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Der Denali National Park (auch Denali National Park and Preserve) ist ein 19.185,79 km² großer Nationalpark der Vereinigten Staaten von Amerika im Zentrum von Alaska.

Hintergrund

In Alaska gibt es insgesamt 8 Nationalparks. Geologisch ist der Denali-Nationalpark ein Teil der Alaskakette, die im Nationalpark mit dem Mount Denali den höchsten Berg der USA präsentiert. Die alpine Landschaft wird geprägt durch die hohen Bergmassive der Alaskakette, tiefen Tälern mit Flüssen und Gletscherseen.

Geschichte

George Vancouver war der erste Europäer, der vom Knik Arm des Pazifik aus am 6. Mai 1794 den „entfernten großartigen Berg“ sichtete.1] Der majestätische Berg blieb bis zum 7. März 1834 unbeachtet, als Alaska noch russisch war und ein gewisser Andrei Glazunov den Berg als „Tenada“ kartografierte und in dieser Form 1839 in der Landkarte des russischen Admirals [Ferdinand von Wrangell erschien.[2]

Frederick A. Cook behauptete 1903, den Mount Denali als erster bestiegen zu haben. Es stellte sich jedoch später heraus, dass sein Kartenmaterial fehlerhaft war und er stattdessen den heutigen, wesentlich kleineren Fake Peak („falscher Berg“; 1627 m) bestiegen hatte. Mitte August 1906 startete er einen erneuten Versuch, den er als Erstbesteigung in einem Telegramm feierte.[3] Später stellte sich aber heraus, dass er den Berg nicht bestiegen hatte. Einen erfolgreichen Nachweis über die Erstbesteigung erbrachten erst Hudson Stuck, Harry Karstens, Walter Harper und Robert Tatum, denen am 7. Juni 1913 die offiziell anerkannte Erstbesteigung gelang.[4]

Am 6. Februar 1917 wurde der Mount McKinley Nationalpark gegründet, seine Umbenennung in Denali-Nationalpark erfolgte am 2. Dezember 1980. Das Wort „Denali“ heißt in der Sprache der Koyukon „der Große/der Hohe“.

Klima

Die Region ist wie ganz Alaska von subpolarem Klima geprägt, das heiße Sommer und schneereiche kalte Wintermonate aufweist. Im Sommer reichen wegen des Höhenniveaus des Parks die Temperaturen im Schnitt von plus 1 Grad bis plus 24 Grad Celsius. Im Winter kann es extrem kalt werden, mit Temperaturen zwischen minus 40 Grad Celsius und minus 5 Grad Celsius an wärmeren Tagen.

Flora und Fauna

Im Park sind 39 Säugetierarten unterwegs, mindestens 1500 Pflanzenarten trotzen dem widrigen Klima. Die an die klimatischen Bedingungen angepasste Pflanzenwelt besteht aus Bäumen (Koniferen), Büschen, Gräsern und Moosen. Die Baumarten im Park sind vor allem die Weiß- und Schwarzfichte und Lärche, außerdem Weiden- und Birkenarten. Die Tierwelt des Parks ist neben der alpinen Landschaft die Hauptattraktion für Touristen. Bis zu 350 Grizzlybären haben den Nationalpark als Habitat, außerdem sind hier auch etwa 200 Schwarzbären heimisch. Die Wahrscheinlichkeit, einen Bären zu sehen, wird mit 90 % als sehr hoch angegeben. Karibus (1510), 1100 Dall- und Dickhornschafe (60 %) lassen sich häufig blicken, die 509 Elche kann man lediglich noch mit einer Wahrscheinlichkeit von 35 % beobachten (vor allem im Herbst), und scheue Wölfe (105 in 14 Rudeln) sind nur zu 20 % zu sehen. Die Baumgrenze liegt bei 823 Metern, über 1036 Metern beginnt die alpine Tundra, ab 2200 m gibt es keine Vegetation mehr.

Anreise

Mit dem Flugzeug

Anchorage und Fairbanks verfügen über internationale Flughäfen:

Ted Stevens Anchorage International Airport (IATA: ANC)

Im Ort

  • Kantishna gibt es den Kantishna Airport, der für Rundflüge im Park und die nahe liegenden Holzhütten genutzt werden kann.

Mit dem Zug

Die von Anchorage nach Fairbanks und umgekehrt fahrende Alaska Railroad hält mit ihrem Touristenzug Denali Star am Bahnhof Denali Depot. Zugreisende können hier ihre Fahrt unterbrechen und übernachten.

Mit dem Bus

Der Denali National Park and Preserve wird von mehreren Linien- und Charterbusunternehmen ab Anchorage und Fairbanks angeboten.

Auf der Straße

Aus Anchorage und Fairbanks gelangt man über die Alaska Route 3 (George Parks Highway; ) zum Park. Im Nationalpark dürfen Privatautos lediglich die ersten 24 km auf einer asphaltierten Straße fahren, während die restliche, den Park erschließende Stichstraße eine Schotterpiste ist, auf einer Länge von 123 km zum Inneren des Parks in Richtung Kantishna führt und durch kostenlos benutzbare Pendelbusse befahren wird. Diese Pendelbusse verkehren regelmäßig von Mai bis September, danach können im ganzjährig geöffneten Park genehmigungspflichtige Wanderungen unternommen werden.

Sehenswürdigkeiten

Streckenverlauf

Die Denali Park Road ist 143 km lang und verläuft vom Denali Visitor Center in Richtung Westen wie folgt:

Geografischer OrtEntfernung zum nächsten Ort (in km / Meilen)Entfernung vom vorherigen Ort (in km / Meilen)
Denali Visitor Center0 0 0 / 0 0 00 0 0 / 0 0 0
Park Headquarters0 0 3 / 0 0 20 0 3 / 0 0 2
Endpunkt für Privatfahrzeuge (Savage River)0 24 / 0 150 21 / 0 13
Teklanika River0 48 / 0 300 24 / 0 15
Polychrome Overlook0 74 / 0 460 26 / 0 16
Toklat River0 85 / 0 530 11 / 0 0 7
Eielson Visitor Center106 / 0 660 21 / 0 13
Wonder Lake137 / 0 850 31 / 0 19
Kantishna143 / 0 890 0 6 / 0 0 4
Gesamtstrecke143 / 0 89143 / 0 89

Einzelheiten

Ausgangspunkt ist das Denali Visitor Center, das 511 m hoch liegt. Im Winter zwischen Oktober und April ist die westlich vom Vistor Center beginnende Denali Park Road nach 5 km vom Hauptquartier des Parks aus gesperrt. In den Sommermonaten dürfen Privatfahrzeuge weitere 19 km auf der asphaltierten Straße fahren, danach ist die ab hier beginnende Naturpiste nur für kostenlose Busse der Parkverwaltung befahrbar. Auf der Parkstraße gibt es die nacheinander folgenden geografischen Orte:

Riley Creek Campground Campingplatz mit einer Bushaltestelle für den Shuttlebus.

Cathedral Mountain 1495 m.

  • Double Mountain 1798 m.
  • Fang Mountain 2053 m.
  • Teklanika River Campground
  • Igloo Creek Campground Blick auf Igloo Mountain (1463 m) und Sable Mountain (1827 m). Über letzteren führt der.
  • Sable Pass Bergpass am.
  • Sable Mountain 1827 m.
  • Polychrome Overlook besonders im Herbst während des „Indian Summer“ eine farbenfrohe Landschaft.
  • Stony Hill Overlook
  • Eielson Visitor Center Das Besucherzentrum liegt auf einer Höhe von 1138 m.
  • Wonder Lake 2,63 km² großer Gletschersee, im Hintergrund der.
  • Denali ist mit 6193 m (im North Peak) der höchste Berg der USA, der bis 30. August 2015 Mount McKinley hieß. Er wurde am 7. Juni 1913 erstmals bestiegen.
  • Kantishna hat 1300 Einwohner und ist der Endpunkt der Denali Park Road. Von hier tritt der Shuttlebus die Rückfahrt an und sammelt unterwegs mitfahrwillige Wanderer ein.

Bilder

Denali Visitor Center (5301989007)

(Foto: Denali National Park and Preserve, Public domain)

Denali Visitor Center

Riley Creek Bus Stop (678aae43-1701-438f-a93e-f01493e5b13a)

(Foto: NPS Photo / Emily Mesner, Public domain)

Bushaltestelle am Riley Creek Campground

A bus drives along the Denali Park Road just before Igloo Canyon on July 26, 2019. (65ccdec4-b4e5-4142-9d1c-62191f3ba4d0)

(Foto: NPS Photo / Emily Mesner, Public domain)

Die Denali Park Road nahe dem Igloo Canyon

The Denali Park Road travels up through several alpine passes (a60ac117-9243-457c-a116-0a484e1783fc)

(Foto: Mary Lewandowski, Public domain)

Am Sable Pass

Polychrome Overlook Denali NP

(Foto: Dawn Endico from Menlo Park, California, CC BY-SA 2.0)

Am Polychrome Overlook

Stony Overlook July 29, 2012 (7956378510)

(Foto: Denali National Park and Preserve, Public domain)

Blick auf die Parkstraße vom Stony Overlook

Visitors Enjoying the Mountain (7956321826)

(Foto: Denali National Park and Preserve, Public domain)

Stony Overlook und Scott Peak (2691 m)

Ranger at Eielson (7956326920)

(Foto: Denali National Park and Preserve, Public domain)

Blick aus dem Eielson Visitor Center

(Foto: njwilson23, CC BY-SA 2.0)

Spiegelung im Wonder Lake: Der Mount Denali (6193 m)

Kantishna, Alaska

(Foto: Pi3.124, CC BY-SA 4.0)

Kantishna mit der Denali Backcountry Lodge in der Mitte

Aktivitäten

Der Nationalpark ist eine naturbelassene Landschaft, die nur durch Wandern und Bergsteigen erschlossen werden kann. Fahrradfahren ist auf der Denali Park Road gestattet, für bestimmte Gewässer kann eine Angel-Lizenz erworben werden.

Ausflüge

Im Eingangsbereich (nahe des Visitor Centers und Riley Creek Campingplatzes) gibt es zahlreiche ausgewiesene Wanderwege mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Schwierigkeitsgraden. Im Visitor Center sind Wanderkarten und Informationen zu empfohlenen Routen erhältlich.

Bei Fahrten mit den Shuttle-Bussen ist ein jederzeitiges Ein- und Aussteigen entlang der gesamten Park Road möglich. Im inneren Parkbereich (hinter dem Savage River) gibt es nur wenige ausgewiesene Wanderwege; es ist aber ausdrücklich gestattet und erwünscht, sich im freien Gelände zu bewegen („hiking off-trail“). Allerdings gilt der Grundsatz „Leave no trace“: Schon benutzte Pfade meiden und als Gruppe eher nebeneinander statt hintereinander gehen, um die Belastung der Vegetation zu verteilen.

Für Off-Trail-Wanderungen empfiehlt es sich, früh mit einem Shuttle-Bus in den Park zu fahren und das Gelände während der westwärts führenden Hinfahrt vom Bus aus zu erkunden. Auf der Rückfahrt Richtung Parkeingang kann man den Fahrer bitten, an einer besonders interessanten Stelle auszusteigen. Nach der Wanderung kehrt man einfach zur Park Road zurück und hält einen vorbeifahrenden Shuttle-Bus an. Fahrpläne sind im Visitor Center erhältlich oder können vorab heruntergeladen werden. Gelegentlich kann es vorkommen, dass der erste oder zweite Bus voll ist – in diesem Fall sollte man auf eine mögliche Wartezeit von bis zu einer Stunde eingestellt sein.

Küche

Wie in ganz Alaska und den restlichen US-Staaten wird vorzugsweise nordamerikanische Küche angeboten.

Unterkunft

An der Ostgrenze des Parks nahe dem Visitor Center befinden sich insgesamt mindestens 14 Hotels/Motels/Lodges vor allem entlang des George Parks Highways. Am Ende der Denali Park Road gibt es in Kantishna die

  • Denali Backcountry Lodge mit 46 einzelnen Holzhütten. Die Webseite Booking.com listet am Park 12 Hotels/Lodges/Motels aller Kategorien auf. Die am Park gelegenen Ortschaften Healy (12 Unterkünfte) und Cantwell (3) verfügen ebenfalls über Unterkunftsmöglichkeiten.

Die beschriebenen Campgrounds können zum Zelten genutzt werden, dafür sind strenge Verhaltensvorschriften zu beachten.

Sicherheit

Vor allem bei Wanderungen muss sich der Reisende bewusst werden, dass er sich in der Wildnis aufhält und eine zu nahe Begegnung (englisch: close encounter) mit Wildtieren jeder Art eine Lebensgefahr für ihn darstellen kann. Deshalb muss bei Wanderungen ein Radius von 500 Metern überblickt werden. Das gilt insbesondere bei Begegnungen mit Bären und Elchen. Die im Visitor Center bereitgehaltenen Instruktionen müssen unbedingt beachtet werden. Die in ihnen enthaltenen Warnungen sind nicht übertrieben.

Literatur

Wolfgang Förster, Nationalparks in Alaska, BoD – Books on Demand, 2021; ISBN 978-3755718406.

National Park Service

Einzelnachweise

GeoData

Woher diese Seite stammt

Diese Seite wurde von Wikivoyage übernommen. „Denali National Park“ aus Wikivoyage, von seinen Autorinnen und Autoren, unter CC BY-SA 4.0. Hier geändert: als Seite gesetzt; Bearbeitungslinks, Karten und Eintragsdaten weggelassen; jedes Foto unter seiner eigenen Lizenz, in der Bildunterschrift genannt.

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