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Questa pagina è disponibile anche in Italiano: Territorio del Nord: guida di viaggio
Das Northern Territory (NT) liegt in der Mitte Australiens zwischen den Längengraden 129° Ost (Grenze zu Western Australia) und 138° Ost (Grenze zu Queensland). An der 13.500 km langen Küste im Norden liegen Timorsee,
- Arafurasee (Grenze zu Neuguinea) und der Golf von Carpentaria. Im Süden schließt sich am Breitengrad 26° S South Australia an.
Hintergrund
Das Northern Territory ist formal kein Bundesstaat wie etwa South Australia. Es ist rechtlich ein Territorium unter der direkten Kontrolle des Bundesparlaments in Canberra mit eigener Selbstverwaltungshoheit, während Bundesstaaten souveräne Bestandteile der Föderation darstellen.
Etwa 265.000 Einwohner leben im NT, konzentriert auf die Städte; alleine in Darwin leben mehr als 140.000 der "Territorians" (53 % der Gesamtbevölkerung). Mit 50.000 Aborigines und dem Arnhem Land ist es auch die Hochburg der Ureinwohner. Sie bieten den Touristen eine große Bandbreite an kulturellen Erfahrungen und künstlerischen Objekten und Darstellungen an.
Geschichte
Die Besiedlung des Northern Territory begann etwa um 58000 vor Christus unter anderem durch die indigenen Mirarr und Wik-Mungkan bei Malakunanja II.[1] Um 1500 vor Christus gelangte der Dingo nach Australien und wurde zum integrierten Bestandteil der Aboriginal-Gesellschaft.
Auf diese traf der holländische Entdecker Willem Janszoon, als er am 26. Februar 1606 südlich der Albatross Bay bis zum Cape Keerweer / Cape Turnaround[2] im heutigen Queensland vordrang, wo er feindlich empfangen wurde. Unterwegs hatte er das Northern Territory gesichtet.
Eine genauere Kartografierung gelang erst dem Engländer Matthew Flinders, als er zwischen dem 3. November 1802 und dem 6. März 1803 den Golf von Carpentaria erkundete. [3]
Die britische Kolonialisierung Australiens begann mit der Gründung der Strafkolonie New South Wales am 26. Januar 1788. Als weitere Kolonien folgten Western Australia (18. Juni 1829), South Australia (28. Dezember 1836), Victoria (1. Juli 1851), Queensland (6. Juni 1859) und zuletzt das Northern Territory (6. Juli 1863). Am 5. Februar 1869 wurde Darwin unter dem damaligen Namen Palmerston gegründet. Am 1. Januar 1901 schlossen sich diese sechs einzelnen australischen Kolonien zum Commonwealth of Australia zusammen.[4] Am 1. Januar 1911 wurde auch das Northern Territory formal an das Commonwealth of Australia übertragen.
Regionen
Es gibt im Northern Territory sechs Regionen:
| Region | Hauptort |
|---|---|
| Barkly Region | Tennant Creek |
| Big Rivers Region | Katherine |
| Central Australia | Alice Springs |
| East Arnhem Region | Nhulunbuy |
| Greater Darwin | Darwin |
| Top End | Darwin |
Die Region Central Australia ist geografisch ein Teil des Red Centre. Klimatisch unterscheiden sich die tropischen Wüstengebiete der Barkly Tablelands von den Feuchttropen wie im Top End.
Klima, Flora und Fauna
Felswallaby am Simpsons Gap (Foto: Bgabel, CC BY-SA 3.0)
Die große Fläche des Northern Territory über 13 Breitengrade hinweg weist zwei Klimazonen auf. Im tropischen Top End um Darwin gibt es ausgeprägte Regen- und Trockenzeiten, im semi-ariden Red Centre um Alice Springs lassen sich vier Jahreszeiten unterscheiden.
Die Trockenzeit im Top End liegt zwischen Mai und Oktober mit einer Luftfeuchtigkeit zwischen 30 und 50 % und Temperaturen von mindestens 30 °C (tags) und 14 °C (nachts). In der Regenzeit mit monsunalen Regenfällen steigt die Luftfeuchtigkeit auf über 70 % bei Temperaturen von 25 bis 33 °C (tags) und 20 bis 25 °C (nachts). Die Regenmenge kann 2000 mm im Jahr erreichen. Im Red Centre bringt der Sommer (Dezember bis Februar) heiße Tage mit 25 bis 35 °C am Tag und 15 bis 20 °C in der Nacht, wobei die Anzahl der Tage mit über 40 °C zunimmt. Im Winter (Juni bis August) liegen die Temperaturen zwischen 20 und 24 °C tags und 4 bis 6 °C nachts. Die Luftfeuchtigkeit ist im Winter mit 47 % am höchsten, im Sommer liegt sie bei wüstenartigen 27 %. Die jährliche Regenmenge liegt bei unter 300 mm. Zwei Übergangszeiten (zwischen März und Mai und Juli bis November) sind warm.
Es gibt mindestens 150 Säugetierarten, darunter 25 marine Arten. Unter den landlebenden befinden sich Dingos, Emus, 10 Känguru-Arten, Koalas, Flughunde, Kamele oder Schnabeligel. Zu den etwa 300 Reptilienarten gehören Dornteufel, Kragenechsen, Krokodile und 90 Schlangenarten wie die hochgiftigen Mulga und Taipan. Unter den 448 Vogelarten können Kraniche (Brolga, Jabiru), Papageien (Rosakakadu, Rotflügelsittich, Rotnackenlori) und Wellensittiche (Budgerigars) beobachtet werden. Überraschenderweise gibt es 225 Süßwasser-Fischarten.
Im Norden herrscht primärer tropischer Regenwald vor, der einen Anteil von lediglich 9 % am gesamten australischen Tropenwald ausmacht. Der Süden ist außerhalb der Wüstengebiete durch 188 Arten von Eukalyptusbäumen (englisch: gum trees) geprägt. Über 80 % der Landfläche des Northern Territory gehören zum Outback.
Anreise
Mit dem Flugzeug
Darwin hat den internationalen Flughafen Darwin International Airport (IATA: DRW), der besonders von asiatischen Ländern (Singapur, China), aber auch inneraustralisch angeflogen wird. Der Alice Springs Airport (IATA: ASP) wird von fast allen anderen australischen Flughäfen angeflogen. Der zum Yulara Resort gehörende Ayers Rock Airport (IATA: AYQ) wird nur von Alice Springs, Sydney und Cairns angeflogen. Einzig Qantas und Virgin Airlines bieten Flüge auf diesen Strecken an, was bei der Auswahl von inneraustralischen Flugpässen beachtet werden muss.
Mit der Bahn
Außer dem Luxuszug The Ghan (Streckenlänge von Nord nach Süd: 2979 km), der von Adelaide über Alice Springs und Katherine nach Darwin und umgekehrt fährt, gibt es keinen Personenverkehr mit der Bahn.
Mit dem Bus
Fernbusse der Greyhound Australia verkehren auf den Strecken Darwin → Broome → Coral Bay → Perth, Melbourne → Adelaide → Alice Springs → Darwin und von der Ostküste (Townsville, Brisbane, Sydney) via Mount Isa nach Tennant Creek (mit Anschlüssen nach Nord und Süd). Die Verbindungen sind schnell, es wird auch nachts gefahren.
- Ebenfalls inzwischen zu Greyhound gehört Oz-Experience, die einen Mittelweg zwischen Langstreckenbus und Tourbus darstellen. Sie fahren auf der Strecke Adelaide → Alice Springs und Alice Springs → Darwin, halten an interessanten Punkten (der Fahrer wird dann zum Tourguide) und bleiben Nachts in einem Ort stehen. Der Fahrtpreis enthält nicht die Übernachtung, Vorschläge für Unterkünfte bekommt man im Bus.
Auf der Straße

Die 1035 km lange Tanami Road im Northern Territory führt von Alice Springs zum Victoria Highway in Westaustralien. (Foto: Tdc, CC BY-SA 3.0)
Von Süden kommt der

(Foto: Nima Farid, Public domain)
aus Adelaide und erreicht nördlich von Coober Pedy das Northern Territory.
Von Osten kann aus Queensland kommend über den Barkly Highway

(Foto: Public domain)
eingereist werden.
Aus dem Westen gibt es den asphaltierten Victoria Highway (

(Foto: Public domain)
) und die Schotterpisten Buntine Highway (
(Foto: Trisreed and FatM1ke, Public domain)
) im Norden sowie die Tanami Road (

(Foto: Public domain)
) im Süden.
Mit dem Schiff
Einige Kreuzfahrtschiffe machen einen Tag Station in Port Darwin.
Mobilität
Im Raum Darwin und in Alice Springs sind die regionalen Busse derzeit kostenlos.
Soll das ganze Northern Territory erkundet werden, bietet sich dafür ein angemietetes Auto oder Wohnmobil an.
Im Red Centre werden auch für längere Strecken Mehrtages-Abenteuertouren mit (Allrad)Bussen angeboten. Eine typische Tour führt von Alice Springs über einen Stop an einer Kamelfarm zum Uluru mit dortiger Wanderung und/oder Sonnenuntergangs-Sekt. Am nächsten Tag steht vormittags Kata Tjuta auf dem Programm und nachmittags die Weiterfahrt zum Kings Canyon. Am dritten Tag über Schotterpisten nach Hermannsburg, und am vierten Tag werden verschiedene Schluchten und Stationen in den West MacDonnel Ranges angefahren, bevor es wieder zurück nach Alice geht. Die Kosten für solche Touren können ja nach Anzahl Tagen und mitfahrenden Betreuern, Unterkunft (Zelt, Resort) und Verpflegung (Koch, Selbst kochen), sowie Jahreszeit (Hoch-/Nebensaison) zwischen wenigen hundert und deutlich über 1000 AUD betragen.
Von Yulara aus gibt es Shuttlebusse zum Uluru und den Kata Tjutas, zum Beispiel den Uluru Express (Kosten für Return-Ticket zum Uluru 50 AUD für Erwachsene, 30 AUD für Kinder, zu den Kata Tjutas 80 AUD/45 AUD).
Ein regelmäßiger Bustransfer zwischen Alice Springs (Abfahrt frühmorgens) und Yulara (Abfahrt Mittags) besteht und kostet ab 120 AUD.
Sowohl im Red Centre als auch im tropischen Norden bietet AAT Kings Shuttlebusse oder geführte (Mehr)Tagetouren zu den wichtigen Reisezielen an.
Orte
Westblick Serpentine Gorge MacDonnell Ranges (Foto: Stefano, CC BY-SA 3.0)
tropischer Norden:
Darwin (Hauptstadt)
- Katherine
- Jabiru
- Pine Creek
- Victoria River-Region
Timber Creek
- Top Spring
- Daly Waters
- Barkly Tableland
Tennant Creek
- Elliott
- Barkly
- Red Centre
- Yulara, Tourismussiedlung des Uluru–Kata-Tjuta-Nationalparks
- Hermannsburg
- Erldunda
- Angas Downs ist eine Aborigine-Ortschaft (englisch: family outstation) mit einer Homestead, die Zimmer bietet.
Nationalparks
Das Wahrzeichen Australiens: der Uluru ( Ayers Rock ) (Foto: Leonard G., Public domain)
Im Northern Territory gibt es 85 Nationalparks, von denen 33 gemeinsam mit traditionellen Aborigines geführt werden. Insbesondere sind folgende Parks zu erwähnen:
- Elsey National Park
- Finke Gorge National Park
- Garig Gunak Barlu National Park
- Iytwelepenty / Davenport Ranges National Park
- Judbarra / Gregory National Park
- Kakadu National Park
- Litchfield National Park
- Nitmiluk National Park
- Simpsons Gap National Park
- Tjoritja / West MacDonnell National Park
- Uluṟu-Kata Tjuṯa National Park
- Watarrka National Park
Weitere Sehenswürdigkeiten
Willkommensschild am Stuart Highway (Foto: Frans-Banja Mulder, CC BY 3.0)
Schutzgebiete
- Henbury Meteorites Conservation Reserve
- Karlu Karlu / Devils Marbles Conservation Reserve.
Wüsten
Von den Wüsten des Outback befinden sich zwei Wüsten im Northern Territory:
- Tanami Desert
- Simpson Desert.
Straßen
Hauptachse ist der

(Foto: Nima Farid, Public domain)
), ebenfalls asphaltiert sind der Carpentaria Highway (

(Foto: Trisreed and FatM1ke, Public domain)
), Tablelands Highway (

(Foto: Australian gov, Public domain)
) und der Victoria Highway (

(Foto: Public domain)
). Letzterer ist eine Teilstrecke des von Ost nach West ebenfalls durch das Northern Territory führenden National Highway 1 ().
Berge, Flüsse, Seen
Höchster Berg im Northern Territory ist der 1531 Meter hohe Mount Zeil, der zu den West MacDonnell Ranges gehört. Berühmtester Berg ist allerdings der Inselberg Uluru / Ayers Rock. Er ist nur 340 Meter über dem Boden (Höhenniveau 863 m) und dominiert die flache Landschaft. Längster Fluss ist mit 560 Kilometern der Victoria River. Größter Binnensee ist mit 1032 km² der Salzsee Lake Amadeus, 145 km lang und 20 km breit. Er ist oft ausgetrocknet und zeigt dann seine charakteristische Salzkruste.
Ausflüge
Der 223 km lange und sehr schwierige Fernwanderweg Larapinta Trail führt durch die West MacDonnell Ranges und berührt Sehenswürdigkeiten wie Simpsons Gap, Standley Chasm, Ellery Creek Big Hole, Serpentine Gorge, Ochre Pits, Ormiston Pound, Redbank Gorge und Glen Helen Gorge.
Aktivitäten
Besichtigungen von Sehenswürdigkeiten und Wandern sind angesichts der großen Hitze sehr anstrengend.
Küche
Kulinarische Höhepunkte sucht man im Northern Territory vergeblich. Allgegenwärtig ist die Systemgastronomie, australische Küche ist allenfalls in Darwin und Alice Springs anzutreffen. Restaurants führen oft die Abkürzung „BYO“ („Bring Your Own“), die den Gast darauf hinweist, dass er seine vorher selbst gekauften alkoholischen Getränke mitbringen muss.
Nachtleben
Das Nachtleben ist auf Darwin und Alice Springs beschränkt, wo nur wenige Bars und Kneipen (oft „Hotels“ genannt) bis spätestens 23:00 Uhr geöffnet sind. Die Kneipen in Roadhouses sind meist bis 23:00 Uhr geöffnet.
Gesundheit
Die Gefahr der Dehydrierung ist in der Wüstenlandschaft besonders hoch, so dass ausreichender Wasservorrat (5 Liter pro Tag/Person) mitzuführen ist. Bei großer Hitze ist jegliche Anstrengung zu vermeiden. Wenn der Körper Temperaturen über 40 °C nicht mehr regulieren kann, droht ein Hitzschlag.
Die Haut ist einer extrem hohen Exposition der Sonne ausgesetzt, so dass sonnenabweisende Kleidung, Sonnenbrillen und Sonnencremes mitzuführen sind. Ganz Australien weist höchste Werte im UV-Index auf. Sehr störend und lästig sind die harmlosen, millionenfach vorhandenen Australischen Busch-Fliegen (Musca vetustissima), deren Verjagen mit der Hand vor dem Gesicht den Ausdruck des „australischen Grußes“ (englisch: Aussie salute) hervorgebracht hat. Die Australier haben hierfür den Akubra-Hut mit am Hutrand herunterhängenden Korken erfunden.
Sicherheit
Das Outback weist keine erwähnenswerte Kriminalität auf, in Katherine gibt es eine über dem Durchschnitt des NT liegende Kriminalitätsrate. Seit der flächendeckenden Einführung des „Low Aromatic Fuel“-Benzins der Marke „Opal“ im Jahre 2005 ist die Zahl der Benzinschnüffler (englisch: petrol sniffer) unter den Aborigines stark zurückgegangen, da diese Marke kaum Aromaten enthält und beim Schnüffeln nicht zum Rausch führt. Der Benzindiebstahl aus Auto-Tanks ist deshalb kaum noch von Bedeutung.
In Australien besteht Linksverkehr. Abseits der asphaltierten Straßen sind die nur mit Allradfahrzeugen befahrbaren Schotterpisten teilweise schwer zu bewältigen und befinden sich zudem in nicht besiedelter einsamer und gleichzeitig großflächiger Gegend. Die Pannengefahr ist hier hoch, wobei kaum mit fremder Hilfe gerechnet werden kann. Ausreichender Benzinvorrat ist einzuplanen.
Überall kann die Begegnung mit gut getarnten, giftigen Schlangen, Skorpionen und Spinnen Lebensgefahr bedeuten. Auch Kängurus können gefährlich werden, sind aber weithin sichtbar. Auf dem Stuart Highway queren sie häufig die Straße, so dass eine zu hohe Fahrgeschwindigkeit eine Vollbremsung erschwert. Ein Handy nützt wegen fehlender Netzabdeckung im Outback meist nichts, Satelliten-Telefone sind erforderlich. Zur Navigation gibt es besondere offline-Karten. Bei Pannen sollte man in der Nähe des Autos bleiben, weil dies aus der Luft besser gesichtet werden kann als einzelne Personen. Braucht man dringende ärztliche Hilfe, kann der Royal Flying Doctor Service (Standort: 28 Davis Drive, Alice Springs; Tel. 08 8958 8600) kontaktiert werden.
Literatur
Madeleine Reincke/Hilke Maunder/Corinna Melville, Baedeker Reiseführer E-Book Australien, MairDumont, 2025, S. 150 ff.; ISBN 978-3575003423.
Weblinks
- www.nt.gov.au – Offizielle Webseite von Northern Territory
Einzelönachweise
- ↑ Alan Powell, Far Country: A short History of the Northern Territory, Charles Darwin University Press, 2009; S. 19 f.; ISBN 978-0980457872
- ↑ Tim Fridtjof Flannery, The Explorers: Stories of Discovery and Adventure from the Australian Frontier, Grove Press, 1998, S. 17 f.
- ↑ Kenneth Morgan, Matthew Flinders, Maritime Explorer of Australia, Bloomsbury Academic, 2016, S. 117
- ↑ J.F. Cotta'sche Buchhandlung (Hrsg.), Das Ausland, Band 60, J.F. Cotta'sche Buchhandlung, 1887, S. 1031
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