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This page is also in English: Lake Nakuru National Park travel guide

Der Lake Nakuru National Park ist ein 188 km² kleiner Nationalpark in Kenia.

Hintergrund

Der Lake Nakuru National Park ist benannt nach dem

  • Lake Nakuru , einem 40 bis 80 km² großen und 1758 m hoch liegenden Natronsee. Dieser nimmt mindestens 21 % der Parkfläche ein. Das Wort Nakuru stammt aus der Maasai-Sprache, wo „enkare nakurro“ so viel bedeutet wie „staubiger Ort“.

Kenia verfügt über 23 landgebundene und 4 marine Nationalparks. Nach dem Masai Mara Nationalreservat und dem Nairobi Nationalpark ist der Lake Nakuru-Nationalpark das meist besuchte Naturschutzgebiet Kenias. Hauptattraktion sind die millionenfach vom und auf dem See lebenden Flamingos.

Geschichte

Die Ausgrabungsstätte Hyrax Hill Prehistoric Site and Museum 2 km östlich von Nakuru zeigt, dass hier in der Gegend bereits um 1000 vor Christus Menschen gelebt haben.[1]

Als Entdecker des Natronsees gelten der Forschungsreisende Graf Sámuel Teleki von Szék und Leutnant Ludwig von Höhnel, die am 5. März 1888 zunächst den „Rudolfsee“ (im Zuge der Afrikanisierung 1975 in Turkana-See umbenannt) und kurz danach auch den Nakurusee erkundeten.[2] Der Natronsee war zu jener Zeit wohl viel weiter nach Süden ausgedehnt als heute.

Noch während der britischen Kolonialzeit wurde der Nakurusee 1957 als Conservation area ausgerufen, 1961 wurden die südlichen zwei Drittel des Sees als Vogelschutzgebiet ausgewiesen, das 1964 auf den gesamten Nakurusee ausgedehnt wurde und noch dessen Uferzonen dazubekam. Nach der Unabhängigkeit Kenias im Dezember 1963 erhielt das Gebiet 1968 den Status eines Nationalparks. 1984 wurde im Park das erste, von der Regierung eingerichtete Nashorn-Schutzgebiet eröffnet. 1986 entschloss sich die Parkverwaltung zur Installation eines Elektrozaunes rund um den See, im Juli 1995 trocknete der See für 1 Jahr vollständig aus. Seit 2011 ist der Lake Nakuru wie auch der Lake Bogoria und der Lake Elementeita Weltnaturerbe der UNESCO.

Klima, Flora und Fauna

Der Nationalpark liegt in der Nähe des Äquators, weshalb hier die Zenitalsonne ein tropisches, semi-arides Klima begünstigt. Die Tagestemperaturen liegen ganzjährig im Durchschnitt bei maximal 25 °C, nachts ist es um 13 °C. Tagsüber können auch 28 °C und mehr erreicht werden. Es gibt eine ausgesprochen lange Trockenzeit zwischen Januar und Mai sowie Juni bis Oktober, die große Regenzeit ist im November/Dezember, die kleine im März/April.

Im Park gibt es 56 Säugetierarten, darunter Anubis-Paviane, Defassa-Wasserböcke, Flusspferde, Giraffen (Rothschild-Art), Hyänen, Impalas, Kaffernbüffel, Klippschliefer, Leoparden, Löwen, Marabus, Nashörner (100 Breitmaul- und 50 Spitzmaulnashörner), Warzenschweine und Zebras. Nicht vorhanden sind unter anderem Elefanten, Geparden oder Gnus.

Der Nakurusee besteht chemisch aus Natriumkarbonat, die Ablagerungen heißen Trona. Die hohe Konzentration und der Algenbestand sind Futtergrundlage für maximal 2 Millionen Flamingos, die in zwei Arten vorkommen: in der Mehrheit sind die Zwergflamingos, der Rest sind Rosaflamingos. Beide Arten filtern täglich etwa 150 Tonnen als Futter aus dem See heraus und gehören zu den größten Wildtier-Populationen in Afrika. Die Zahl der Flamingos schwankt je nach Salzkonzentration und Algenbestand. Regnet es in der Regenzeit häufig, sinkt die Konzentration, und die Flamingos weichen zu anderen Natronseen aus.[3] Daneben sind etwa 9000 Pelikane zu sehen. Die markante rosa Farbe dieser Vogelarten entsteht durch das im See enthaltene Karotin. Sie alle gehören zu den mindestens 397 Vogelarten, die hier beobachtet werden können. Darunter befinden sich 90 Arten von Wasservögeln.

Beide Extreme – die Austrocknung oder Überschwemmung des Sees – kamen mehrfach vor. Seit 1951 war er mindestens fünfmal ausgetrocknet und mindestens achtmal überschwemmt. Eine verheerende Überschwemmung erfolgte zwischen März und Mai 2024, als sogar das Main Gate auf einer Höhe von 1754 Metern hiervon betroffen wurde.

Mindestens 556 Pflanzenarten wurden registriert, darunter als Baumarten die Akazie, Euphorbie und der Olivenbaum.

Reisevorbereitung

Die beste Reisezeit ist Juni bis Oktober, gleichzeitig auch die Hauptsaison, für die Hotels/Lodges rechtzeitig zu reservieren sind. Safaris können mit Mietwagen selbst organisiert oder in Nakuru als Pauschalreise gebucht werden.

Anreise

Die Stadt Nakuru liegt im Nordwesten von Kenias Hauptstadt Nairobi und kann von dort über 166 km auf der A104 erreicht werden. Nakuru hat 570000 Einwohner und liegt 1860 Meter hoch. Im Ort führt die innerstädtische Flamingo Road direkt zum Main Gate.

Auf dem Nakuru Airport (IATA: NUU) starten und landen Kleinflugzeuge auch nach oder von Nairobi. Im Süden des Sees befindet sich der Naishi Airport, von dem aus Kleinflugzeuge zu Rundflügen starten.

Von Nakuru aus können alle drei Einfahrts-/Ausfahrtstore (englisch: gates) erreicht werden:

Name des GateRichtungOrt
Main GateNordNakuru
Lanet GateNordostEldorado
Nderit GateSüdostSoysambu Conservancy

Die Tore sind ganzjährig zwischen 07:00 Uhr und 19:00 Uhr geöffnet. Wer außerhalb des Parks übernachtet, muss ein Tor rechtzeitig vor Schließung erreichen. Das Main Gate war mehrfach von Überschwemmungen betroffen, so dass in diesem Fall die anderen Tore benutzt werden müssen.

Streckenführung

Um den See führt die Park Road, von der aus auch über Abzweige alle Sehenswürdigkeiten erschlossen werden können.

Übersicht

Im Uhrzeigersinn von Nord beginnend gibt es folgende Sehenswürdigkeiten:

geografischer OrtEntfernung in km
Lake View0 0
Lanet Gate0 9
Lion Hill Lookout0 4
Rhino Point11
Naishi Airstrip0 8
Lake Viewpoint11
Baboon Cliff Viewpoint0 8
Lake View0 9
Gesamtstrecke60

Die Park-Road ist eine steinige, üble Schotterpiste, die nur mit Allradfahrzeugen befahren werden kann.

Einzelheiten

Im Uhrzeigersinn von Norden beginnend gibt es folgende Sehenswürdigkeiten:

Lake View der erste Aussichtspunkt auf den See und dessen Umgebung vom Norden aus.

  • Lion Hill Lookout der Aussichtspunkt ist Teil der Sarova Lion Hill Game Lodge auf dem Plateau des Lion Hill. Hier am Ostufer des Sees steht der größte reine Baum-Euphorbienwald Afrikas.
  • Rhino Point ein Ausblick auf das Nashorn-Schutzgebiet mit hoher Wahrscheinlichkeit, die launischen Tiere zu sehen.
  • Lake Viewpoint am Südufer mit einem guten Ausblick auf den See und dessen Umgebung.
  • Lion Point Lake Nakuru hier gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit für die Beobachtung von Löwen.
  • Makalia Falls an der Südgrenze des Parks gelegener 10 m hoher Wasserfall.
  • Baboon Cliff Viewpoint der auf einer Höhe 1865 von Metern (oder 107 m über dem Nakurusee) liegende Aussichtspunkt ist der populärste und bietet einen grandiosen Überblick über den ganzen See und die Kolonie der Flamingos. Diese Baboon Cliffs gehören zu den wenigen Stellen, an denen man gefahrlos das Auto verlassen darf.

Für die Umrundung des Nakurusees sollte man sich einen ganzen Tag Zeit nehmen.

Bilder

Laika ac Lake Nakuru National Park (6693412647)

(Foto: Laika ac from USA, CC BY-SA 2.0)

Blick vom Norden auf die Park Road und den See

(Foto: Thad K., CC BY-SA 2.0)

Ausblick vom Baboon Cliff Viewpoint

Flamingos in Lake Nakuru

(Foto: Xiaojun Deng, CC BY 2.0)

Rosaflamingos (1)

Large number of flamingos at Lake Nakuru

(Foto: Syllabub, CC BY-SA 3.0)

Rosaflamingos (2)

200812 kenya-126 (3213103037)

(Foto: Franco Pecchio from Milano, Italy, CC BY 2.0)

Im Vordergrund eine Impala-Antilope, dahinter eine Kolonie Pelikane

Lac nakuru faune

(Foto: "Daniel Fafard ( Dreamdan )", CC BY-SA 3.0)

Spitzmaul-Nashörner und Zebras

Makalia Falls (43678724945)

(Foto: Kandukuru Nagarjun from Bangalore, India, CC BY 2.0)

Die Makalia Falls im Süden des Sees

Lake Nakuru National Park-Kenya

(Foto: Queen Asali, CC BY-SA 4.0)

Überschwemmung im Oktober 2024 bis hin zum Main Gate

Menengai crater,Nakuru kenya

(Foto: Tr Brian mwangi, CC BY-SA 4.0)

Der Menengai-Krater

Gebühren / Permits

In allen Nationalparks Kenias ist seit August 2023 keine Barzahlung am Eingang mehr möglich. Eintrittsgebühren müssen ausschließlich über die offizielle Regierungsplattform eCitizen bezahlt werden. Andere Zahlungsmethoden wie Barzahlung, Kreditkarten direkt am Gate oder mobile Zahlungen vor Ort werden nicht akzeptiert. Um Zugang zu den Nationalparks zu erhalten, müssen Besucher im Voraus ein eCitizen-Konto erstellen und die Eintrittsgebühren online bezahlen. Akzeptierte Zahlungsmethoden auf der Plattform sind M-Pesa, Airtel Money sowie Kredit- und Debitkarten. Nach erfolgreicher Zahlung erhält man ein elektronisches Ticket (E-Ticket), das man am Parkeingang vorzeigen muss.

Es ist ratsam, die Eintrittsgebühren mindestens einen Tag vor dem geplanten Besuch zu bezahlen, um mögliche technische Probleme oder Verzögerungen zu vermeiden. In der Vergangenheit kam es zu Systemausfällen, die dazu führten, dass Touristen ohne vorherige Online-Zahlung keinen Zugang zu den Parks erhielten.

Die Eintrittsgebühren für den Lake Nakuru-Nationalpark müssen auf diese Weise entrichtet werden. Erwachsene Touristen aus Herkunftsländern außerhalb von Afrika zahlen in der Hauptsaison US-$ 80, in der Nebensaison US-$ 60. Die Camping-Gebühren für die „Special Campsite“ betragen US-$ 30, für öffentliche Campsites US-$ 20.

Unterkunft

Im Park befinden sich die

  • Sarova Lion Hill Game Lodge (65 Chalets) und die Lake Nakuru Sopa Lodge (60 Zimmer, auf 1666 m Höhe). Die Webseite Booking.com listet für Nakuru 913 Hotels/Lodges/Motels aller Kategorien auf, wovon insbesondere die Mambo Game View (4 Zimmer) erwähnenswert ist.

Im Park gibt es drei Campgrounds, und zwar die Special Campsite, Makalia Falls Campsite und die The Cliff Nakuru (10 stationäre Zelte) auf einem Fels.

Ausflüge

Der 2278 m hohe Vulkan Menengai Crater liegt 14 km nördlich der Stadt Nakuru. Mit dem Auto kann man bis zum Kraterrand fahren und einen herrlichen Blick auf Nakuru und den Nakurusee genießen. Die Caldera hat einen Umfang von 89 km² und liegt 483 Meter unterhalb des Kraterrandes.

Südlich von Nairobi beginnt die Nairobi–Mombasa Road A109, an der die fünf Nationalparks Nairobi Nationalpark, Amboseli-Nationalpark, Chyulu Hills National Park, Tsavo-East-Nationalpark und Tsavo-West-Nationalpark liegen.

Sicherheit

Siehe auch: Sicher reisen

Siehe auch: Tropenkrankheiten

Die  Safaris im Nationalpark finden in der Wildnis statt, so dass Aussteigen aus Fahrzeugen allgemein nicht erlaubt ist, einzige Ausnahme hiervon ist der Baboon Cliff Viewpoint, wenn man von den im Park befindlichen Lodges absieht. Die holprige Parkstraße ist sehr pannenträchtig, doch kann man wegen des hohen Aufkommens von Safari-Fahrzeugen mit schneller Hilfe rechnen, sofern man darauf angewiesen sein sollte.

Literatur

Tatjana Singh, Reiseführer Kenia, Trescher-Verlag, 1. Auflage, 2024, S. 160 ff.; ISBN 978-3897946460.

Einzelnachweise

GeoData

Woher diese Seite stammt

Diese Seite wurde von Wikivoyage übernommen. „Lake Nakuru National Park“ aus Wikivoyage, von seinen Autorinnen und Autoren, unter CC BY-SA 4.0. Hier geändert: als Seite gesetzt; Bearbeitungslinks, Karten und Eintragsdaten weggelassen; jedes Foto unter seiner eigenen Lizenz, in der Bildunterschrift genannt.

Noch hat sie niemand geschrieben: Sie ist das Ausgangsmaterial unter einer neuen Adresse. Deshalb werden Suchmaschinen gebeten, sie zu überspringen, und niemand verdient an ihr. Sie steht zur Übernahme bereit: Übernimm sie, dann gehört sie dir – zum Umschreiben und zum Verdienen.

LanguagesDeutschEnglish

Licence: CC BY-SA 4.0 · Adapted from de.wikivoyage.org

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