
| 
(Foto: Clorox, Public domain) | Klondike Highway | Dawson City / Skagway | 0 708 | |
| [[Datei:Yukon Highway 3.svg | 35px]] | Haines Highway | Haines / Haines Junction | 0 244 |
| 
(Foto: Clorox, Public domain) | Robert Campbell Highway | Watson Lake / Carmacks | 0 582 | |
| 
(Foto: Clorox, Public domain) | Dempster Highway | Dawson City } / Inuvik | 0 736 | |
| 
(Foto: Clorox, Public domain) | Canol Road | Johnsons Crossing / Macmillan Pass | 0 449 | |
| 
(Foto: Clorox, Public domain) | Atlin Road | Jakes Corner / Atlin | 0 0 92 | |
| 
(Foto: Knochen, Public domain) | Tagish Road | Jakes Corner / Carcross | 0 0 53 | |
| 
(Foto: Clorox, Public domain) | Top of the World Highway | Dawson City / Jack Wade | 0 127 | |
| 
(Foto: Clorox, Public domain) | Nahanni Range Road | Cantung Junction / Tungsten | 0 196 | |
| 
(Foto: Clorox, Public domain) | Silver Trail | Stewart Crossing / Keno City | 0 110 | |
| 14 | Takhini Hot Springs Road | Whitehorse / Takhini Hotspring | 0 0 0 9 | |
Nur die ersten beiden Highways sind als Fernstraßen vollständig asphaltiert, der Rest sind Schotterpisten, die durch eine unberührte Landschaft führen.
Aktivitäten
Bergsteigen, Bootsfahrten (Kanu und Kajak), Radfahren (auch Mountainbike), Tierbeobachtung, Trekking und Wandern. Für robuste Wanderer mit guter Kondition und bergsteigerischen Fähigkeiten bietet sich der schwierige
- Chilkoot Trail an. Er ist 53 Kilometer lang und führt von Dyea (Alaska) über die Coast Mountains nach Bennett (British Columbia). Der von den indigenen Tlingit angelegte Weg diente während des Goldrauschs als Hin- und Rückweg nach dem Yukon.
Ausflüge
White Pass and Yukon Route. Tel.: +1 800 343 73 73 eine am 1. August 1900 eröffnete und ursprünglich 177,8 km lange Bahnstrecke für den Gütertransport während des Klondike-Goldrauschs. Sie wird seit dem 24. Mai 1988 als Panoramastrecke auf der 111 km langen Strecke zwischen Carcross (Yukon) und Skagway (Alaska) benutzt.
Carcross railway station der 1910 erbaute und im Oktober 1982 stillgelegte Bahnhof ist seit Mai 2007 Start- und Endpunkt der White Pass and Yukon Route. Der Touristenzug fährt Richtung Süden nach British Columbia über die. Geöffnet: stillgelegt.
- White Pass & Yukon Railroad Bridge eine 76 m lange über die Dead Horse Gulch führende Eisenbahnbrücke. Die erste Brücke stammte aus 1901 und wurde 1969 durch eine neue Brücke ersetzt.
- White Pass 883 m hoher Bergpass genau auf der Grenze zwischen Kanada und den USA (Alaska).
- Skagway depot End- und Startbahnhof für die White Pass and Yukon Route.
Der Zug fährt von Mitte Mai bis Mitte September. Ein Zubringerbus startet in Whitehorse.
- Von Whitehorse zu den Takhini Hot Springs (9 km).
Küche
Die kanadische Küche verbindet Einflüsse der indigenen Völker mit denen europäischer und asiatischer Einwanderer. Im Norden ist die Küche überwiegend auf einfache US-amerikanische Küche ausgerichtet.
Unterkunft
Eine mittlere Auswahl an Unterkünften steht lediglich in den touristischen Hochburgen von Whitehorse und Dawson City zur Verfügung. An den Highways gibt es vereinzelte Lodges und Motels.
Sicherheit
Im Yukon sind Touristen sehr sicher. Dennoch gilt auch hier der Grundsatz, dass sich der aufmerksame Tourist stets unauffällig kleidet und ohne Markenware unterwegs ist, auf sein Gepäck achtet und konzentriert seine nähere Umgebung beobachtet.
Literatur
- Ole Helmhausen, Baedeker Reiseführer: Kanada Westen, MairDumont, 2023, S. 364 ff.; ISBN 978-3575002006.
Weblinks
- yukon.ca (en) – Offizielle Webseite von Yukon
Einzelnachweise
- ↑ Polly Evans, Yukon, Bradt Travel Guides, 2010, S. 51
- ↑ Kurt Jochen Ohlhoff, Reiseführer Kanada, Der Westen, Alaska, DuMont Verlag, 2012, S. 353
- ↑ Polly Evans, Yukon, Bradt Travel Guides, 2010, S. 52
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