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Mito (japanisch: 水戸市, Mito-shi) ist der Verwaltungssitz der japanischen Präfektur Ibaraki. Es ist als wichtiger Industriestandort vor allem für Geschäftsreisende von Interesse.

Bekannt ist die Stadt primär für die neokonfuzianische Lehre der Mito gakko in der Tokugawa-Ära und das qualitativ hochwertige Gericht fermentierter Sojabohnen, dem Natto.

Die nominell eigenständige Hafenstadt Ōarai (大洗町) wird hier mit besprochen. Sie ist eines der wichtigsten Touristenziele der Präfektur und zieht jährlich rund 4,4 Millionen Besucher an, die vor allem wegen des gut ausgebauten Strandbetriebs und der frischen Fische wegen kommen.

Hintergrund

Die Stadt ist 120 km nordöstlich von Tōkyō. Bis zur Pazifikküste im Osten sind es rund zehn Kilometer. Das breite Bett des Flusses Naka trennt die Ortschaften

Der Süden und Westen der Stadt sind Wohngegenden. Durch das Tōhoku-Pazifik-Erdbeben 2011 wurden fast 26.000 Häuser komplett zerstört. Ein Zeichen der Effektivität der amtlichen Vorbeugemaßnahmen ist, daß es dabei nur zwei Todesopfer gab.

Im Umfeld der Daimyō von Mito bildete sich, basierend auf Tokugawa Mitsukunis Konzepten, der sich um 1700 der Zusammenstellung „Großen Geschichte Japans“ widmete, in der späten Edō-Zeit die neo-konfuzianische „Mito-Schule,“ eine nationalistische Philosophie mit der Idee der „Einmaligkeit Japans“ und seiner Rasse, die die ethnozentrisch-nativistische Sonnō-jōi-Bewegung („Ausländer raus!“) der 1860er beeinflusste. Die dort damals entwickelten konservativen Theorien, fielen in den 1930ern wieder auf fruchtbaren Boden und bilden bis heute eine Basis für die rechten Nihonjinron-Ideen.

Anreise

Kommunen in Ibaraki, Mito hervorgehoben

Kommunen in Ibaraki, Mito hervorgehoben (Foto: I am only active on the German Wikivoyage please direct any enquiries thereto., , CC BY-SA 4.0)

Mit dem Flugzeug

Flughafen Ibaraki

Der RoseLiner von Keisei vom Flughafen Narita verbindet von allen drei Terminals über Hitachi (Bhf. vorm Haupteingang) mit Mito.

Mit der Bahn

Siehe auch: Regionalbahnen in Ibaraki.

Hauptbahnhof Mito (水戸駅), 茨城県水戸市宮町1-1-1 Shinkansen fahren keine. Aus Mito muß man zum Anschluß die Querverbindung der Mito-Linie nach Oyama (Tochigi) nehmen. Die Fahrt zur Endstation der Kashima Rinkai-Bahn zum Kashima Jingū dauert 1¼ Std. Merkmal: .

Aus Norden, von Kōriyama in der Präfektur Fukushima, kommt inland die Suigun-Linie durch Hitachi-Ōta (常陸太田駅) … – … Naka-Sugaya (中菅谷駅) … – … Hitachi-Taga (常陸多賀駅) und weiter nach Mito.

JR JL line symbol

(Foto: East Japan Railway Company, Public domain)

JR JJ line symbol

(Foto: East Japan Railway Company, Public domain)

Den Bahnhof Mito erreicht man aus Tōkyō-Nippori direkt mit der Jōban-Linie. Jene verbindet mit Regional- und Schnellzügen Shinagawa]/[Ueno] – Nishi-Nippori … – … Mito – Katsuta – [Hitachi-Taga (常陸多賀駅) – Iwaki … – … Sendai.

Mit dem Bus

Die meisten Fernbusse fahren beim Südausgang des Hauptbahnhofs, auch die Direktbusse der Kantetsu aus Tōkyō-Yaesu.

Auf der Straße

Die drei Nord-Süd verlaufenden Hauptstraßen sind weitgehend parallel

JOBAN EXP(E6)

(Foto: Oka21000, CC0)

die mautpflichtige Autobahn E6 Jōban Expressway.

Japanese National Route Sign 0006

(Foto: excl-zoo, Public domain)

Nationalstraße 6 Tōkyō – Sendai.

Japanese National Route Sign 0245

(Foto: excl-zoo, Public domain)

küstennah, die Nationalstraße 245, die die 42 km zwischen Mito und Hitachi abdeckt.

Mit dem Schiff

Zwischen Tomakonai auf Hokkaidō und dem Hafen von Oarai (大洗港フェリーターミナル) pendeln Fähren (19 Std.). Die Preise variieren saisonal und kosten im August und um Neujahr das Doppelte. Die billigste Fahrt im Winter 2025/6 kostet ¥ 10.500.

Mobilität

Die Stadtbusse betreibt Ibaraki Kotsu 茨城交通. Umsteigeknoten ist beim Nordausgang des Hauptbahnhofs.

Sehenswürdigkeiten

Die Burg Mito (水戸城) wurde wie fast alle im Lande in den 1870ern geschleift. Einen großen Teil des Geländes nimmt heute eine Oberschule ein. Man hat zwei der alten Tore rekonstruiert Sugiyama-Tor (杉山門) und Honmaru und „Medizintor“ (薬医門).

Museen

Art Tower Mito (水戸芸術館), 1-6-8 Gokenchō, Mito, Ibaraki 310-0063 Mehrere Gebäude, um einen Platz mit Ausstellungsflächen sowie Veranstaltungsräume und Kino. Eines der Gebäude ist der 100 Meter hohe Turm, der vom japanischen Architekten Arata Isozaki ab Dezember 1986 entworfen wurde. Geöffnet: 9.30-18.00, Mo. geschl.

  • Stadtmuseum Mito (水戸市立博物館), 3-3-20 Omachi, Mito, Ibaraki 310-0062 Geöffnet: 9.30-16.45, Mo. geschl.
  • Kunstmuseum der Präfektur Ibaraki (茨城県近代美術館; am südlichen Ufer des Senba-Sees) Moderne Kunst.
  • Kōdōkan (弘道館), 1-6-29 Sannomaru, ​茨城県水戸市三の丸1-6-29 (im gleichnamigen Park) Die 1841 gebaute Schule des Lehens. Man lehrte hier junge Samurai das neo-konfuzianische Weltbild und Kokugaku. 1863–64 kam deshalb von hier der harte Kern der Rebellen des Mito-Aufstands, dessen Protagonisten „Ausländer raus!“ (sonnō jōi) forderten. Im denkmalgeschützten Park stehen etwa 800 Pflaumenbäume deren Blüte den Frühjahrsbeginn anzeigt. Geöffnet: 9.00-16.30/17,00. Preis: ¥ 420.

Parks

  • Kairaku-en (偕楽園, ​Tokiwa-Park 常磐公園; Bahnhalt Kairaku-en.). Tel.: +81 (0)29 244 54 54, Fax: +81 (0)29 244 58 66 Vom zweiten Herren des Mito-han im 17. Jhdt. angelegt unterscheidet sich sein Charakter stark von anderen japanischen Gärten. Durch den Sakura-Fluß wird er vom Senba-See getrennt. Weitläufige Parkanlage mit zwei Pflaumen- und einem Bambus-Wäldchen. Das im klassischen Stil im Rahmen der Parkerweiterung 1842 gebaute Häuschen Kōbuntei (Nachbau 1958) zeichnet sich durch künstlerisch hervorragend gearbeitete Schiebetüren aus. Ein weiterer Pavillon aus dieser Zeit ist der Rakuju-rō (楽寿楼). Tokugawa Nariaki machte den Park nach der Erweiterung der Allgemeinheit zugänglich, für damals höchst ungewöhnlich. Durch Bombenangriffe wurde er 1945 verwüstet und bis 1958 wieder hergestellt. Preis: 320 ¥ (ab 15 Jahre), 160 ¥ (bis 14 Jahre; ab 70 Jahre).

Tokugawa-Museum (徳川ミュージアム), 1967 am Westrand des Parks eröffnet.
Tokiwa Jinsha (常磐神社), 1873 an der Ostseite des Park gebaut. Verehrt wird Tokugawa Mitsukuni als kami. Das jährliche Tempelfest ist am 12. Mai.
Senba-See (千波湖) Ursprünglich ein Stausee, diente er im Mittelalter auch als natürlicher äußerer Burggraben für die Burg Mito, die auf einem Hügel nordöstlich des Sees stand. Er erhielt er seine heutige Form durch Umgestaltungen zwischen dem Ende der Taishō- und dem Beginn der Shōwa- Zeit. Im See ist eine künstliche schwimmende Insel und drei Springbrunnen. Die Wassertiefe ist nur 1–1,20 Meter. Am Westufer befindet sich ein Bootsverleih.

„Tokiwa-Park oder Kairaku-en (Mito), wohl die riesigste Gartenplanung. Allem nach in der Nachfoge des Landschafts-Schönheits-Vorbild und Urbild des Ostens des West-See Hsi-hu; ursprünglicher Plan, einerseits den Samba-See mit hereinzunehmen (Hängeweiden-Anpflanzungen), andrerseits den bergigen Midari-ga-oka {Anpflanzung mit Kirsche), Plan
einer groEen Kryptomexien-Allee als Eingang. Vorhanden ist beute wesentlich der Tell um die Teehhütte Kobun-tei. Tokugawa Mitsukuni begann 1665 das große Werk. Tokugawa Nariaki (1800–1860) setzte es in Ära Tempō (1830–43) fort. Kein künstliches Steinwerk, sondern in allem unmmelbar die Natur benutzt. Einer der Drei großen Parks Japans.“

Hermann Bohner: Zeitenreihe der alten japanischen Gärten; S. 55[1]

Botanischer Garten Mito (水戸市植物公園), 504 Kobuki, ​〒310-0914 茨城県水戸市小吹町504 Preis: ¥ 300.

In Ōarai

In Ōarai steht der

  • schnelle Brüter Jōyō (常陽), der nach einem Unfall 2007 abgeschaltet wurde. Da die Schamphase hinsichtlich Atomkraft in Japan ausgelaufen ist, werden hier ab Ende 2026 Radionukleoide produziert.

Aqua World Ibaraki (アクアワールド茨城県大洗水族館, ​Ōarai Aquarium), 8252-3 Isohamachō, Ōarai, Ibaraki 311-1301 (an der Mündung des Naka) (Hotels im Umfeld. Über die Fußgängebrücke kommt man zum Fischmarkt von Nakaminato.) Geöffnet: 9.00-17.00.

Aktivitäten

Das Kōmon-Festival, zwei Tage Anfang August, wird eingeleitet durch das große Kairaku-en-Feuerwerk am Wochenende davor. Geboten sind Folkloreveranstaltungen, Laternenumzug und tragbare Shintō-Schreine in Prozession. All das entlang der Hauptgeschäftsstraße vom Bahnhof zum Civic Center bis zur Polizeistation an der Daikumachi-Kreuzung.

  • Schwimmbad Aoyagi (青柳公園屋内プール), Mito, Suifuchō, 864-6 Geöffnet: Di., Do., Sa. 18.00-21.00, Wochenenden auch 13.00-16.00. Preis: Winter: ¥ 510, Hochsommer: ¥ 430.

Einkaufen

Die Hauptgeschäftsstraßen führen vom Bahnhof in westlicher sowie über den Fluß in südlicher Richtung.

  • Metzgerei Tamon, 1441-5 Sakadochō, Mito, Ibaraki 310-0841 Würstchen und Kochschinken. Geöffnet: 10.00-18.30, So. geschl.

Küche

Siehe auch: Spezialitäten Ibarakis

In Ōarai sammelt bzw. züchtet man, im Fluß Hinugawa und dem gleichnamigen Brackwassersee, Körbchenmuscheln (

  • 大和蜆, Corbicula japonica) als Beigabe für Fischsuppen.

Besshun-kan (別春館), 327 Motoyoshidachō, Mito, Ibaraki 310-0836 Firmenmuseum mit Ladenverkauf der Sake-Brauerei Meiri Shurui, die auch Ume-shu (Pflaumenwein) produziert. Geöffnet: 9.30-16.30, Mo. geschl. Preis: gratis.

Gehoben

Shu-shu (酒趣 本店), 1-5-16 Jonan, Mito, Ibaraki 310-0803 Geöffnet: 18.00-23/24.00. Preis: Menü (mind. 2 Pers.) ¥ 4000+, mit Wagyū ¥ 7000+.

Unterkunft

Man findet fast nur “Business-Hotels.” Wie landesüblich sind sie in Bahnhofsnähe.

Am Hinuwa-See

Hirabiri (“Hillbilly”) Camping (ヒルビリーキャンピング), Japan, 〒311-3124 Ibaraki, Higashiibaraki District, Ibaraki, Nakaishizaki, 不動下178-1. Tel.: +819045620156

  • Ikoinomura Hinuma (いこいの村涸沼), 3604 Minowa, Hokota, Ibaraki 311-1401. Tel.: +81291371171 Westliche oder japanische Zimmer für 2–4. Wert gelegt wird auf feine Abendessen. Preis: gehoben.

Ausflüge

Literatur

  • Koschmann, J. Victor; The Mito Ideology: Discourse, Reform, and Insurrection in Late Tokugawa Japan, 1790-1864; Berkeley 1987 (Univ. of Calif. Pr.)
  • Museum of Modern Art; The Museum of Modern Art, Ibaraki; Mito 1995. (Museumsführer, Text in Englisch und Japanisch)

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