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Potosí ist eine Stadt im südlichen Altiplano Boliviens. Es ist die größte Stadt Südboliviens und zudem mit einer Lage von 4.000 m über dem Meeresspiegel eine der höchstgelegenen Großstädte der Welt. Vor allem durch seine weltberühmten Bergwerke bekannt, war sie bis ins 19. Jahrhundert die reichste Stadt der Welt, weshalb sie die prächtigste Kolonialarchitektur Boliviens aufweist.

Hintergrund

Casa de la Moneda, die ehemalige Münzprägestätte

Casa de la Moneda, die ehemalige Münzprägestätte (Foto: Jimcintosh on Flickr, CC BY-SA 3.0)

Der Cerro Rico, der (an Mineralien) "reiche" Berg, ist der Grund der Existenz von Potosí. Dort beuteten die Spanier seit dem 16. Jahrhundert das begehrte Silber aus, bauten dafür aber auch die wohl prächtigsten Kirchen und öffentlichen Bauten Südamerikas. Nachdem die Hauptvorkommen im 19. Jahrhundert aufgebraucht waren, ging es mit der Stadt schnell bergab. Erst 100 Jahre später wurden die Bergwerke reaktiviert, heute wird vor allem Zink abgebaut.

Das Zentrum der Stadt ist gut erhalten und vermutlich eines der schönsten Kolonialzentren des Kontinents. Außerhalb wird die Stadt jedoch schnell sehr schlicht. Der größte Teil der Bevölkerung lebt immer noch (direkt oder indirekt) vom Bergbau, die Bedingungen haben sich dabei nur wenig seit dem Mittelalter geändert. Krankheiten wie Staublunge, verbreiteter Alkoholismus und recht niedrige Löhne gehören zu den größten Problemen der Stadt.

Anreise

Mit dem Flugzeug

Der Flughafen von Potosí ist außer Betrieb (Stand 2025).

Mit der Bahn

Die Bahnstrecke nach Sucre ist stillgelegt.

Mit dem Bus

Das neue Busterminal ("terminal de buses"), von dem alle Busse in weiter entfernte Städte losfahren, liegt etwa 5 km außerhalb des Zentrums in dem tiefer gelegenen Teil der Stadt. Es ist modern und geräumig. Wer von Sucre ankommt, kann auch zentrumsnäher vor Erreichen des Busbahnhofs aussteigen.

Die Busse nach Uyuni fahren am alten Busbahnhof ("antigua terminal") ab. Die Kleinbusse in die umliegenden Ortschaften (Tarapaya, Betanzos, ...) haben jeweils noch andere Plätze, die man am besten im Hotel erfragt.

Auf der Straße

Potosí ist ein Knotenpunkt des Straßenverkehrs in Südwestbolivien. Die Ruta 1 führt nach Norden in Richtung La Paz und nach Süden in Richtung Tarija und Argentinien, die Ruta 5 führt nach Westen über Uyuni nach Chile und nach Osten über Sucre ins Tiefland.

Mobilität

Wie in anderen Städten Boliviens ist das gebräuchlichste Verkehrsmittel der Minibus. Daneben gibt es Taxis und vereinzelte "normale" Stadtbusse.

Sehenswürdigkeiten

Der Freund der Kolonialarchitektur kommt in Potosí voll auf die Kosten.

Viele Touristen machen einen Ausflug in die Bergwerke des Cerro Rico. Dort kann man den mühseligen und harten Arbeitstag der Minenarbeiter erleben. Viele Agenturen bieten den Ausflug an, Infos gibt es in jedem Hotel. Die Touren dauern etwa 3-4 Stunden und umfassen auch einen Besuch auf dem "Mercado Minero", auf dem u. a. Dynamit verkauft wird.

Kirchen, Moscheen, Synagogen, Tempel

  • Die Kathedrale ist nach langer Zeit jetzt wieder geöffnet (Stand 2025). Bei der geführten Tour (Uhrzeiten erfragen) sieht man das Innere der frisch restaurierten Kathedrale und steigt auf den Turm.
  • Die Kirche San Francisco kann besichtigt werden. Es gibt weiterhin ein Museum und einen Aussichtspunkt auf dem Dach der Kirche. Zugang nur zu bestimmten Uhrzeiten.

Museen

Eine der größten Attraktionen von Potosí ist die ehemalige Münze von Bolivien (Casa de la Moneda), in der seit der Kolonialzeit bis ins 20. Jahrhundert Münzen hergestellt wurden. Hier kann man eine große Anzahl an Ausstellungsstücken zur Geschichte von Potosí, zu Prägemethoden, Mineralien, Münzen und vielen anderen Gegenständen aus Silber sehen.

Einkaufen

Im Zentrum befindet sich ein großer Markt, auf dem man von Lebensmitteln über gefälschte Turnschuhe bis hin zu exotischen Souvenirs alles erstehen kann.

In der Calle Sucre finden sich Souvenirläden, es gibt ein großes Angebot an Stoffen, Kleidung, Andenken usw.

Küche

Im Zentrum findet man gute und sehr günstige Lokale, die meist die lokalen Spezialitäten des Altiplano (insbesondere Hähnchen mit Reis und "picante", eine Art Paprikasauce) sowie Salteñas (Teigtaschen) anbieten. Will man es "internationaler" haben, wird es teurer.

Nachtleben

Selbst an Wochentagen herrscht ein für die geringe Größe der Stadt sehenswerter Rummel abends und nachts im Zentrum. Disco-Pubs und Bars (meist lateinamerikanische Musik) sind oft die ganze Woche über offen.

Unterkunft

Viele günstige Hotels und Hostels liegen zwischen Zentrum und Busbahnhof.

Sicherheit

Potosí ist eine sichere Stadt. Selbst in den ärmeren Viertel kann man sich tagsüber problemlos bewegen, im Zentrum ist es auch nachts kein Problem, alleine unterwegs zu sein. Natürlich ist Kriminalität nicht unbekannt und die bekannten Vorsichtsmaßnahmen sind einzuhalten.

Praktische Hinweise

Geldautomaten sind im Zentrum in ausreichender Menge zu finden. Geldwechseln in Wechselstuben und Banken ist unproblematisch, seien es Euro, Dollar, argentinische oder chilenische Pesos.

Es gibt zahlreiche Internetcafés.

Ausflüge

  • Tarapaya. Thermale Quellen in grandioser Landschaft, leider ist es wegen gefährlichen Wasserstrudeln nicht mehr erlaubt, in dem See zu baden. Die Schwimmbecken im Tal haben zwar das gleiche mineralhaltige warme Wasser, nicht jedoch den Charme und das Panorama.
  • Cayara. Hazienda aus der Gründungszeit von Potosí mit beeindruckendem kleinen Museum.
  • Kari Kari. Künstliche Seen, oberhalb von Potosí von den Spaniern zur Wasserversorgung angelegt.

www.potosi.bo (es) – Offizielle Webseite von Potosí

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