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Der Channel-Islands-Nationalpark ist ein 1009,94 km² großer Nationalpark in den Vereinigten Staaten von Amerika im dortigen Bundesstaat Kalifornien.

Hintergrund

Er ist einer von neun Nationalparks in Kalifornien und liegt dort konkret in Südkalifornien nahe der Kalifornischen Südküste, westlich von Los Angeles im Pazifik. Hier befindet sich eine aus acht Inseln bestehende Inselgruppe, die Channel Islands of California (Kanalinseln von Kalifornien) mit einer gesamten Landfläche von 908,79 km². Die Channel Islands sind benannt nach den bis zu 500 Meter tiefen Rinnen des pazifischen

  • Santa Barbara Channel, durch den die Inseln vom Festland getrennt sind. Nicht zum Nationalpark gehören folgende Kanalinseln:
InselLandfläche in km²
Santa Catalina Island194,19
San Clemente Island147,13
San Nicolas Island0 58,93
Gesamtfläche400,25

Die nicht zum Nationalpark gehörende Inselfläche erreicht 44 % der gesamten kalifornischen Kanalinseln.

Nationalpark

Fünf der acht Kanalinseln gehören zum Nationalpark:

InselLandfläche in km²
Santa Cruz Island249,95
Santa Rosa Island215,27
San Miguel Island0 37,74
Anacapa Island0 0 2,95
Santa Barbara Island0 0 2,63
Gesamtfläche508,54

Santa Cruz Island ist die größte der geschützten Inseln. Die zum Nationalpark gehörenden Inseln machen flächenmäßig knapp 56 % der Gesamtfläche der Kanalinseln aus. Die geschützte Inselfläche wiederum erreicht 50 % der Fläche des Nationalparks.

Geschichte

Die indigenen Chumash waren die ersten Bewohner der Inseln. Sie benannten die erste besiedelte Insel „Anyapakh“ („Wunder“; heute Anacapa Island), nachdem 1853 ein Dampfschiff auf die Felsen auflief und sank. Andere Inseln hießen „Limuw“ (Santa Cruz Island mit 11 bekannten Siedlungen), „Tuqan“ (San Miguel Island), „Tchunashngna“ (Santa Barbara Island) oder „Wi’ma“ (Santa Rosa Island mit 8 bekannten Siedlungen).[1] Mindestens 148 archäologische Funde lassen auf eine Besiedlung ab 11000 vor Christus schließen. Auf Santa Rosa Island fand man 1959 die ältesten menschlichen Überreste in den USA, den Arlington Springs Man. Die südlichste Insel Santa Barbara Island wurde von den Tongva bewohnt.

Die ersten Europäer, mit denen die Indigenen in Kontakt kamen, waren die Spanier unter dem Entdecker Juan Rodríguez Cabrillo, der hier am 13. Oktober 1542 auf Santa Barbara Island landete.[2] Er beschrieb die „Indianer als arme Fischer“ und entdeckte im Dezember 1542 Santa Catalina Island, wo er vermutlich überwinterte. Am 24. Dezember 1542 wurde er bei einer Auseinandersetzung mit Einheimischen schwer verletzt und verstarb am 3. Januar 1543 an den Folgen der Verletzung.

Nach einem schweren Erdbeben in der Gegend am 8. Dezember 1812 brachen viele Indigene Richtung Festland auf, 1820 verließen die letzten Bewohner Santa Cruz Island, 1829 San Clemente Island.[3] Im Juni 1859 entstand der erste Hafen auf Santa Rosa Island.

Im Jahre 1938 erhielten Santa Barbara und Anacapa Island den Schutzstatus als „National Monument“. Der Fährdienst Island Packers wurde 1968 gegründet und führt seitdem die Fährverbindungen vom Festland zu den fünf Inseln des Nationalparks durch. Außerdem bietet der Dienst Wal- und Vogelbeobachtungsreisen an.

Am 5. März 1980 wurden fünf Inseln in den Rang eines Nationalparks erhoben.[4] Seit Januar 2024 besteht ein bis 2034 laufender Vertrag der Island Packers mit dem National Park Service über die Weiterführung des Fährdienstes.

Klima, Flora und Fauna

Ein endemischer Catalina-Insel-Graufuchs ( Urocyon littoralis catalinae )

Ein endemischer Catalina-Insel-Graufuchs ( Urocyon littoralis catalinae ) (Foto: CatalinaIslandConservancy, CC BY-SA 4.0)

Die Channel Islands weisen ein mediterranes Klima mit relativ stabilen Temperaturen auf. Während die durchschnittlichen Sommertemperaturen zwischen 11 °C und 27 °C variieren, schwanken die Wintertemperaturen zwischen 12 °C und 15 °C. Im Sommer herrscht zwischen Juni und Oktober Trockenheit, der meiste Regen fällt im Winter zwischen Dezember und März. Keine Besonderheit ist der häufig an Kaliforniens Küsten auftretende Morgennebel, der die Sicht behindern kann.

Es gibt über 1400 Arten von Tieren und Pflanzen mit 23 endemischen Arten. Auf den Inseln leben nur vier Säugetierarten, nämlich Graufuchs, Südlicher Fleckenskunk, Hirschmaus und Zwergmaus. Zu beobachten sind mehr als 140 Vogelarten mit 11 endemischen Vögeln. Noch umfangreicher sind die über 400 Arten von Meerestieren, darunter Blauwale, Buckelwale, Delphine, Haie, Orcas, Seelöwen oder Seeottern.

Unter den 790 Pflanzenarten befinden sich 578 einheimische und 14 gefährdete. Die charakteristische Wasserpflanze der Inselgruppe ist Kelp, der als Ökosystem in Form des Kelpwaldes (englisch: kelp forest) auftritt. Es handelt sich um Seetang, darunter insbesondere einige groß wachsende mehrzellige Algenarten.

Reisevorbereitung

Der Channel-Islands-Nationalpark kann durchaus ein eigenständiges Reiseziel sein, will man alle fünf Inseln besuchen. Meist wird er jedoch Teil einer Rundreise sein wie entlang der Westküste der USA. Die Reise zu der Inselgruppe ist mit einigen touristischen Hindernissen verbunden, denn am einfachsten ist lediglich die Nutzung des frühzeitig zu reservierenden Fährdienstes zu den fünf Inseln. Auf diesen wiederum fehlen – außer Camping – jedwede Übernachtungsmöglichkeiten, die nur auf dem Festland vorhanden sind. Speisen und Getränke sind mitzubringen. Auf den Inseln gibt es lediglich ausgedehnte Wanderwege.

Anreise

Das häufigste Transportmittel zu den Inseln ist die lizensierte Fähre der Island Packers, die von den Hafenstädten Ventura und Santa Barbara einen regelmäßigen Fährdienst betreibt. Beide Orte liegen am U.S. Highway Richtung San Francisco (565 km bis Ventura) oder Los Angeles (108 km). Auf dem Festland sind zwei Besucherzentren des National Park Service speziell für den Channel-Islands-Nationalpark in beiden Hafenstädten eingerichtet. Von den Hafenstädten aus fahren konzessionierte Schiffe der „Island Packers“ oder private Schiffe zu den Inseln. Per Kleinflugzeug gibt es vom Camarillo Airport (ICAO: KCMA) in Oxnard Flüge nur mit vorheriger Genehmigung der Parkverwaltung zur Santa Rosa Island.

Sehenswürdigkeiten

Auf dem Festland gibt es das Robert J. Lagomarsino Visitor Center in Ventura und das Outdoors Santa Barbara Visitor Center in Santa Barbara.

Übersicht

Die Island Packers bieten mit ihrer Flotte von vier Fährschiffen folgende Fährverbindungen an:

AbfahrtshafenZielhafenFahrtdauer in StundenEntfernung vom Festland in km
Ventura Harbor / Channel Islands Harbor (Oxnard)Anacapa Island123
Ventura HarborSanta Cruz Island132
Ventura HarborSanta Rosa Island374
Ventura HarborSanta Barbara Island388
Ventura HarborSan Miguel Island493

Am nächsten zum Festland liegt Anacapa Island, am weitesten entfernt ist San Miguel Island.

Einzelheiten

Die Inseln können nur zu Fuß erkundet oder mit Schiffen umrundet werden.

Santa Cruz Island
Little Scorpion Anchorage der Ankunftshafen des Fährdienstes.

  • Santa Cruz Island Visitor Contact Center das Besucherzentrum auf der Insel.
  • Cavern Point dieser Ausblick ermöglicht Wal-Beobachtungen.
  • China Pines benannt nach der hier wachsenden Bischofskiefer.
  • Pelican Bay besonders im Sommer sehr populärer Wanderweg mit wunderschönem Ausblick.

Santa Rosa Island

  • Beechers Bay Pier der Ankunftshafen des Fährdienstes.
  • Santa Rosa Island Visitor Contact Station das Besucherzentrum auf der Insel.
  • Water Canyon Beach ein 3,2 km langer Strand.
  • Clapp Spring Reservoir ein Trinkwasserbecken.
  • Aggi Wreck das Schiffswrack des am 4. Mai 1915 gesunkenen Segelschiffs Aggi liegt am Westende der Insel.

San Miguel Island

  • Cuylers Harbor der Ankunftshafen des Fährdienstes.
  • San Miguel Island Ranger & Visitor Contact Station Besucherzentrum auf der Insel.
  • Cardwell Point ein 13,3 km langer Wanderweg führt zum östlichen Endpunkt einer Halbinsel mit Blick auf die Santa Rosa Island.
  • Cabrillo Monument ein Denkmal für den Entdecker Juan Rodríguez Cabrillo.
  • Caldwell Point mit herrlichem Blick auf Santa Rosa Island.
  • Point Bennett der westlichste Punkt des Nationalparks mit Blick auf das offene Meer. Der Sonnenuntergang Richtung Westen ist ungestört von Objekten zu genießen.

Anacapa Island
Die Inselgruppe aus drei Inseln liegt mit 23 km am nächsten am Festland.

  • East Anacapa Island die östliche und dem Festland nächst gelegene Insel.

Anacapa Island Landing Dock der Ankunftshafen des Fährdienstes liegt an einer Steilküste, so dass vom Schiff aus 157 Stufen zum Inselniveau erklommen werden müssen.

  • Visitor Center Anacapa Island Besucherzentrum auf der Insel.
  • Anacapa Island Light 1933 erbauter Leuchtturm.
  • Arch Rock das meist fotografierte Objekt: eine Felsinsel in Form eines Torbogens.
  • East Anacapa Island Inspiration Point auf dem Weg zum Aussichtspunkt auf die mittlere Insel liegt das Nebelsignalgebäude.
  • Middle Anacapa Island die mittlere Insel der Inselgruppe.

Keyhole Rock im Norden der Insel liegende außergewöhnliche Felsformation.

  • West Anacapa Island die westliche Insel der Inselgruppe.

Frenchys Cove Beach kleiner pittoresker Strand.

  • Rat Rock der Aussichtspunkt liegt im äußersten Westen der West Anacapa Island.

Santa Barbara Island

  • Landing Cove der Ankunftshafen des Fährdienstes.
  • Santa Barbara Island Visitor Center Besucherzentrum auf der Insel.
  • Elephant Seal Cove hier können in der Saison Elefantenrobben beobachtet werden.
  • Cat Canyon liegt im Süden der Insel und ist wahrscheinlich benannt nach den Wildkatzen der Gegend.

Die beschriebenen Sehenswürdigkeiten sind durch Wanderwege erreichbar.

Bilder

VISITOR'S CENTER, CHANNEL ISLANDS NATIONAL PARK, CA

(Foto: JERRYE AND ROY KLOTZ MD, CC BY-SA 3.0)

Das Robert J. Lagomarsino Visitor Center in Ventura

BeachSantaCruzIsland

(Foto: Dr U at en.wikipedia, Public domain)

Santa Cruz Beach / Santa Cruz Island

Santa Cruz Island (42365353515)

(Foto: Björn S..., CC BY-SA 2.0)

Cavern Point / Santa Cruz Island

Pelican Bay - panoramio (1)

(Foto: hakkun, CC BY-SA 3.0)

Pelican Bay / Santa Cruz Island

Santa-Rosa-Island-Water-Canyon-Beach

(Foto: Derek Lohuis, National Park Service, Public domain)

Water Canyon Beach / Santa Rosa Island

San Miguel Ranger station

(Foto: Toddclark at en.wikipedia, CC BY-SA 3.0)

Ranger Station and Visitor Center / San Miguel Island

(Foto: filippo_jean https://www.flickr.com/people/26162032@N03/, CC BY-SA 2.0)

Blick nach Nordwest auf die Anacapa Island im Vordergrund / Anacapa Island

Anacapa Island Lighthouse & wildflowers

(Foto: Robert Schwemmer, CINMS, NOAA, Public domain)

Leuchtturm / Anacapa Island

Anacapa Island, Arch Rock

(Foto: Craig Baker, CC BY-SA 4.0)

Arch Rock / Anacapa Island

Sardinen im Kelp-Forest

Gebühren

Es gibt keine Eintrittsgebühren, lediglich die Nutzung der Campingplätze kostet US-$ 15 pro Tag. Der Nationalpark ist ganzjährig geöffnet.

Aktivitäten

Wanderungen auf den 30, teilweise langen Wanderwegen (der längste ist 24 km lang), Tierbeobachtungen der Landtiere, Vögel und vor allem der Wale; Kajaktouren, Schnorcheln und Tauchen.

Unterkunft

Auf den Inseln gibt es keine Hotels/Lodges/Motels und auch keine Geschäfte. Besucher müssen ihren Proviant (Speisen und Getränke) mitbringen. Begrenzter Proviant kann auf den Schiffen erworben werden. Auf jeder der fünf Inseln gibt es lizensierte Campingplätze: Auf Santa Cruz Island den

  • Santa Cruz Island Del Norte Backcountry, auf Santa Rosa Island den Backcountry Beach Campground, auf San Miguel Island die San Miguel Campsite, auf Anacapa Island den Anacapa Island Campground und auf Santa Barbara Island den
    Santa Barbara Island Campground.

Die Webseite Booking.com bietet auf dem Festland in Ventura 41, Oxnard 31 und in Santa Barbara 158 Hotels/Lodges/Motels aller Kategorien an.

Sicherheit

Siehe auch: Kalifornien#Sicherheit

Literatur

Fodor's Travel Guides (Hrsg.), Fodor's The Complete Guide to the National Parks of the West, Fodor's Travel Publications, 2014, Kapitel 12; ISBN 978-1640972278.

Einzelnachweise

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Woher diese Seite stammt

Diese Seite wurde von Wikivoyage übernommen. „Channel-Islands-Nationalpark“ aus Wikivoyage, von seinen Autorinnen und Autoren, unter CC BY-SA 4.0. Hier geändert: als Seite gesetzt; Bearbeitungslinks, Karten und Eintragsdaten weggelassen; jedes Foto unter seiner eigenen Lizenz, in der Bildunterschrift genannt.

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