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Südkalifornien (englisch: Southern California, oft kurz SoCal) ist der südliche Teil des US-Bundesstaates Kalifornien. Geografische Pendants sind Zentralkalifornien und Nordkalifornien.

Hintergrund

Südkalifornien ist geografisch ein Teil der Westküste der USA. Die Trennung zwischen Nord- und Südkalifornien beschäftigte einige Zeit die Geografen. Ein Literatur-Magazin legte sie im Oktober 1943 auf die südliche Grenze des Monterey County fest. Ein anderer Wissenschaftlicher fand, dass südlich der Tehachapi Mountains „selbst der Pazifik, sowohl die Landstruktur als auch die Bewohner sich merklich verändern“.1] Letztere hat sich durchgesetzt: Werden landesweite Geschäftstreffen, Konferenzen oder sonstige Foren zentral abgehalten, ist [Fresno sozusagen als „neutrales Territorium“ anerkannt. Freilich befinden sich die Tehachapi Mountains im Santa Barbara County, das jedoch zu Nordkalifornien gehört.

Geschichte

Die erste Besiedlung der Gegend erfolgte bereits zwischen 11000 und 8000 vor Christus; die Zeit der Besiedlung durch die indigenen Mojave kann auf 1200 nach Christus datiert werden.[2] Es bildeten sich nachfolgend 138 verschiedene Stämme mit 22 Sprachen heraus. Darunter befanden sich unter anderen die Cahuilla, Chamahuai, Chumash, Cochan oder Serrano. Die Bezeichnung „Kalifornien“ stammt entweder aus dem Ritterroman Las sergas de Esplandián des Garci Rodríguez de Montalvo, worin das Fantasieland California vorkommt, das von einer Königin namens Calafia regiert wird. Die älteste bekannte erhaltene Ausgabe dieses Werks wurde im Juli 1510 in Sevilla veröffentlicht. Oder es leitet sich von der Bezeichnung „heißer Ofen“ (

Im Jahre 1769 setzten die Spanier eine geplante Missionierung der Indigenen – ausgehend von Südkalifornien – um, welche die Errichtung von Klöstern an der kalifornischen Küste zu Ziele hatte. Auf diese Weise entstanden 21 Missions-Stationen, davon 11 in Südkalifornien. Die erste war die Mission San Diego de Alcalá, gegründet am 16. Juli 1769 von dem spanischen Mönch Junípero Serra. Hinzu kamen Militärposten (spanisch: presidios), so 1775 in Monterey, 1776 in San Francisco und 1782 in Santa Barbara.4] Am 14. Juni 1846 wurde das zu [Mexiko gehörende Kalifornien durch die USA annektiert und am 9. September 1850 schließlich als einunddreißigster Staat in die USA aufgenommen. Gab es 1769 noch 30000 Indigene in Südkalifornien, schrumpfte ihre Zahl bis 1910 auf 1250.

Regionen

Ein großer Teil von Südkalifornien ist die Kalifornische Wüste, sie macht etwa 38 % der Landfläche Südkaliforniens aus. Eine weitere Region ist die Kalifornische Südküste.

Countys

Counties in Südkalifornien

Counties in Südkalifornien (Foto: Menchi, Public domain)

Südkalifornien umfasst die acht Counties Santa Barbara, Ventura, Los Angeles, Orange, San Diego, San Bernardino, Riverside und Imperial, manchmal zählt man auch die Counties San Luis Obispo und Kern zu Südkalifornien.

Los Angeles County: mit ca. 10 Millionen das bevölkerungsreichste County, städtisch geprägt;

Städte

San Diego mit Hafen

San Diego mit Hafen (Foto: U.S. Navy, Public domain)

Nationalparks und Schutzgebiete

Joshua Tree National Park

Joshua Tree National Park (Foto: Tony Webster from Portland, Oregon, United States, CC BY 2.0)

Lohnenswert ist eine Reise in die drei Teilwüsten der Kalifornischen Wüste.

Nationalparks
In dieser Wüste befinden sich folgende Nationalparks:

Außerdem gehört zu Südkalifornien der im Pazifik liegende

Schutzgebiete
Cabrillo National Monument,

Anreise

Der mit Abstand größte Passagierflughafen der Region ist der

Mobilität

Amboy an der Route 66

Amboy an der Route 66 (Foto: Alienburrito at English Wikipedia, CC BY-SA 3.0)

Südkalifornien ist durch Fernstraßen in Nord-Süd-Richtung mit dem nördlichen Kalifornien bis hin zur kanadischen Grenze verbunden. Der Interstate Highway führt über Seattle bis an die kanadische Grenze, der U.S. Highway verbindet Los Angeles über San Francisco und die Golden Gate Bridge bis Nordkalifornien.

Die legendäre U.S. Route 66 erreicht in Needles Südkalifornien und wird ab hier auch „(Old) National Trails Highway“ genannt. Dieser verläuft über Essex, Amboy, Bagdad, Newberry Springs und Barstow über La Delta nach Victorville zum dortigen California Route 66 Museum. Vorbei an San Bernardino und Pasadena endet sie schließlich in Santa Monica an der Strandpromenade.

Im Großraum Los Angeles gibt es mit dem Metrolink ein Regionalbahnsystem mit 11 Linien und insgesamt rund 860 km Streckennetz. In Oceanside besteht Anschluss vom Metrolink zum Coaster und Sprinter, den beiden Regionalbahnlinien des Großraums San Diego. Zwischen Los Angeles und San Diego (und ein paarmal pro Tag auch Santa Barbara) fährt zudem der schnellere Pacific Surfliner der Amtrak.

Sehenswürdigkeiten

Außer den Nationalparks und Schutzgebieten sind insbesondere noch folgende Sehenswürdigkeiten von Bedeutung:

Hollywood: ein Stadtteil von Los Angeles mit bedeutenden Filmstudios und Produktionsgesellschaften.

  • Malibu: ein im Los Angeles-County gelegener Ort mit Villen von Filmstars und dem berühmten Malibu-Beach.
  • Mount Whitney ist mit 4421 m der höchste Berg von Kalifornien und der höchste der USA außerhalb Alaskas.

Eine besondere kulturhistorische Sehenswürdigkeit sind die spanischen Missions-Stationen der Franziskaner in Südkalifornien (alphabetisch):

Sämtliche Missionen stammen aus dem 18. Jahrhundert und sind als National Historic Landmark als Baudenkmäler registriert.

Klima

Einem bekannten Song von Albert Hammond zufolge (veröffentlicht im Oktober 1972) regnet es in Südkalifornien niemals (

  • englisch: It Never Rains in Southern California…), was jedoch nur auf die Kalifornische Wüste zutrifft. Allgemein herrscht ein semi-arides Klima mit im Jahresverlauf 230–330 mm Niederschlag, der jedoch größtenteils in den Wintermonaten von Dezember bis März fällt. Von Mai bis September gibt es hingegen – ganz dem Klischee entsprechend – maximal einen Regentag pro Monat. Die Temperaturen sind ganzjährig mild und schwanken zum Beispiel in San Diego zwischen durchschnittlich 13,6 °C im Dezember und 22 °C im August. In den Wüstengebieten werden im Sommer Rekord-Temperaturen von 46 °C und mehr gemessen.

Aktivitäten

Die Küste von Südkalifornien eignet sich besonders gut zum Wassersport, insbesondere zum Wellenreiten, das geradezu der Inbegriff der Freizeitbeschäftigung in Südkalifornien ist. Weltbekannt dürften infolge der Erwähnung in zahlreichen Hollywoodfilmen etwa die Strände Huntington Beach, Malibu Beach und Venice Beach bei Los Angeles sein. Der Salt Creek Beach Park in Dana Point im südlichen Orange County war einer der Ausgangspunkte der Surfer-Bewegung in den 1950er- und 1960er-Jahren und gilt bis heute als eines der schönsten Surfgebiete an der kalifornischen Küste. Auch der Black's Beach / Scripps Beach bei La Jolla ist ein exzellentes Gebiet für Surfer aller Erfahrungsklassen.

Küche

Cobb Salad ist ein typischer gemischter Salat. Erfunden soll er 1937 im Restaurant Brown Derby in Hollywood worden sein. Der Besitzer Robert H. Cobb soll ihn als Notlösung aus diversen Bestandteilen zusammengefügt haben. Der Salat besteht aus folgenden Zutaten: Kopfsalat, Tomatenwürfel, Avocado, gebratenen Speck, gebratene Hühnerbrust, gekochte Eier, Blauschimmelkäse, Frühlingszwieben, häufig auch Schwarzen Oliven, Gemüsepaprika oder Artischockenherzen. Dazu wird Cobb Salad Dressing serviert, eine stark gewürzte Vinaigrette. Merkmal: amerikanische Küche.

(Foto: Elizabeth from Lansing, MI, USA, CC BY 2.0)

Cobb Salad

Sicherheit

Siehe auch: USA#Sicherheit

In ganz Kalifornien werden Waldbrände (

  • englisch: wildfires) thematisiert, die gerade die Hauptreisesaison beeinträchtigen können. Dann kann es zu Straßensperrungen in den betroffenen Gebieten kommen, wodurch Reiseziele nicht erreicht werden können. Da das Rettungspersonal (englisch: fire fighters) in Hotels untergebracht wird, kann es zu Engpässen bei Unterkünften kommen.

Ausländische Vertretungen

In Los Angeles gibt es ein deutsches Generalkonsulat, zu dessen Amts- und Konsularbezirk ganz Südkalifornien gehört.

Literatur

Manfred Braunger, Los Angeles & Südkalifornien, DuMont-Reiseverlag, 2014; ISBN 978-3770172931.

Einzelnachweise

GeoData

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