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후원

Cotonou ist der Regierungssitz von Benin. Die Hafenstadt liegt eingegrenzt von der Lagune des Lac Nokoué im Norden und dem Atlantik im Süden. Hier gibt es lange Sandstrände.

Hintergrund

Bei einer Gesamtbevölkerung Bénins von etwa sechs Millionen leben gut eine Million Menschen in Groß-Cotonou.
Wie überall zieht es die Leute auch hier in die großen Städte, weil sie sich dort bessere Lebensbedingungen erhoffen. Cotonou liegt etwa unter London und fast am Äquator. Die Stadt ist sehr schmal, im Norden durch eine Lagune und im Süden durch das Meer begrenzt. Somit kann sie sich nur nach Osten und Westen ausdehnen.

Die Neuzuwanderer wohnen zum großen Teil in den Ortsteilen Abomey-Calavi, Godomey am Westufer der Lagune oder Cocotemey, jeweils 17-23 km von der Innenstadt.

Der Abfluss der Lagune, der aus Norden kommende Fluss Ouémé (syn. Weme), teilt die Stadt. Die Straßennummern der in bester französischer Kolonialtradition rechtwinklig angelegten Innenstadt sind in der Westhälfte dreistellig bis zum Stade de l'Amitié, darüber dann größer als 2000. Östlich des Flusses sind sie vierstellig, größer als 1000.

Anreise

Mit dem Flugzeug

Flughafen Cadjehoun (Aéroport International Cardinal Bernardin Gantin, ​IATA: COO; aufgrund der beengten Geografie statdtnah) Direkt nach Europa fliegt Air France nach Paris-CDG. Umsteigeverbindungen haben Royal Air Maroc (über Casablanca) und Turkish Airways im Angebot. Die Angebote in afrikanische Nachbarstaaten sind zahlreich. Die Ausstattung ist rudimentär. WLAN gibt es nur in der Lounge. Eine Infotheke, Schließfächer oder erträgliche Ruhezonen sucht man vergeblich.

AirBeninTaxi verfügt über mehrere kleine Maschinen, die zu Flügen in die Provinz oder in die Hauptstädte der Nachbarländer verchartert werden. Im Linienbetrieb geflogen wird, mit Cessnas einmal täglich, nur nach Parakou (PKO). Die einfache Strecke kostet 2018 110000 CFA.

Ein Taxistand ist direkt vor dem Terminal, um dort hinzugelangen muss man durch Massen aufdringlicher „Helfer.“ Busse verkehren keine.

Hotels in Flughafennähe
Sämtlich der gehobenen Kategorie:

  • Best Western Plus Nobila
  • Hôtel de l'Entente, Route de l’aéroport
  • Hôtel le Paquebot, Route de l’aéroport, hinter Unicef
  • Benin Marina Hotel (4*), Rue 230, direkt beim Kongresszentrum. Mit der einzigen konzessionierten Spielbank des Landes.
  • Maison Rouge

Mit der Bahn

Tipp

Es gibt seit 2008 aktiv verfolgte Pläne die Bahnverbindungen in Benin nach Niger und die Elfenbeinküste modern (vor allem für Fracht) auszubauen. Zwar wurde 2017 ein Teil der Strecke von Niamey nach Cotonou eingeweiht. Züge verkehrten aber bis Herbst 2018 noch nicht, es soll nun die chinesische CCRC teilhaben. Gerichtliche Streitereien und seit 2018 eben auch der Wunsch des Präsidenten chinesische Hilfen zusätzlich in Anspruch zu nehmen, haben dazu geführt, dass nur ein kleiner Teil der Planungen umgesetzt wurde.

Vom

  • Bahnhof in Cotonou fährt jeden zweiten Tag morgens ein Personenzug ins 450 km entfernte Parakou (9° 20′ 50″ N 2° 36′ 35″ O). Fahrplanmäßig braucht man für die Strecke elf Stunden, drei bis vier Stunden Verspätung sind üblich. Trotzdem ist diese Fahrt immer noch bequemer als im Buschtaxi.

Mit dem Bus

Buschtaxis nach Lomé kosten 5000 CFA (2018).

Von/nach Lagos und Lomé fährt täglich ABC-Trans.

Baobab Express, 6 Agenturen in Cotonou, Standorte auf der Website. Tel.: +229 65 61 80 05 2013 gegründete Firma, die großen Wert auf Wartung und Sicherheit und Pünktlichkeit legt. Die Busse sind recht neu und mit Klimaanlage sowie WLAN(Wifi) ausgestattet. Das Streckennetz verbindet alle Städte entlang der Hauptverkehrsstraßen von Nord nach Süd. Firmensitz ist in Parakou. Man betreibt auch gelbe Buschtaxis bzw. Kleinbusse in der Region.

TSR, Rue 308 / Rue 107. Tel.: +229 97 89 26 76 VIP-Busse nach Ouagadougou.

TCV, Rue 108. Tel.: +229 97 60 39 68 Busse nach Ouagadougou (Abfahrt 23.30, Ankunft 18.00; 20000 CFA, prüfe ob Route über Natitingou oder Lomé, da dann Visum für Togo nötig), Bamako, Abidjan, Bouaké. Geöffnet: 9.00-18.00.

Intercity STC, Rue 202. Tel.: +229 95 05 40 07 VIP-Busse nach Accra, Di.-Fr. ab 12.00 Uhr, 32000 CFA.

Pl. de l'Étoile Rouge (Am zentralen Kreisverkehr, hier treffen zusammen: Rue 140, Rue 400, Rue 560, die RNIE1 als Ave. de la Victorie) Auch Verbindungen im Lande, ATT z. B. nach Tanguiéta: täglich, 9000 CFA, 7.00 Uhr Abfahrt. Natitingou: täglich, 8000 CFA, 7.30 Uhr Abfahrt. Parakou, mehrmals täglich (letzte Abfahrt Cotonou 12.00 Uhr). Einmal tgl. auch bis Porga, Grenzort nach Burkina Faso. Nicht alle Firmen die hier Fahrkarten verkaufen fahren direkt ab, sondern einige hundert Meter entfernt. Auskünfte erteilen die jeweiligen Schalter.

Auf der Straße

Cotonou ist in seiner Mitte durch die Verbindung der Lagune zum Meer getrennt, die beiden Teile sind verbunden mittels dreier Brücken: Nouveau Pont, nördlich, beim Marché Dantokpa. Die Ancien Pont ist südlich nahe beim Meer. Als Drittes gibt es die Pont Martin Luther King.

Auf der Fernstraße RNIE1 gelangt man, parallel zur Küste zu den Grenzen nach Togo resp. Nigeria. Die RNIE2 geht durch Abomey-Calavi nach Norden, 130 km, bis Bohicon.

Mobilität

Nur die Hauptstraßen von Cotonou sind geteert.

Taxi

Wie überall in Afrika sind Taxipreise Verhandlungssache. Die verlangten Preise sind abhängig von Tageszeit (Berufsverkehr, Nacht) und Hautfarbe. Es gibt inzwischen Ruftaxis:

Cotonou Taxi Service ☎ +229 445885

  • Im Juli 2017 begann die halbstaatliche «Bénin Taxi» eine moderne Flotte gelber kleiner Renaults bereitzustellen, die per App zu buchen sind. Sie kosten für «course», d. h. gebucht pro Stunde, 1500 CFA (2017), somit die Hälfte der privatwirtschaftlichen Konkurrenz. (Die Fahrer erwerben das Auto, wenn sie vier Jahre pro Tag 9000 CFA abstottern.)

Motorradtaxis, konzessionierte Fahrer haben ein gelbes Jäckchen an, heißen lokal zémidjans.

Busse

  • Gare du Dantokpa (an der Brücke Martin Luther King) Minibusse nach Porto Novo.

Gare Jonquet, Rue 110 (westlich des Blvd. Steinmetz) Buschtaxis nach Westen, z. B. Grand Popo.

Ein weiterer Bushalt ist an der Nordseite des Stade de l'Amitié. Von hier geht es nach Calavi-Kpota, Ganvié, Ouidah und Abomey. In letzteren Ort kann man auch ab Gare Missébo in der Ave. van Vollenhoven.

Sehenswürdigkeiten

Cotonou.

Zentraler Verkehrsknotenpunkt ist der Kreisverkehr um den Pl. de l'Étoile Rouge, so genannt als Symbol des beninischen Marxismus. (Foto: Mayeul Akpovi, CC BY-SA 4.0)

Ancien Pont, die „alte Brücke.“.

Ancien Pont, die „alte Brücke.“. (Foto: MVN, CC BY 2.0)

Sonnenuntergang am Strand mit Blick auf den Hafen. (Foto: Prillytee, CC BY-SA 4.0)

Mangels organisierter Müllabfuhr findet Müllverbrennung in Eigenregie am Straßenrand statt. (Foto: Abrahami, CC BY-SA 4.0)

Überflutete Seitenstraße zur Regenzeit 2015 im Quartier de Fidjrossé-Kpota. (Foto: Abrahami, CC BY-SA 4.0)

Wenige Besucher würden Cotonou als „schöne Stadt“ bezeichnen.

Place des Martyrs, Beginn der Rue 390 / R. de la Aeroport Bronzedenkmal in feinstem realsozialistischen Stil. Geöffnet: tagsüber.

Museen

Fondation Zinsou, Rue 400 (zwischen R. 203 und 204) (etwa 50 m vom Kreisverkehr Carrefour de Cadjehoun) Ein Museum zu aktueller westafrikanischer Kultur. Dazu wechselnde Kunstausstellung. Es gibt einen Ableger in Ouidah. Preis: gratis.

Nature Tropicale ONG, Rue 1101C, Yagba Abschreckende, kleine Sammlung von Walbein, schlecht gepflegten Aquarien und Schildkröten in viel zu kleinen Becken. Wer noch kein Tierschützer ist, hier kann er's werden. Geöffnet: 9.30-19.00. Preis: Hautfarbenabhängig, Ausländersonderpreis 2500 CFA.

Aktivitäten

Stade de l'Amitié (Freundschaftsstadion; Kouhounou) Hier ist auch ein Minibusbahnhof für Fahrten in die Region.

Einkaufen

Der Dantokpa-Markt ist einer der größten Märkte Westafrikas. Hier gibt es alles, von Haushaltsartikel über schöne afrikanische Stoffe bis zu Voodoo-Fetischen (in eigner Sektion, dem Marché des féticheurs). Gerade die vermüllte Seite zum Fluss hin ist wenig appetitlich.

Centre chinois de Développement économique et commercial Alles „Made in China,“ von der Teetasse über Spielzeug -- aus feinstem Plastik in einfachen Blechregalen, die jede Aldi-Filiale zum Luxuskonsumtempel werden lassen. Kenntlich ist der Laden an den chinesischen Steinlöwen vor der Tür.

Supermärkte
Diese haben ein ausreichend großes Sortiment an importierten Lebensmitteln aus Europa (v.a. Frankreich).

Du Pont (an der Ostseite der 3. Brücke) Eine weitere Filiale ist in der Rue 2356, neben dem Postamt. Geöffnet: 9.30-20.30.

Erevan Hypermarché (etwa 200 m vom Flughafen, am Kreisverkehr der Rue 230). Großer Supermarkt französischen Musters.

Küche

Wer lokale Küche ausprobieren möchte und nicht allzuviel zahlen möchte, der ist auf der Terrasse vor dem Carrefour Cadjehoun gut aufgehoben. Hier kann man Reis, Igname Pilée und andere lokale Gerichte für unter 1000 CFA genießen.

Wer auf Shawarma steht, der sollte Karim24 (10.00-3.00 Uhr) am "Carrefour Cadjehoun" ausprobieren! Das beste Shawarma Cotonous für 2000 CFA.

Entlang der Haie Vive, der Straße im Viertel der Reichen und Weißen beim Flughafen gibt es unzählige internationale Restaurants. Von indisch bis libanesisch, chinesisch, japanisch und sogar russisch ist alles vertreten. Preise reichen von 3000 CFA bis zu 15000 CFA für das Essen und sind qualitativ meist sehr gut!

Besonders beliebt unter Expats ist das Livingstone (Piste Amalco, LOT 17; mit Hotel), das mittags und abends gut besucht ist.

Ebenfalls in der Haie Vive befindet sich die Bäckerei Sopai, die ab 6.45 geöffnet hat und neben verschiedenen Brotsorten auch süße Leckereien anbietet und einen kleinen Supermarkt beherbergt.

Nachtleben

Konzessioniertes Glücksspiel ist seit 2002 erlaubt. Es gibt aber nur einen einzigen Roulettetisch, den im Benin Marina Hotel in Flughafennähe. Die Öffnungszeit ist amtlicherseits auf 22.00-4.00 Uhr beschränkt. Daneben bestehen Automaten-Spielhallen, nicht alle von ihnen mit Lizenz.

Haie Vive ist lebhaft an Wochenenden, unter der Woche sind die Nachtklubs in Jonquet die bessere und billigere Option.

Eine der Szene-Bars Cotonous befindet sich zwischen Flughafen und dem Supermarkt Erevan. Die hochpreisige Code-Bar ist in einem ausrangierten Frachtcontainer und ist am Wochenende (19.00-5.00 Uhr) immer sehr gut besucht. Preise mindestens auf europäischem Niveau (Bier 1500 CFA).

Unterkunft

Günstig

Hotel Residence Gracia, Rue de la mosquée Jonquet. Tel.: +229 21 31 15 96 Zentral in Bahnhofsnähe. WLAN. Preis: Einzel mit Ventilator: 10000 CFA.

Cocotiers Guesthouse Zentral, aber dennoch komplett ruhig gelegen ist es eine Oase im hektischen Cotonou. Das Personal ist mehr als hilfsbereit bei Problemen aller Art und die Zimmer sind sauber und gemütlich. (Nicht zu verwechseln mit Hotel Residence Cocotiers nur zwei Straßen weiter.) Preis: Schlafsaal 5500 CFA; mit Etagenklo, Einzel 6500, Doppel 12000 CFA; Doppel en suite: 20-25000 CFA.

Guesthouse Haie Vive, Haie Vive 213 Französischer Manager mittleren Alters. Geöffnet: 2018-10-10. Preis: Schlafsaal 5000 CFA; Einzel 10000-12000 CFA, mit A/C +4000 CFA.

Mittel

Au Jardin Helvetia, Houndodji Plage, Route des Pêcheurs, 11 km westlich von Cotonou/Fidjrossè. Mobil: +229 97 52 20 70. Bungalows (Bad, Terasse, Ventilator) / Paillotes (Hütten) / Camping - Sehr ruhige Anlage unter Palmen direkt am Strand. Das Essen ist sehr gut. Organisation von Ausflügen im Süden Benins. Preis: € 30/15/2.30 (Bungalow/Paillote/Camping).

Hotel und Café Cauris Coquiallges. Tel.: +229 97 98 01 60. Am Meer. Preis: Doppel € 50, Frühstück € 6.

Gehoben

Luxushotels sind nahe am Flughafen.

Azalaï Hôtel de la Plage (Hôtel de la Plage), Quartier Ganhi (Am Wasser zwischen Hafenbecken und Leuchtfeuer)

Klima

Es gibt zwei Trockenzeiten, von Mitte November bis Mitte März sowie von Mitte Juli bis Mitte September. Dementsprechend dann zwei Regenzeiten. Von Dezember bis Januar kommt es auf Grund des Wüstenwindes Harmattan zu großen Temperaturschwankungen im Tagesverlauf.

Sicherheit

Kleinkriminalität in den Marktbereichen. Berichte von Überfällen (auch bewaffnet) an den von Ausländern frequentierten Stränden in Nähe der besseren Hotels (Boulevard de France) häuften sich 2017. Auch Einheimische meiden es vor 6.30 Uhr in den Vierteln Haie Vive bzw. Les Cocotiers auf die Straße zu gehen. “Carjacking” (evtl. mit Schnellfeuerwaffen und einhergehendem Mord) kommt eher in ländlicheren Randbezirken vor.

Praktische Hinweise

Die Gebäude der Poste du Bénin sind in der Regel auffällig gelb, mit blauen Einfassungen, gestrichen.

Hauptpost, R. de la Poste Luftpostbriefe nach Europa (2018) bis 10 g: 600 CFA, bis 20 g: 700 CFA; bis 50 g: 1400 CFA; Päckchen 1 kg: 11600 CFA. Einschreiben +1500 CFA.

Centre de Tri Posta, Rue 230 (50 m nach dem Kreisverkehr vorm Terminal, zwischen Flughafen und dem Supermarkt Erevan und ist nicht zu verfehlen)

DHL, Rue 390. Tel.: +229 21 30 10 85

Konsulate

BRD (ambassade d'Allemagne au Bénin), 1438 Ave Jean-Paul II / Rue 447. Tel.: +229 21 31 29 68 Notfallnummer +229 97 97 70 01. Geöffnet: Mo.-Fr. 9.00-12.00; Terminabsprache erwünscht.

Honorarkonsulat Österreich, Résidence Fadoul C/00628 A, Les Cocotiers. Tel.: +229 21 30 98 90. Keine Notpassausstellung. Zuständig ist die Botschaft in Abuja.

Bureau de la coopération suisse, Lot 117 Zongo Ehuzu, rue du PNUD (Immeuble voisin au Corps de la Paix). Tel.: +229 21 31 47 37 Übergeordnete Dienststelle ist die Botschaft in Accra.

Belgier, die Hilfe brauchen finden ihr Konsulat am Bahnhof.

Nachbarländer
Honorarkonsulat Burkina Faso (Cadjehoun lot 1159 Haie Vive)

Ghana. Tel.: +229 21 30 07 46 Geöffnet: Mo.-Fr. 8.30-15.30.

Consulat Général du Gabon

Niger, Rue 651A / Rue 870A

Nigeria, Rue 232 (neben der Hauptpost). Tel.: +234 907 388 7021

Togo, Bd. St. Michel - Maro militaire/carré 376/377. Tel.: +229 21 31 80 53 Zu touristischen Zwecken auch gibt es 7 Tage gültige visa on arrival an der Grenze, die in Lomé verlängert werden können.

Kongo (Zaire; Kleine ungeteerte Seitenstraße in Haie Vive)

Ausländeramt
Direction de l'emigration et de l'immigration, 1278, avenue Jean Paul II (quartier Zongo Nima). Tel.: +229 21315644 Aufenthaltsverlängerungen und -erlaubnisse (carte de séjour oder carte de résident). Geöffnet: Mo.-Fr. 8.00-11.00, 15.00-17.00.

Ausflüge

Lac Nokoué

Im Fischerdorf Ganvié am Nordufer des Lac Nokoué.

Im Fischerdorf Ganvié am Nordufer des Lac Nokoué. (Foto: Manu25 at French Wikipedia, CC BY-SA 3.0)

Der Nokoué-See bildet die natürliche nördliche Begrenzung von Cotonou. Die fast achtzig endemischen Fischarten bilden eine wichtige Proteinquelle für die Bevölkerung des Umlandes. Besonders bei Niederwasser, November bis Juni sind die Fänge erheblich. Der durch den Klimawandel ansteigede Meeresspiegel führt zu fortschreitender Versalzung des Wassers, was mittelfristig die Fischbestände beeinflussen wird.

Der See ist als Feuchtgebiet gemäß der Ramsar-Konvention geschützt und als Vogelbrutgebiet (Important Bird Area) ausgewiesen.

Das weitgehend auf Stelzen im See gebaute Dorf Ganvié wird von Angehörigen des kleinen Stammes der Tofinu bewohnt, die sich im 17. Jahrhundert auf solche Häuser zurückzogen um so vor den Sklavenjägern der Fon sicherer zu sein. Die kleine Stadt, die sich kilometerweit vom Ufer hinzieht wurde 1996 für das Weltkulturerbe vorgeschlagen, aber bis 2018 nicht aufgenommen.

Die ganze Stadt ist eine Sehenswürdigkeit. Alle Häuser stehen auf Pfählen. Sie sind teilweise bunt bemalt, teilweise so schief, dass man denkt, sie könnten jederzeit zusammenfallen. Zwischen den Häusern gibt es oft kleine Stege, ansonsten sind Boote das einzige Transportmittel. Es gibt normale Geschäfte und einen schwimmenden Markt. Es gibt einige Souvenirläden. Im Rahmen der Besichtigungstour kommt man sicher an einem vorbei.

Anreise
Im Bereich des Stade de l'Amitié in Cotonou gibt es Anbieter von Touren per Piroge nach Ganvié. Die Preise unterscheiden sich nach Anzahl der Mitfahrer, ob das Kanu motorisiert ist, ein Führer gebucht wird usw. 4000-5000 CFA ohne Führer sind normal, verlangt werden anfangs gerne 10000 CFA.

Unterkunft
(Süd- und Westufer sind Teil von Cotonou.)

Hotel Germain (Ganvié Holiday Resort), Quariter Havè, Ganvié II (direkt am See in Ganvié). Tel.: +229 95 57 33 20 Vergleichsweise günstige Mittelklasseunterkunft, teilweise auf Stelzen in den See gebaut. Mit Restaurant.

Chez Raphaël (am See)

Porto-Novo

Porto-Novo

Ritualgefäß des um Porto-Novo praktizierten Mami Wata-Kults .

Ritualgefäß des um Porto-Novo praktizierten Mami Wata-Kults . (Foto: Benoît Prieur, CC0)

Die große Moschee von Porto-Novo.

Die große Moschee von Porto-Novo. (Foto: Babylas, CC BY-SA 3.0)

Der große Marché Ouando im Norden der Stadt direkt neben der RNIE 1.

Der große Marché Ouando im Norden der Stadt direkt neben der RNIE 1. (Foto: Babylas, CC BY-SA 3.0)

„Innenstadt“ Porto-Novo. (Foto: David7455, CC BY-SA 4.0)

Müllkutscher.

Müllkutscher. (Foto: Chibuezepaul, CC BY-SA 4.0)

Porto-Novo, im Departement Ouémé, die Yoruba sagen Adjatchê, ist die zweitgrößte Stadt Benins, hier tritt auch die Nationalversammlung zusammen. Sie liegt auch am Badagry Creek, einer Lagune, die bis Lagos reicht. Interessant ist die historische, koloniale Altstadt und das Handelsviertel mit dem Grand Marché („großer Markt“) im Südwesten. Neubauten gibt es im Verwaltungsviertel mit den Regierungsgebäuden im Westen und einem neuen Wohngebiet im Osten. Die Altstadt und der ehemalige Herrscherpalast wurde 1996 für das Weltkulturerbe vorgeschlagen, aber bis 2018 nicht aufgenommen.

Office de Tourisme, Pl Bayol. Tel.: +229 97 02 52 29 Geöffnet: Mo.-Fr. 9.00-13.00, 15.00-18.00.

Anreise
Bei Porto-Novo treffen die aus dem Norden Benins kommenden Fernstraßen RNIE1 und RN3 zusammen. Nach Bohicon sind es 150-160 km entlang der RN4. Aus Nigeria kommt man über die RN3 oder 4 durch Kétou (7° 21′ 59″ N 2° 36′ 39″ O) (je nach Strecke in 110-120 km) vom Grenzübergang in Idofa (7° 25′ 47″ N 2° 48′ 21″ O) aus.

Südlich um die Lagune aus dem Zentrum Cotonous sind es 35 Kilometer auf der Straße. Aus Westen, vom nigerianischen Badagry (6° 25′ 42″ N 2° 53′ 33″ O), der Grenzübergang bei Seme Border (6° 22′ 55″ N 2° 43′ 20″ O) ist 21 km entfernt, gelangt man ab nach Norden Richtung Djérgebé und von dort über die Brücke.

Die seit 2008 diskutierte Bahnanbindung nach Cotonou ist 2018 noch im Planungsstadium.

Sehenswürdigkeiten
Den beiden großen innerstädtischen Moscheen sieht man ihren Ursprung als zu portugiesischer Kolonialzeit errichteten Kirchen immer noch deutlich an den verfallenden Fassaden an.

Musée Honmè Zur Erinnerung an die Zeit des Sklavenhandels, mit der unerlässlichen Rekonstruktion eines Gefängnisses.

Musée da Silva. Geboten wird afro-brasilianische Kultur.

Musée Ethnographique Mit Kunsthandwerksboutique.

Botanischer Garten (Jardin des Plantes et de la Nature)

PTT (Postamt), Rue de la prison Kolonialer Bau mit schöner gelb-blauer Fassade.

Unterkunft
Centre Régional Songhaï, Route de Ouando. Tel.: +229 60 93 33 34 Songhaï ist eine Stiftung, die versucht durch Ausbildung die Landflucht zu verringern. Das Gästehaus steht der Allgemeinheit offen. Preis: Einzel (mit Fan) 5500 CFA, mit A/C ab 15500 CFA; Mahlzeiten extra.

Hôtel Beaurivage Älteres, einfaches Hotel; Bar mit Blick auf die Lagune. Preis: 11000 CFA.

Isebáyé Guesthouse, 1857 Porto Novo-Adjarra (Lage, Lage, Lage! Je 100 m von der Kathedrale und da Silva-Museum)

Ouidah

Ouidah

Im Fort ist heute das Heimatkundemuseum.

Im Fort ist heute das Heimatkundemuseum. (Foto: user:Tienstwatrankil, CC BY-SA 3.0)

Minenräumpanzer, Franzosen schulen für die UNO vor Ort Truppen der Region (2015).

Minenräumpanzer, Franzosen schulen für die UNO vor Ort Truppen der Region (2015). (Foto: Sophie Graubert, CC BY-SA 4.0)

Im Pythontempel huldigen und opfern Voodoo-Anhänger diesen als göttliche Wesen verehrten Schlangen. (Geöffnet 8.00-18.00 Uhr). Für den zu zahlenden Eintritt eine eher deprimierenden Angelegenheit, sicher nicht für Tierfreunde.

Im Pythontempel huldigen und opfern Voodoo-Anhänger diesen als göttliche Wesen verehrten Schlangen. (Geöffnet 8.00-18.00 Uhr). Für den zu zahlenden Eintritt eine eher deprimierenden Angelegenheit, sicher nicht für Tierfreunde. (Foto: Ji-Elle, CC BY-SA 4.0)

Zunächst wurde die Stadt von den Portugiesen erschlossen, die in im so genannten Ajudá bis nach 1800 ein Fort unterhielten. Bis zum Ende des Sklavenhandels um 1860 wurde von hier vor allem nach Brasilien exportiert. Etliche in Brasilien Freigelassene siedelten sich nach 1835 im neuen Ortsteil Docomè an. Die alte Festung schenkte der König von Dahomey 1861 französischen Missionaren. Tatsächlich kam es bald wieder unter die Kontrolle des Gouverneurs von São Tomé und wurde erst 1961 nach der Unabhängigkeit wieder dahomeyisch. Die Altstadt und eine „Sklavenroute“ wurde 1996 für das Weltkulturerbe vorgeschlagen, aber bis 2018 nicht aufgenommen. Meist wenig sachkundige „Führer“ drängen sich auf.

Office de Tourisme

Postamt

Mobilität
Die innerstädtische Verkehrsachse ist die Ave. de France. Die Fernstraße RNIE1 von Cotonou nach Grand-Popo führt im Norden um den Stadtkern herum.

Im innerstädtischen Camp Militaire schützt Frankreich seine postkolonialen Interessen.

Im September 2018 begann «Bénin Taxi» auch hier eine moderne Flotte gelber kleiner Renaults bereitzustellen, die per App zu buchen sind und vorranging Touristen dienen sollen.

Sehenswürdigkeiten

Voodoo-Puppe.

Voodoo-Puppe. (Foto: BeatrixBelibaste, CC BY-SA 3.0)

Jedes Jahr am 10. Januar finden Feierlichkeiten von Voodoo-Gläubigen mit zigtausend Teilnehmern am Strand statt (Fête du Vodoun). Begonnen wird mit eine Prozession vom Python-Tempel zum Strand, Ansprachen und Gebeten, Schlachtung einiger Ziegen, bis gegen 14 Uhr Schluss ist. Touristengruppen besuchen die Veranstaltung zahlreich.

Dort geht es dann nicht nur ausgesprochen farbenfroh und lebendig zu, man bekommt auch Einblicke in den Voodoo, fernab jener Klischees, die in Europa so verbreitet werden. Schwarze Magie und Schadenszauber, die Voodoopuppe und Ähnliches spielen keine Rolle. Der Gast wird konfrontiert mit einer ganzheitlichen Weltsicht, die an jene Theorien eines Richard Dawkins erinnern. Göttliche Kraft wirkt in Allem: Und so ist es auch wichtig, mit allem in der Umwelt des Menschen zu kommunizieren und es zu respektieren. Menschliche, anthropozentrische Gottheiten gibt es nicht. Es ist die "den ganzen Kosmos in Bewegung haltende Kraft", über die der wirkliche Voodoo spricht.

Der Strand mit seinem Sklavereimuseum und Monument (sowie etlichen aufdringlichen “guides”) ist etwa drei Kilometer vom Ortskern in Abouta.

Basilique de l’Immaculée Conception Neogotische katholische Basilika, erbaut 1903-9.

Fort São João Baptista de Ajudá (fort Saint-Jean-Baptiste d'Ajudá), Rte des Esclaves Geöffnet: Mo.-Fr. 8.00-12.00, 15.00-18.00; Sa., So. durchgehend. Preis: Museum für Ausländer 1000 CFA.

Musée de la Fondation Zinsou (Hinter der Basilika) Moderne afrikanische Kunst. Geöffnet: Di.-So. 10.00-19.00.

Forêt Sacrée de Kpassè. Park, etwa 100 Meter im Quadrat mit kleinem Tempel und Bronzestatuen.

Unterkunft
Le Jardin Secret (Chez Pascal) Betreiber ist ein Südfranzose, der mit einem Mofa aus seiner Heimat hierher gefahren ist. Preis: Übernachtung Einzel 12000 CFA, Doppel 15000 CFA; Hauptgericht 4-5000 CFA.

Hotel DK, Quartier Tone 2 (direkt an der RN1. Hinter dem Forêt Sacrée de Kpass)

Auberge Escale des Arts Restaurant nebenan.

Hotel Djegba (Am Strand, 100 Meter vom Sklavereimuseum). Tel.: +229 9447 8847 Mit Pool, auch Bungalows nahe am Wasser. Geöffnet: Rezeption 24 h. Preis: Zimmer 21-26000 CFA, o.F. + tax.

Hôtel Diaspora Bénin (Jardin Brésilien; Am Strand). Tel.: +229 90 97 02 29 Bungalows. Großer Pool.

Literatur

Chatwin, Bruce; The Viceroy of Ouidah; London 1980; [Roman, der anhand des Leben des (realen) Sklavenhändlers Francisco Felix de Souza den Menschenhandel an der Küste thematisiert.]

GeoData

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