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Oatman ist ein Dorf im US-Bundesstaat Arizona.
Hintergrund
Oatman liegt auf 826 Metern Höhe in der Gebirgskette der
- Black Mountains im Mohave County im Nordwesten von Arizona.
Das Dorf hat den Charme eines Wildwest-Ortes aus der Zeit des Goldrauschs, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.
Geschichte
Oatman (um 1930) (Foto: Unknown author Unknown author, Public domain)
Die Route 66 nahe Oatman (um 1930) (Foto: Unknown author Unknown author, Public domain)
In der Gegend lebten die indigenen Mohave, Yavapai und Tolkepaya. Deren erste Begegnung mit Weißen dürfte am 18. Februar 1851 erfolgt sein, als Mormonen unter der Führung von James C. Brewster Richtung Kalifornien unterwegs waren. An jenem Tag überfielen 19 indigene Yavapai oder Tolkepaya den Treck der neunköpfigen Familie des Royce Oatman, töteten sechs Mitglieder und nahmen zwei – Olive und Mary Ann Oatman – gefangen.[1] Als Olive 1856 den Weißen übergeben wurde, war Mary Ann Oatman bereits verstorben.
Freundschaftlicher verlief eine Begegnung, als um 1863 der Goldsucher John Moss nach Hinweisen des Mohave-Häuptlings Iretaba auf Gold stieß.[2] Seine Moss Mine stellte sich als produktiv heraus, auch seine zweite Mossback Mine war sehr ergiebig, und beide lösten einen regionalen Goldrausch aus.
Eine Besiedlung fand erst im Jahre 1902 statt, als das Goldsucher-Camp Vivian, benannt nach der Vivian Mining Company, gegründet wurde. Bereits 1902 wurde das nach dem Erbauer John Durlin benannte Durlin Hotel eröffnet, 1906 kam das Postamt Vivian Post Office hinzu. Der Ort wurde erst 1909 zu Ehren der durch Indigene attackierten Familie in Oatman umbenannt, im selben Jahr benannte sich auch das Durlin Hotel in Oatman Hotel um.
1915 erbrachten die Moss-Minen US-$ 10 Millionen Gewinn, was die Einwohnerzahl auf 10.000 ansteigen ließ. 1920 entstand eine Straßenverbindung mit Kingman durch die National Old Trails Road.3], die 1926 ein Teil der [Route 66 wurde. 1910 führten weitere Goldfunde zur Gründung der Tom Reed Mine. Im Jahre 1915 gab es neben dem Oatman Hotel noch das Arizona Hotel und 14 weitere Hotels. 1921 brannten kleinere Gebäude des Ortes nieder. Bis 1922 verbuchten die Moss-Minen einen Gewinn von US-$ 15 Millionen. 1927 eröffnete an der Route 66 die Tankstelle Cool Springs Station. Im Oatman Hotel verbrachten ab 18. März 1939 die Filmschauspieler Clark Gable und Carol Lombard ihre Flitterwochen.
Als am 17. September 1952 die Route 66 um die Kleinstadt herumgeführt wurde, mussten sechs der sieben Tankstellen schließen, die Bevölkerung sank auf 60 Einwohner.4] Ein weiterer Rückschlag kam am 13. Oktober 1984, als der [Interstate die Route 66 ersetzte und dadurch viele Ortschaften in Arizona umgangen wurden, darunter auch Oatman.
Heute ist das Oatman Hotel eine Bar, Restaurant und Museum. Die im Dorf herumstreunenden Wildesel (spanisch: burro) sind ein Überbleibsel des Goldrauschs, wo sie als Lasttiere dienten.
Anreise

Wilkomens-Schild (Foto: Marine 69-71, CC BY-SA 4.0)
Eine Anreise ist weder mit dem Flugzeug noch mit der Eisenbahn oder dem Bus möglich. Diese Transportmittel können nur von/bis Kingman genutzt werden. Kingman ist 45 km von Oatman entfernt und kann über die Route erreicht werden. Kingman liegt am Interstate . Wer die Route 66 bereist, kommt automatisch nach Oatman.
Sehenswürdigkeiten

Cool Springs (Foto: Joshua Noble, CC BY-SA 2.0)

Schießerei vor dem Olive Oatman Saloon (Foto: Asamudra ( talk ), CC BY 3.0)

Das Oatman Hotel (Foto: Marine 69-71, CC BY-SA 4.0)

Wildesel, Füttern erlaubt (Foto: Marine 69-71, CC BY-SA 4.0)
Oatman ist ein Straßendorf, in dem die Route 66 auch Main St / Oatman Road heißt. Hier reihen sich alle wichtigen Läden, Geschäfte und Sehenswürdigkeiten.
Little White Church 1910 erbaute christliche Kirche, die das Feuer von 1921 überstand.
- Oatman Theatre 1912 erbautes Theater mit 300 Sitzplätzen, 1980 saniert, heute der Souvenirladen Oatman Gift Shack.
- Oatman Drug Company Building 1915 eröffnete Apotheke.
- Olive Oatman Restaurant and Saloon der 1925 erbaute Saloon gehörte zu den Attraktionen des Dorfes, er brannte am 27. Februar 2025 vollständig ab.
- Oatman Mercantile / Lee's Lumber Building 1926 erbauter Hardwareshop.
- Oatman Jail das 1936 erbaute Gefängnis benutzte auch eine 1897 konstruierte Strafzelle.
- Wild West Gold Camp Museum zeigt Alltagsgegenstände aus der Gründerzeit. Geöffnet: 09:00-18:00.
Einkaufen
Gemischtwarenladen ist der
- Oatman General Store (180 Main St; geöffnet 09:00-18:00), Geschenkladen Oatman Gift Shack (221 Main St; 09:00-17:00), Geschenk- und Souvenirladen Classy Ass (191 Main St; 09:00-17:00) und Juwelierladen mit Türkisschmuck Rock N Art (192 Main St; 10:00-18:00).
Küche
Das Oatman Hotel (181 Main St; 08:00-18:00) ist das älteste Gebäude des Dorfes und ist kein Hotel mehr, sondern ein Museum (das Originalzimmer, worin Clark Gable und Braut übernachtet hat) und Kneipe mit Restaurant. Angeboten wird rustikale amerikanische Küche. Geröstete Nüsse und Grillfleisch vom Büffel, Alligator und Wapiti gibt es bei The Nut House and Gold Mine Jerky Co. (280 Main St; 11:00-16:00).
Nachtleben
Im Dorf werden um 19:00 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt. Es darf nicht verwundern, dass Judy’s Saloon (260 Main St; 10:00-17:00) und Outlaw Willie’s (240 Main St; 10:00-17:00) bereits um 17:00 Uhr schließen.
Unterkunft
In Oatman gibt es keine Unterkünfte. Es wird unterstellt, dass die Route 66-Touristen hier auf der Durchreise nur kurz anhalten und dann weiterfahren. Nächste Unterkünfte befinden sich in Kingman.
Veranstaltungen
Täglich findet vor dem Oatman Hotel eine Schießerei zweier Gesetzesbrecher (englisch: outlaws) statt, weswegen die Route 66 gesperrt wird (12:00 und 14:15 Uhr). Diese sind kostenlos, es wird aber um eine Spende für einen wohltätigen Zweck gebeten.
Berühmt und skurril ist der jährlich am 4. Juli stattfindende Sidewalk Egg Frying Contest, wo man nur mit Hilfe der Sonne versuchen muss, Eier zu braten. Oatman ist Teil der jährlich stattfindenden Oldtimer-Parade Historic Route 66 Fun Run, die in Seligman beginnt.
Ausflüge
Auf der Route 66 gelangt man Richtung Osten nach 7 km zum 1093 m hohen Sitgreaves Pass, mit 12 % Steigung der steilste Teil der gesamten Route 66. Richtung Westen erreicht man nach 32 km Golden Shores.
Literatur
Doris Clark/Hal Clark, The Oatman Story, H & H Printers, 2002; ISBN 978-0972059909.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ James R. Arnold/Roberta Wiener, The Encyclopedia of North American Indian Wars, 1607–1890, ABS-CLIO Publishing, 2011, S. 575
- ↑ Peter Massey/Jeanne Wilson, Backcountry Adventures Arizona, Adler Publishing Inc., 2006, S. 191 f.
- ↑ Jim Hinckley, Ghost Towns of Route 66, Quarto Publishing Group USA, 2020, S. 130 ff.
- ↑ Joe Sonderman, Route 66 Roadside Signs and Advertisements, Voyageur Press, 2016, S. 127
GeoData
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