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Die Region Kantabrien (Cantabria) liegt im Norden von Spanien.
Orte

Landkreise und Gemeinden Kantabriens (Foto: Tschubby, CC BY-SA 3.0)
- Santander - die Hauptstadt der Region.
Vororte sind
- Camargo, El Astillero und Piélagos
Torrelavega ist Industriezentrum. - Castro-Urdiales ist ein Vorort im Großraum Bilbaos.
- Laredo
- Los Corrales de Buelna
- Reinosa
- Santa Cruz de Bezana
Weitere Ziele
- Die Picos de Europa sind ein Kalkstein-Gebirge mit etlichen Zweitausendern, dessen Nationalpark zum größten Teil in Asturien liegt.
- Touristenorte an der kantabrischen Küste sind Laredo oder San Vicente de la Barquera
Hintergrund
In etlichen Höhlen wurden Spuren von Neandertalern und steinzeitlicher Bewohner gefunden, die einige der ältesten menschlichen Kunstwerke in Form von Höhlengemälden schufen.
Benannt ist die Region nach dem alte Stamm der Kantabrer, die unter Augustus von den Römern unterworfen wurden, weil jene an den Bergbauprodukten der Gebirge interessiert waren. Im fünften Jahrhundert kamen die Westgoten. Vom Maurenjoch blieb man verschont. Beginnend mit dem asturischen König Alfons II. begann hier die sechshundert Jahre dauernde Rückeroberung der iberischen Halbinsel. Seit dem 13. Jahrhundert gehörte war man der kastilischen Krone untertan. Seit der administrativen Neugliederung 1833 gab es die Provinz Santander, die seit 1981 deckungsgleich die heutige autonome Gemeinschaft bildet.
Das hüglige bis gebirgige Hinterland is dünn besiedelt und eher landwirtschaftlich geprägt. Der Bergbau für Zink-, Blei- und Eisenerz hat in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung verloren. Santander und den umliegenden Ortschaften sowie die Petrochemische Industrie in der Stadt Torrelavega sind bedeutende industrielle Zentren.
Sprache
Jedermann spricht Spanisch. In einigen Bergregionen gibt es einen kantabrischen Dialekt des Asturischen.
Anreise
Einen internationalen Flughafen gibt es in Santander.
Die Autobahn A8 verbindet Kantabrien mit dem Baskenland und Frankreich im Osten und Asturien im Westen. Im Endausbaustadium wird sie Frankreich und Portugal verbinden.
Eine Nationalstraße geht über Reinosa nach Burgos in Kastilien-León.

(Foto: Fredddie, Public domain)
Die Autobahn, parallel zur N-611, aus Venta de Baños und Palencia, durch ein Hochtal über Reinosa. Sie endet in Santander, ist aber ab Torrelavega Teil der Autovía A-8.
Mobilität

Schmalspur- und Regionalbahnen nahe der nordspanischen Küste (Foto: Enekorga, CC BY-SA 4.0)
Der küstennahe Jakobsweg im Norden (rot), mit dem Abzweig Ruta de Campoo (ocker) (Foto: almamía, Public domain)
Mit der Bahn
Der 2024 ausgeschriebene Ausbau der Bahnstrecke Santander – Palencia wird Hochgeschwindigkeitszüge in die Region bringen und die Reisezeit aus Madrid auf etwa zwei Stunden verkürzen.
Transcantábrico
Beim Transcantábrico handelt es sich um zwei von der RENFE betriebene touristische Luxuszüge, die von April bis September in restaurierten Schlafwagen (Baujahr 1923) bis zu einwöchige Rundfahrten in der Region bieten. Dabei sind verschiedenen Routen im Angebot. Es gibt zwei Varianten der Züge, zum einen den Gran Lujo, mit maximal 28 Passagieren sowie den Tren Clásico, der Platz für 54 bietet. Beide Züge verfügen über Speise- und mehrere Salonwagen. Der Gran Lujo kostet 2019 ab € 5150 p.P., der Clásico je nach Tourlänge (4-8 Tage) € 1700-3000.
Mit dem Rad
Der GR-99, der Camino Natural del Ebro ist ein kombinierter Fernwander- und Radweg, dessen Anfang in Reinosa noch einen Zipfel durch Kantabrien führt.
Die Wanderung in Gegenrichtung ist bis Logroño als Jakobsweg ausgeschildert. Bis Santiago de Compostela gibt es 27 weitere Etappen.
Vía Verdes
Radwege entlang stillgelegter Bahnstrecken. Es gibt fünf kurze, maximal sechs Kilometer lange.
- Vía Verde del Pas (34 km) von Ontaneda nach El Astillero.
Zu Fuß
Durch Kantabrien führt eine Variante des Jakobswegs.
Sehenswürdigkeiten

Schloss La Magdalena in Santander (Foto: CC BY-SA 3.0)
- Der Magdalena-Palast in Santander
- Das Kloster Santo Toribio in Liébana
- Das Landhaus El Capricho von Gaudí in Comillas
- Höhle von Altamira (Cueva de Altamira) in Santillana del Mar, ist nicht mehr zugänglich. Man hat sie in einem Besucherzentrum 500 Meter weiter originlalgetreu nachgebaut.
- Höhlen am Monte Castillo (Cuevas del monte Castillo) in Puente Viesgo und weitere Höhlen mit altsteinzeitlichen Höhlenmalereien, UNESCO-Weltkulturerbe als „Höhle von Altamira und paläolithische Höhlenmalereien in Nordspanien.“
Naturschutzgebiete
- Parque Natural de Oyambre (zwischen Comillas und dem Fischerdorf San Vicente de la Barquera an der Küste)
- Parque Natural de las Dunas de Liencres (Dünen zwischen den Gemeinden Miengo, Piélagos und Santa Cruz de Bezana.)
- Parque Natural Collados del Asón (Gebiet geprägt von Kalksteinformationen mit kleinen Buchenwäldern und charakteristischen Steineichenhainen. In der gebirgigen Gegend der Gemeinde Soba.)
- Parque Natural de Saja-Besaya (Saja-Besaya)
- Parque Natural de las Marismas de Santoña, Victoria y Joyel (am Mündungsbereich des río Asón.)
Aktivitäten
Regelmäßige Veranstaltungen
- Die Gemeinde Santillana del Mar veranstaltet jährlich am 5. Januar das Auto Sacramental y Cabalgata de Reyes de Santillana del Mar, das eucharistisches Festspiel und Einzug der Heiligen Drei Könige. Die Bürger spielen verschiedene Szenen um die Geburt Jesu nach.
- Am ersten Sonntag des Jahres ist die Vijanera in Silió, wo bei Umzügen Maskentänze stattfinden.
- Der Karneval in Santoña ist eine der größeren Veranstaltungen an der Nordküste.
- Jeden letzten Freitag im August findet die Batalla de flores de Laredo die Blumenschlacht von Laredo statt. Um 17.30 Uhr gibt es einen Umzug durch die Straßen mit Festwagen, die mit unzähligen Blüten geschmückt sind. Außerdem gibt es einen Straßenmarkt, Musikveranstaltungen und die Kürung des schönsten Wagens. Bei Einbruch der Dunkelheit folgt ein Feuerwerk.
- Bei den Las Guerras Cántabras, die „kantabrischen Kriege,“ wird der letzte Widerstand der Iberer gegen die römische Herrschaft im ersten Jahrhundert vor Christus rekonstruiert. Die Veranstaltung findet vom letzten August- bis zum ersten Septemberwochenende in Los Corrales de Buelna statt.
Küche

Der Eintupf cocido montañés bei der Feria de la Alubia y la Hortaliza in Casar de Periedo (Foto: Spanish Coches, CC BY 2.0)

Quesuco de Liébana wird geräuchert (Foto: Pampuco, CC BY-SA 4.0)

Kalmars mit Zwiebel (Foto: Javierme Javier Mediavilla Ezquibela, CC BY 3.0)
Typische Küche ist cocido montañés ein deftiger Eintopf mit weißen Bohnen, Kraut, Blutwurst.
Als Dessert gibt es einen Käsekuchen quesada pasiega oder das Gebäck sobaos pasiegos eine Art Butterbiskuits aus den Valles Pasiegos.
Da das feuchte Klima Milchwirtschaft ermöglicht werden in der Region Käse hergestellt. Der cremige Queso de nata de Cantabria wird aus der Milch von Holstein-Rindern hergestellt.
Picón Bejes-Tresviso ist ein Blauschimmelkäse aus Kuh-, Schafs- und Ziegenmilch, die auch von außerhalb der geschützten Herstellungsregion kommen darf. Die früher übliche Verpackung in Blättern des Bergahorn kommt bei kommerziellen Produkten heute nicht mehr vor.
Weine
Geschützte Weinregionen (DOC mit vino de la tierra) sind Costa de Cantabria und Liébana.
Chacolí (= Txakoli) sind säuerliche, leicht perlende Weine mit wenig Alkohol, die auch im Baskenland beliebt sind.
Orujo, ist die regionale Bezeichnung für Tresterbrände, die hier immer 50+ % haben.
Klima
An der Küste sind die Sommer kühl und die Winter mild, im Inneren des Landes herrscht eher Gebirgsklima vor. Niederschlagsmengen von 1200 mm sind normal.
Literatur
- González Sainz, César; Serna Gancedo, Mariano Luis; Las cuevas con arte paleolítico en Cantabria; Santander 2002 (Asociación Cántabra para la Defensa del Patrimonio Subterráneo)
- Groenen, Marc; Groenen, Marie-Christine; La grotte ornée d’El Castillo (Cantabrie, Espagne): un sanctuaire exceptionnel de la préhistoire; Bicester, Oxfordshire 2025 (Archaeopress Archaeology); 2 Bde.
- Ruiz Cobo, Jesús; Torres medievales de Cantabria; 2024; ISBN 9788419270412
Weblinks
(Stand: Jun 2026)
- www.cantabria.es (es) – Offizielle Webseite von Kantabrien
- turismodecantabria.com die offizielle Tourismusseite und ihre englische Variante
GeoData
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