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Rantepao ist eine Kleinstadt auf der indonesischen Insel Sulawesi.

Hintergrund

Rantepao hat 43.000 Einwohner, liegt 789 Meter hoch und ist das kulturelle und touristische Zentrum des Tana Toraja in Süd-Sulawesi. Der Ortsname Rantepao bedeutet auf Deutsch „Ort der Reisfelder“.

Der 180 km lange

  • Sadang River fließt durch Rantepao. Die Stadt ist Verkehrsknoten im Toraja-Land, hier kommen die Straßen nach Norden, Nordosten, Osten und Süden zusammen.

Geschichte

Das Krankenhaus von Rantepao

Das Krankenhaus von Rantepao (Foto: Anonymous Unknown author, CC BY 4.0)

Rantepao ist im Vergleich zu anderen Orten des Toraja-Lands eine vergleichsweise junge Ortschaft. Sie existierte bereits, als im März 1906 niederländische Truppen das Toraja-Land besetzten und in ihr Kolonialreich eingliederten.1] Im Dezember 1908 bewilligte der Gouverneur je eine Schule für Makale und Rantepao.[2] 1921 wurde Rantepao in einer Zeitschrift im Zusammenhang mit Festen der Toraja zitiert.[3] Die niederländische Kolonialmacht ließ hier ab 1929 ein Krankenhaus ([niederländisch: ziekenhuis) erbauen, das im Dezember 1932 eröffnet wurde. Im Jahre 1935 eröffnete die Haushaltsschule (niederländisch: huishoudschool), im selben Jahr entstand die Toraja Church / Gereja Toraja Jemaat. Im Jahre 1936 verstärkte sich der Zuzug vieler Niederländer nach Rantepao.

Der Widerstand gegen den zunehmenden islamischen Einfluss auf Sulawesi führte zur eigenständigen Toraja-Regentschaft im Oktober 1946, im August 1957 erhielt das Toraja-Land politische Autonomie. Im Dezember 1965 wurde der Verwaltungsdistrikt Rantepao etabliert, im Juli 2008 wurde die Stadt zur Hauptstadt der neu formierten North Toraja Regency.

Klima

Zwar liegt Rantepao in den Inneren Tropen, doch wirkt sich die Höhe von 789 Metern auf das Temperatur-Niveau aus. Die Tagestemperaturen liegen hier ganzjährig zwischen 26 °C und 28 °C, nachts zwischen 16 °C und 20 °C. Wer aus dem tropischen Tiefland wie Makassar anreist, wird dies als angenehm kühl empfinden. Beste Reisezeit ist die Trockenzeit von Juni bis September, in der es allerdings auch regnen kann. Die Regenzeit zwischen Dezember und April bringt lang anhaltenden Regen mit der Gefahr von Erdrutschen. Die jährliche Regenmenge liegt um die 3300 mm, der meiste Regen fällt im März/April, der wenigste im August/September. Die relative Luftfeuchtigkeit beträgt mindestens 75 %, sie kann bis auf 98 % ansteigen.

Anreise

Von Makassar sind es über die Fernstraße Trans-Sulawesi Highway / Jalan Raya Trans-Sulawesi 315 km Richtung Norden bis Rantepao.

Fernbusse von/nach Makassar verkehren von/zu der Bushaltestelle Manggala Trans. Mindestens fünf Buslinien fahren täglich ab Makassar um 09:00 Uhr und kommen in Rantepao gegen 19:00 Uhr an, der Nachtbus startet um 21:00 Uhr und kommt gegen 06:00 Uhr am nächsten Morgen in Rentapao an. Erwähnenswert sind Metro Permai oder Litha & Co. Bus

Flüge sind mit Kleinflugzeugen möglich von Makassar zum Toraja Airport (IATA: TRT) (15 km südlich von Makale; hier ist ein Taxi für 20 km Entfernung nach Rantepao zu nehmen). Wings Air – buchbar über Lion Air – fliegt mit einer Turboprop ATR-72 Dienstag und Freitag nach Rantepao und zurück (Abflug 08:10, Ankunft 09:05 Uhr, Flugdauer: 55 Minuten).

Mobilität

Die Kleinstadt kann bequem zu Fuß erkundet werden. Von größerer Bedeutung ist die Mobilität im Hinblick auf Ausflüge in das Tana Toraja. Reisebüros sind unter anderen Sulawesi Adventures (Jl. Pongtiku No. 18C), Toraja local tour (Jl Poros Singki) oder Toraja Tour Service (Jl. Pembangunan No. 27).

Innerhalb von Rantepao fahren Bemos entlang der vierspurigen Hauptstraße, u.a. zum 2 km nördlich außerhalb gelegenen Busbahnhof Bulo. Zahlreiche Bejaks warten an Straßenkreuzungen auf Kundschaft.

Sehenswürdigkeiten

Hauptkirche Gereja Toraja Jemaat mit dem Hügel Buntu Singki im Hintergrund

Hauptkirche Gereja Toraja Jemaat mit dem Hügel Buntu Singki im Hintergrund (Foto: Leontinus 350, CC0)

Büffelmarkt Pasar Bolu

Büffelmarkt Pasar Bolu (Foto: Arian Zwegers, CC BY 2.0)

Toraja Church / Gereja Toraja Jemaat (Gereja Toraja) 1935 erbaute protestantische Hauptkirche von Rantepao, erst am 25. März 1947 geweiht. Hinter der Kirche befindet sich der Hügel.

  • Buntu Singki 930 m hoher Hügel mit einem 30 Meter hohen Gipfelkreuz, das 2012 errichtet wurde.
  • Gereja Santa Theresia im Juli 1946 fertiggestellte, erst am 13. August 1957 geweihte katholische Kirche.
  • Pasar Bolu der Büffel-Markt ist der weltweit größte Wasserbüffel-Markt, wo Wasserbüffel und Schweine gehandelt werden. In einem Freiluft-Restaurant kann man der Schlachtung zusehen. Neben dem Markt werden Kaffee, Gewürze und Obst/Gemüse angeboten.
  • Rambu Solo' Ne' Gandeng Museum (Museum Ne' Gandeng), Jl. Museum NeGandeng No. 1, Lembang Palangi Malakiri, Kec. Balusu, Kab. Toraja Utara, Sulawesi Selatan. Tel.: +6281333494949 1971 eröffnetes und nach dem Toraja-Führer Ne' Gandeng benanntes Museum, das die Kunst und Kultur der Toraja zeigt. Geöffnet: 07:00-21:00. Preis: 20.000 IDR für Ausländer.
  • Pusat Kebudayaan Rantepao, Jl. Dr Ratulangi No. 80 Kulturzentrum mit Kunsthandwerk der Toraja. Geöffnet: 09:00-19:30.
  • Gereja Katolik Paroki Santa Theresia 1998 erbaute katholische Kirche.
  • Monumen Alkitab das 2015 erbaute Bibel-Monument erinnert an die Einführung der christlichen Bibel im Toraja-Land im Jahre 1913.
  • Art Center pflegt die Toraja-Kultur und beheimatet Kulturveranstaltungen unter anderem zum Fest Toraja Ma’Gellu. Geöffnet: 24 Stunden.
  • Alun Alun Kota Rantepao der Stadtpark.

Das Stadtbild ist geprägt durch die tongkonan genannten Hausbauformen der Toraja.

Rantepao

(Foto: Frantishak, CC BY-SA 4.0)

Straßenszene mit einem tongkonan auf einer Verkehrsinsel

Catholic church in Rantepao

(Foto: Sergey, CC BY-SA 2.0)

Die Gereja Santa Theresia

Rantepao Pasar Bolu (32105047077)

(Foto: Jorge Franganillo, CC BY 2.0)

Büffelmarkt Pasar Bolu

RantepaoMonumen1

(Foto: Torbenbrinker, CC BY-SA 4.0)

Das Bibel-Monument

Einkaufen

Der

  • Todi-Shop (Jl. Pembagunan No. 19) bietet hochwertige Handweber-Textilien, teilweise im komplizierten Ikat-Verfahren hergestellt. Tora Tora (Jl Andi Mappanyukki No. 64) offeriert Antiquitäten, Holzschnitzereien und Webwaren.

Guides

(Selbsternannte) und oft aufdringliche Guides warten in und vor Unterkünften auf Touristen und versuchen, ihre Dienste zu verkaufen. Oft geschieht das unter Vortäuschung falscher Tatsachen, z. B. nur heute sei eine große Bestattungszeremonie oder man könne die Sehenswürdigkeiten nicht selbst erreichen. Tatsächlich jedoch lässt sich fast alles auch ohne Guide organisieren.

Empfehlenswert ist der Guide Natalia Tana Toraja-Tour. Sie spricht sehr gutes Englisch, weiß als gebürtige Toraja viel mehr über die Kultur als man nur mit Online-Recherche erfahren würde und bietet humorvolle Touren, bei denen man sich eher fühlt als wäre man mit einer Freundin unterwegs.

Nachtleben

Auch wenn wegen der christlichen Kultur die abendliche Unterhaltung liberaler als im muslimischen Rest Indonesiens gehandhabt wird, ist das Nachtleben sehr bescheiden. Zu erwähnen sind Valerie cafe and Lounge (Jl Poros Rantepao-Makale; geöffnet mo-sa 13:00-00:00), Lemo Rooftop (Jl Landurundun No. 21; 11:00-23:00) oder Palangka Lounge and Bar (im Toraja Misiliana Hotel; 08:00-23:00).

Küche

Die Küche von Toraja hat zwei Spezialitäten entwickelt:

Pantollo' Pangi Duku'Bai: Schweinefleisch mit Gemüse und schwarzer Soße mit Reis;

  • Pa'Piong Ayam: Im Bambusrohr mit Spinat, Kräutern und Kokos gebratenes Huhn („ayam“) bzw. Schwein („babi“).

In den Ortschaften und am Straßenrand bieten zahlreiche mobile Garküchen („warungs“) und Straßenkarren („gerobaks“) frisch zubereitete Mahlzeiten an, deren Qualität nicht immer einwandfrei ist.

Wer das Risiko einer Magen- oder Darmerkrankung vermindern will, sollte stationäre Restaurants in Rantepao aufsuchen. Einen besonderen Namen hat unter Touristen das

  • Cafe Aras (Jl Andi Mappanyukki Kel No. 64) mit einer reichhaltigen Auswahl an verschiedenen Gerichten, auch Toraja-Küche wie das Büffel-Steak. Auf derselben Straße befinden sich das Rimiko Resto and Cafe (Jl Andi Mappanyukki No. 115) und Rumah Makan Saruran (Jl Andi Mappanyukki No. 119A). Islamisch erlaubte Küche (halal) gibt es im Rumah Makan Ayam Penyet Ria (Jl Ahmat Yani No. 88).

Cafes

Einen besonderen Ruf hat Jak Koffie (Jl. Wolter Monginsidi No. 31) erworben, das den Hochlandkaffee den Touristen auch ungesüßt verkauft. Es bietet frisch gemahlenen und gebrühten Cappuccino und Eiskaffee in einem modernen Ambiente mit Bücherecke, gedämpfter Musik und abgetrenntem Raucherraum. Das Cafe Aras (Jl. Andi Mappanyukki No. 64) ist auch ein Restaurant, wo es Schweinesteaks gibt.

Getränke

Weil die Gegend christlich geprägt ist, kommt man leichter und preiswerter an Bier als andernorts im muslimischen Indonesien erwerben. Zwar verkaufen die Supermärkte nur alkoholfreies Bier, doch schon an warungs erhält man oft Bintang ab 30.000 IDR. Viele Tokos führen die gängigen Biersorten Indonesiens (Bintang und Anker). Auch in vielen Restaurants ist Bier erhältlich.

Unterkunft

In Rantepao gibt es der Webseite Booking.com zufolge 51 Hotels aller Kategorien. Hierunter befinden sich:

Günstig
Toraja ManuBackPacker (Jl Pongtiku No. 15)

  • Hostel Papa Tia (Jl Poros Kesu, Rantepao-Batan)
  • Daper Hostel (Rante Paku Tallunglipu)

Mittel

  • Hotel Pison (Jl Pongtiku GII No. 8)
  • Rosalina Homestay (Jl Pongtiku)
  • Toraja Lodge Guest House (Jl Edelweis No. 18C)

Teuer
Luxus bieten die in Form der Toraja-Häuser aus Beton gebauten

  • Toraja Misiliana Hotel (Jl Pongtiku No. 27) und Toraja Heritage Hotel (Jl Kete Kusu). Erwähnenswert in dieser Kategorie ist auch das Indra Toraja Hotel (Jl Landorundun No. 63).
    Die meisten Unterkünfte sind entlang der Hauptstraße angesiedelt oder leicht versetzt davon. Der Straßenlärm kann unter Umständen störend laut sein. Andere Reisende empfinden krähende Hähne und jaulende Hunde nachts als zu laut.

Gesundheit

Siehe auch: Reiseapotheke

In Tana Toraja besteht ein mittleres Malaria- und Dengue-Risiko. Zur Vermeidung von Malaria- und Dengue-Fieber sollte man unter Moskitonetzen schlafen. Darüber hinaus kann man Mückenschutzmittel (z. B. DEET®) verwenden. Diese werden auf die Haut bzw. die Kleidung gesprüht. Wichtig ist auch, dass kein Leitungswasser getrunken werden sollte. Mineralwasser ist sehr günstig und überall in Supermärkten bzw. Tokos verfügbar.

Beim Genuss von Alkohol sollte auf Schnaps wie Palmwein verzichtet werden, da dieser unter Umständen mit Methanol gepanscht ist.

In Notfällen hilft das Elim Hospital in Rantepao (Jl. Ahmad Yani No. 68). Es ist das alte niederländische Kolonialkrankenhaus, mehrfach renoviert.

Sicherheit

Generell ist Rantepao sehr sicher. Der aufmerksame Tourist kleidet sich stets unauffällig und ohne Markenware, achtet auf sein Gepäck und beobachtet konzentriert seine nähere Umgebung. Kriminalität ist kein großes Thema, daher kann man sich bedenkenlos frei bewegen. Nachts sollte man sich als allein reisende Frau (wie in vielen anderen Gegenden dieser Welt) nur in Begleitung hinaus begeben. Der Islam prägt weite Teile Sulawesis, daher sollte man darauf Rücksicht nehmen, d. h. dass man sich nicht zu aufreizend kleidet. Kritisch sollte man gegenüber allen Indonesiern sein, die sich in der Nähe von Hotels oder Restaurants als Führer anbieten, eine Beerdigung zu besuchen oder sonstige Dienstleistungen gegen stark überhöhte Preise zu erbringen.

In Notfällen hilft die Polsek Rantepao in der Jl. Budi Utomo No. 9.

Praktische Hinweise

Das Tourist Information Office befindet sich in der Jl. Ahmat Yani No. 62 und ist geöffnet mo-sa 07:00-13:00 Uhr und empfiehlt örtliche Agenturen, die Ausflüge in die Region anbieten.

Das Besucherzentrum Dinas Kebudayaan dan Pariwisata in der Jl. Landorundun No. 33 ist mo-sa 07:00-13:00 Uhr geöffnet.

Ausflüge

Siehe auch: Tana Toraja

Rantepao ist das touristische Zentrum des Tana Toraja mit seinen spektakulären Reisezielen, so dass Ausflüge in Form einer in Rantepao gebuchten Pauschalreise oder mit gemieteten Verkehrsmitteln in die Region unternommen werden können.

Literatur

Moritz Jacobi/Mischa Loose/Christian Wachsmuth/Marc Weiglein, Stefan Loose Reiseführer E-Book, MairDumont, 2015, S. 591 ff.; ISBN 978-3616036557.

  • Eine offizielle Webseite ist nicht bekannt. Bitte auf Wikidata nachtragen.

Einzerlnachweise

GeoData

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